Friedrich Josef Dörr
Gut. - Wir haben also damals den Antrag aus sachlichen Erwägungen eingebracht. Er ist von SPD und CDU einmütig abgelehnt worden. Die SPD hat dafür argumentiert, aber aus parteipolitischen Gründen dagegen gestimmt. Die CDU hat auch dagegen argumentiert. Es gibt in Deutschland Bundesländer, in denen das schon eingeführt ist. Man kann verschiedener Meinung sein. Warum haben wir es wieder eingebracht? - Aus sachlichen Erwägungen. Es ist nicht darstellbar, dass zum Beispiel bei der Europawahl, die gerade in diesem Jahr stattgefunden hat, junge Menschen mit 16 Jahren wählen dürfen, aber den Ortsrat in Fischbach nicht wählen dürfen. Irgendwas stimmt doch da nicht. Man kann doch nicht anführen, dass durch die Wahl von 16- oder 17-Jährigen das Staatsgefüge aus den Fugen gerät oder wir plötzlich irgendwo irgendwelche Kriege erklären. Erstens ist es nur ein verschwindend kleiner Teil der Wählerschaft. Zweitens sind diese Wähler meiner Meinung nach nicht unbedarfter als die Älteren. Oder sind Sie der Ansicht, dass alle älteren Menschen über 50 (Abg. Dörr (AfD)) oder über 80 immer richtig wählen? Dann müsste die CDU zum Beispiel alle, die nicht die CDU wählen, sondern die SPD oder die AfD, als nicht ganz just im Kopf betrachten. Ob jemand richtig wählt oder nicht, ist eine persönliche Sache beziehungsweise eine persönliche Beurteilung. Zurück zur Sache: Wir reden so viel davon, unsere Jugend zur Demokratie zu erziehen, und wir machen auch Modelle, wie wir das machen können: ein Jugendrat und dies und jenes. Zu einer Sache erziehen kann man aber am besten, wenn man sie mitwirken lässt. Das Wahlrecht ist ein Mitwirkungsrecht an unserem Staat. Wieso enthalten wir das unseren 16- und 17-Jährigen vor? Das ist nicht einzusehen. Inzwischen, liebe Kolleginnen und Kollegen, hat sich bei Wahlen übrigens herausgestellt, dass junge Menschen stärker als ältere Generationen die AfD wählen. Das hat uns sehr gefreut. Das wird Sie natürlich darin bestärken, unseren Antrag abzulehnen. Vielleicht täusche ich mich aber auch. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
