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Friedrich Josef Dörr

AfD 09.10.2024 Sitzungen 17/30

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Tagesordnungspunkt. Ein großer Teil unseres Lebens ist ja Berufsleben. Wir werden natürlich auch erzogen, um ein erfülltes Leben zu führen, aber ein großer Teil auch dieses erfüllten Lebens ist unser Berufsleben. In meiner aktiven Zeit habe ich durch meine Schüler sehr viel mit Berufsschulen zu tun gehabt, und auch später als Abgeordneter und Beigeordneter im Regionalverband habe ich sehr viel mit Berufsbildungszentren zu tun gehabt. Wir brauchen einen Wechsel, zunächst mal einen Gesinnungswechsel, und zwar in die Richtung, dass wir nicht glauben, dass alle eine akademische Bildung anstreben müssten, nach dem Motto: „Mein Kind soll sich die Finger nicht schmutzig machen“ oder: „Meinem Kind soll es besser gehen als mir.“ Letzteres ist natürlich ein vernünftiges Anliegen, aber das heißt ja nicht unbedingt, dass ein Kind studieren muss. Wenn ich, wie gesagt, in meiner Zeit die Berufsschulen gesehen habe, dann habe ich die Schwierigkeiten der Kollegen gesehen, die es mit Schülern und Schülerinnen aus den verschiedensten Bildungseinrichtungen zu tun hatten. Da waren Kinder dabei, die keinen Hauptschulabschluss hatten, da waren Kinder dabei, die auf einer Förderschule waren, da waren Kinder dabei, die auf dem Gymnasium waren, sie kamen aus allen möglichen Einrichtungen und auch aus allen Altersgruppen. Es waren 15-Jährige da und es waren 30-Jährige da. Mit all diesen Schwierigkeiten mussten Berufsschullehrer fertigwerden. Das war immer schon ganz schwierig, deshalb gab es dort immer schon einen Lehrermangel und deshalb gab es auch immer schon Seiteneinsteiger, die eine Ausbildung hatten, die nicht immer genau zu dem, was sie unterrichten mussten, gepasst hat. Da kann man sich nur wundern und sehr dankbar sein, dass diese Männer und Frauen, die in diesen Schulen tätig waren, so Großartiges geleistet haben. Sie haben Großartiges geleistet, sie haben so Gutes geleistet, dass unser Berufsbildungssystem in Europa als Vorbild gilt. Jetzt zu dem Problem, vor dem wir aktuell stehen. Es gibt schon seit Jahren eine Missachtung dieser Institution, man stattet die Berufsschulen nicht in dem Maße, wie sie es bräuchten, mit Personal aus. Da kann man Zahlen nennen, wie man will. Man braucht ja nur in den Berufsschulen mal nachzuhören, das ist eine Tatsache. Es werden immer zuerst die Räder geölt, die am meisten quietschen, das sind nicht die Berufsschulen. Das heißt also, da besteht schon seit langer Zeit ein ständiger Personalmangel. Was die Kollegin Schmitt-Lang eben vorgetragen hat, deckt sich ziemlich genau mit dem, was auch meine Erfahrungen sind. Ich greife jetzt ein Beispiel heraus, und zwar das Beispiel der Schülerinnen und Schüler, die kein Deutsch können. Man kann sagen: „Ich bin für die Einwanderung von ausländischen Menschen“, oder: „Ich bin dagegen“, aber eines ist doch sicher: Wenn die Leute hier sind, dann ist es doch nur menschlich und normal, dass man sie schnellstmöglich und bestmöglichst eingliedert. Das gilt vor allem für die Jugend. Ich habe Asylkinder zu der Zeit, als sie überhaupt nicht schulpflichtig und schulberechtigt waren, schon in meine Schulen aufgenommen, weil ich das als Verbrechen angesehen habe, dass man die Leute zu Hause sitzen lässt und nicht ausbildet. Wenn es also Buben und Mädchen im schulpflichtigen oder im berufsschulpflichtigen Alter gibt, die kein Deutsch können, dann ist es doch wichtig, dass sie zuerst einmal Deutsch lernen. Natürlich können die auch im Umgang Deutsch lernen, sie lernen saarländisches Platt und sie lernen auch ein bisschen Hochdeutsch durch das Fernsehen. Sie lernen auch Deutsch in der Schule. Aber das genügt nicht! Sie müssen gut Deutsch können und sie müssen Deutsch können, um später auch die Fachsprache, die ja anspruchsvoller ist, zu verstehen. Das heißt, hier kann man nicht kleckern, hier muss man klotzen. Da kann man auch keine Probleme schönreden, man kann nicht sagen, wir haben schon dieses gemacht, wir haben schon jenes gemacht. Nein, man muss sich dort, (Abg. Dörr (AfD)) wo es brennt, voll einsetzen - zuerst dort, wo es brennt! -, und dann sehen, wie es weitergeht. Insofern können wir dem Antrag zustimmen. Es ist nur ein erster Schritt, das ist natürlich nicht alles so, wie wir uns das vorstellen; das ist wahrscheinlich auch nicht so gemeint. Es ist jedenfalls ein erster Schritt. Es ist mal auf das Problem aufmerksam gemacht worden und die ersten Schritte müssen unbedingt gegangen werden: mehr Personal und Deutsch lernen in der Berufsschule. - Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der AfD.)

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