Timo Ahr
Vielen Dank. Lieber Stefan Thielen, ich will zwei, drei Dinge klarstellen. Erstens. Wir haben immer schon gesagt - und zwar an vielen Stellen, wir haben es beispielsweise im Ausschuss diskutiert ‑ , dass wir auch bei der Frage des Wasserstoffes bereit sind, Kompromisse einzugehen, und dass es wichtig ist, dass die Stahlindustrie bleibt. Das haben wir nie infrage gestellt. Das war das Erste. (Mehrere Zurufe von der CDU.) Zweitens. Wenn man wie Friedrich Merz darüber redet und ganz Deutschland im Aufschrei ist und wenn Sie bei mir von Selbstkritik sprechen, dann sprechen Sie auch bei Friedrich Merz von Selbstkritik. Wenn man eine Wachstumsbranche hat, die sich in unsicheren Gewässern befindet, und wenn man einen Kanzlerkandidaten hat, der bei 30 Prozent in den Umfragen steht und der sagt, er glaube nicht daran, was passiert dann mit den Märkten? Das müssten Sie besser wissen als viele andere hier, denn Sie als Wirtschaftspolitiker preisen ja Ihre Expertise. Dann will ich Ihnen noch etwas sagen: Ich habe nie gesagt, dass Arbeitgeber schlecht sind, wenn sie keinen Tarifvertrag haben. Ich habe gesagt, wo öffentliche Aufträge ausgeführt werden, müssen sich die Unternehmen, die keinen Tarifvertrag haben, eben an die branchenüblichen Tariflöhne halten. Darum geht es im Kern. Es ist kein Tarifzwang, wie Sie ihn vorgeben. Ich bin viel mit Unternehmen unterwegs. Sie reden immer so, als würden wir sie als schlecht darstellen, weil sie keinen Tarifvertrag haben. Es gibt viele Unternehmen, die ordentlich bezahlen. Die Frage ist nur, warum sie dann keinen Tarifvertrag haben. Diese Frage müssen sich die Unternehmen gefallen lassen. Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht besuche und nicht mit ihnen spreche oder diskutiere. Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Das will ich an dieser Stelle klarstellen. (Beifall von der SPD.)
