Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Vor etwas mehr als 86 Jahren bin ich durch meine Geburt Deutscher geworden, und ich habe diese Staatsbürgerschaft bis heute behalten, mit einer Unterbrechung von zehn Jahren, als ich gleichzeitig noch Saarländer war. Das war von 1947 bis 1957, und ich habe mich eben bei einem Kollegen erkundigt, ich glaube, ich bin der Einzige hier im Raum, der jemals Saarländer mit saarländischer Staatsbürgerschaft war. Das Saarland war Mitglied der FIFA, Mitglied des Olympischen Komitees und so weiter. Wir haben in der Fraktion, man soll ja immer auch ein bisschen von der Praxis reden, ein paar Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, und zwei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter sind nichtdeutscher Herkunft. Sie sind inzwischen alle vier Deutsche, und sie reden perfekt Deutsch und haben die deutsche Kultur verinnerlicht. Und das war das, was der Kollege gemeint hat, diese Voraussetzungen haben sie alle erfüllt. Insofern sind sie ein Gewinn auch für unseren Staat, für Deutschland. Ich liebe nicht alle Deutschen, aber ich liebe zum Beispiel manche Nichtdeutsche, die Deutsche geworden sind. (Heiterkeit.) Ich meine jetzt nicht Liebe in dem Sinne von sexueller Liebe, sondern Liebe ‑ ‑ (Heiterkeit und Sprechen.) Man muss sich hier erklären, damit man nicht falsch ausgelegt wird. - Ich bin stolz auf meine Staatsbürgerschaft, und ich möchte es auch gerne bleiben. Deshalb bin ich schon dafür, dass unsere Staatsbürgerschaft, wie der Kollege das eben gesagt hat, nicht verramscht wird, sondern dass man wirklich etwas dafür tun muss. Der Kollege Siamcic ‑ ‑ (Abg. Dörr (AfD)) (Abg. Sisamci (SPD): Sisamci. - Sprechen bei der SPD-Fraktion.) Ich tue mich ein bisschen schwer damit, ich gebe es zu. - Er hat das richtig gesagt, wir sollten wirklich Wert darauf legen, dass jemand sich anstrengt, bevor er Deutscher werden kann. Es ist ja nicht so, dass Leute, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, bei uns schlecht aufgehoben sind: Sie können hier arbeiten, sie können hier wohnen, und wenn sie EU ‑ Bürger sind, können sie sogar immer hier wohnen. Sie sind eben nur nicht deutsche Staatsbürger. Ich bin schon der Ansicht, dass man, wie gesagt, diese Staatsbürgerschaft nicht verramschen sollte. Insofern neigen wir dazu, den Antrag der CDU zu unterstützen. - Danke. (Beifall von der AfD. - Sprechen.)
