Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Der Idealzustand ist, bei angemessen großen Klassen in allen Schulformen genügend Lehrer zu haben. Das ist, seit ich das kenne, seit nach dem Kriege, noch nie erreicht worden. Man hatte entweder einen richtigen Mangel, dann hat man Vertragslehrer oder musisch-technische Lehrer eingestellt. Oder man hatte zu viele Lehrer, eine sogenannte Lehrerschwemme, dann gab es einen Einstellungsstopp. Aber das Gleichgewicht hat man bisher noch nie gefunden. Im Augenblick paart sich das auch noch mit einem allgemeinen Fachkräftemangel. Insofern kann man jetzt der Bildungsministerin auch keinen Vorwurf machen, dass wir Quereinsteiger brauchen. Nun sollten diese Quereinsteiger, diese Lehrpersonen, die nicht die volle Ausbildung haben, wenn sie eingestellt werden, auch die Möglichkeit einer Nachqualifizierung haben. Es wäre sehr wichtig, dass das mitbedacht wird. Was Herr Wagner eben hier angesprochen hat, dass auch Förderschul-Lehrpersonen hier im Saarland ausgebildet werden, haben wir schon vor zig Jahren gefordert. Die sind bisher in Stuttgart, Tübingen, Mainz und in Landau ausgebildet worden. Ich habe eine solche Ausbildung ja selber erlebt und es war nichts dabei, was wir nicht hier im Saarland mit unseren eigenen Leuten hätten machen können, zumal wir eine angesehene Universitätsklinik haben, wo diese Ausbildung oder Teile der Ausbildung angegliedert werden könnten. Um diese Situation, die wir jetzt haben, zu vermeiden, muss man den Lehrberuf attraktiver gestalten. Es sind schon ein paar Dinge angeführt worden, zunächst die Schnelligkeit der Einstellung. Dann gehört natürlich auch die Besoldung dazu. Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht schwächer besolden als Nachbarländer, als Rheinland-Pfalz zum Beispiel. Von Homburg nach Zweibrücken ist es ja nicht weit. Es geht auch um Ermäßigung von Funktionsstunden, Schulleitungsstunden und so weiter, wie gesagt, in vielen Bereichen muss man den Lehrberuf attraktiver machen. Das ist eine große Aufgabe. Jetzt wird dieses Quereinsteiger-Modell vorgeschlagen. Weil kein besseres da ist, sind wir auch dafür. - Herzlichen Dank! (Beifall von der AfD.)
