Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Bei diesem Tagesordnungspunkt war ich eigentlich darauf gefasst, dass die SPD-Fraktion ein Bild einer Saarlandregion quasi als europäischer Vorreiter zeichnet und Dinge aufzeigt, wie das in Zukunft aussehen soll und woran man sich erbauen kann, damit man mit Freude zur Europawahl schreitet, und zwar in dem Bewusstsein, etwas für Europa getan zu haben. Allerdings habe ich jetzt feststellen müssen, dass es sich zu einer Art Wahlkampfveranstaltung entwickelt hat, wobei mir die Frau von der Leyen eigentlich sympathisch geworden ist. (Heiterkeit bei der SPD.) Sie hat meiner Ansicht nach eigentlich nicht so viel gebracht in den letzten Jahren. (Abg. Braun (SPD): Das ist eine Unver- schämtheit.) Dass sie anscheinend nicht ganz so geschlossen ist, hat sie mir sympathisch gemacht. Herr Theis hat vorgestellt, welche Kriterien gelten. (Abg. Theis (CDU): Sie erfüllen diese Kriteri- en nicht.) Auch der Rassemblement National und die anderen, wie sie auch heißen, müssen diesen Kriterien standhalten. Dann ist Frau von der Leyen jedenfalls nicht abgeneigt, eine solche Koalition oder Zusammenarbeit einzugehen - im Gegensatz zu den linken Kräften, die in Frankreich total zerstritten sind. Da gibt es vorneweg drei wichtige Gruppierungen, die überhaupt nicht miteinander können. Sie müssen sich dann auf europäischer Ebene Verbündete suchen. Da es bei links sozusagen große Ausschlussgebiete gibt, wird das ein bisschen schwieriger werden. Wir warten einmal gespannt ab. Das soll unsere Begeisterung für Europa allerdings nicht schmälern. Ich gehe immer noch gerne zur Europawahl, weil ich denke, dass es für unseren beziehungsweise den Teil des großen Erdteils Eurasiens wichtig ist, dass wir unsere Meinung äußern und ein Europaparlament wählen können. Wir im Saarland sollten unseren Beitrag leisten. Das ist unser Thema hier. Alles, was grenzverschwindend, nicht öffnend, sondern grenzverschwindend wirkt - unsere beiden Partner sind Luxemburg und Frankreich -, müssen wir sozusagen angreifen. Ich nenne nur noch ein Stichwort, weil meine Zeit abläuft. Wir dürfen nie vergessen - wenn es auch weh tut, das immer wieder zu hören -, dass Völkerverständigung nur durch Verständigung überhaupt geschehen kann, indem man nämlich die Sprache des Nachbarn spricht oder zumindest versteht. Alles andere geht nur halbherzig. Deshalb müsste hier nicht gekleckert, sondern geklotzt werden. Das wäre unser Beitrag für eine Modellregion Europa. - Danke schön. (Beifall von der AfD.)
