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Flora - Elisa Schröder

SPD 10.07.2024 Sitzungen 17/28

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben es schon mehrfach gehört: Die AfD fordert ein eigenes Schulsystem für sonderbegabte Kinder. Wir haben auch schon mehrfach darauf geantwortet. Gehen wir es noch einmal an. Wir im Saarland brauchen kein eigenes Schulsystem für Hochbegabte. Warum? - Weil es dafür keine Notwendigkeit gibt, denn die Schulen im Saarland sind inklusive Schulen. Das heißt, hochbegabte SchülerInnen werden an allen saarländischen Schulen in heterogenen Lerngruppen entsprechend ihrer Begabung und ihrer individuellen Bedürfnisse unterrichtet und gefördert. Dabei kommen je nach Lernstand, Vorwissen, Interessen, Motivation und besonderen Bedürfnissen der SchülerInnen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Die Grundlage hierfür bieten übrigens unsere Schulgesetze. Mein Kollege Sascha Haas hat bereits bei der letzten Debatte zum Thema unterstrichen, dass unser Ansatz der Begabtenförderung Teil der inklusiven Schulentwicklung ist und wir den Ausbau eines Bildungssystems unterstützen, das gemeinsam, differenziert und individuell auf die Bildungsbedarfe unserer SchülerInnen eingeht. Sehr geehrte Damen und Herren, wir im Saarland haben bundesweit eines der leistungsfähigsten Systeme zur Förderung von begabten und hochbegabten SchülerInnen. Unser Fördersystem für begabte Kinder und Jugendliche hält eine Vielzahl an integrierten und schulergänzenden Angeboten bereit, zum Beispiel Studientage, Denkwerkstätten, Fördergruppen oder auch Ferienakademien. Diese Angebote gelten für Kinder im Vorschulalter bis hin zur Oberstufe. Zentrale Anlaufstelle für die Begabtenförderung hier im Saarland - das haben Sie eben schon angesprochen - ist die Beratungsstelle (Hoch-)Begabung - BHB. Wie Sie auch schon erwähnt haben, gab es gestern einen Artikel in der Saarbrücker Zeitung. Die BHB kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Förderung besonders talentierter junger Menschen. Die Beratungsstelle selbst unterstützt auch die Bildungseinrichtungen bei der Weiterentwicklung eigener Förderkonzepte und bietet spezielle Qualifizierungsmaßnahmen und individuelle Betreuungsangebote für PädagogInnen. Für unsere Kinder und Jugendlichen bietet die Beratungsstelle schulintegrierte und außerschulische Programme an. Das Angebot ist so vielseitig, dass mittlerweile immer mehr Kitas und Schulen Teil dieses Netzwerks sind. Ein Zitat aus der Saarbrücker Zeitung ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin, zitiere ich: „Wenn die Flut kommt, steigen alle Schiffe.“ Dieser Satz der Leiterin der BHB, Sandra Behrend, unterstreicht den großen Vorteil von inklusiven Schulen. Sie hebt damit hervor, dass besonders interessierte SchülerInnen andere Kinder mitreißen, motivieren und auch beim Lernen unterstützen können. Ja, Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen können voneinander lernen. Dies fördert Empathie, Teamarbeit und soziale Kompetenzen - Fähigkeiten, die in unserer vernetzten Welt sehr wichtig sind. Eine Schule, in der alle Kinder gemeinsam lernen, ist der beste Weg, sich diese Fähigkeiten anzueignen. Sehr geehrte Damen und Herren, das breite Angebot, das wir im Saarland haben, hat sich bewährt. Deshalb sehen wir keine Notwendigkeit für ein eigenes Förderschulsystem und lehnen den Antrag ab. (Beifall von der SPD.)

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