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Patrick Waldraff

CDU 13.03.2024 Sitzungen 17/23

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Indermark! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Obwohl wir bereits vor zweieinhalb Wochen zusammen - sowohl medial als auch über alle Parteien hier im Landtag hinweg - ausgiebig gefeiert haben, dass die Special Olympics im Jahr 2026 zu uns ins Saarland kommen und dieser Antrag der SPD-Fraktion, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr offensichtlich lediglich dazu dienen soll, noch einmal die Leistung der eigenen Landesregierung zu würdigen, will ich trotzdem sehr gerne nochmals das wiederholen, was ich bereits vor zwei Wochen gesagt habe: Das ist ein toller Erfolg für das Saarland und eine riesige Chance, unser Land einem breiten Publikum weit über seine Grenzen hinaus zu präsentieren. Deshalb begrüßen auch wir als CDU-Fraktion ausdrücklich, dass dieser Wettkampf 2026 bei uns im Saarland stattfinden soll. Wir erkennen den Einsatz der Landesregierung und insbesondere auch den Einsatz von Herrn Minister Jost, der sich im Hinblick auf diese Veranstaltung ganz besonders engagiert hat, selbstverständlich an. (Beifall von der CDU und bei der SPD.) Es ist schon einiges gesagt worden. Rund 13.000 Menschen werden im Juni 2026 zu den Nationalen Sommerspielen der Special Olympics im Saarland erwartet, darunter allein circa 4.500 Athletinnen und Athleten mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung. Man kann sich schon ungefähr vorstellen, welche Dimensionen diese Veranstaltung annehmen wird. Von daher ist auch davon auszugehen, dass bundesweit darüber berichtet wird und wir einmal mehr zeigen können, dass das Saarland ein Sportland ist, dass wir Großveranstaltungen können, dass Bewegung Spaß macht, dass Emotionen, Freude und Glücksgefühle zum Sport dazugehören - ich gehe davon aus, die entsprechenden Bilder wird es definitiv geben - und dass Sport auch maßgeblich dazu beitragen kann, dass auf das Thema Inklusion nicht nur aufmerksam gemacht wird, sondern auch ganz konkrete Fortschritte erzielt werden können, und zwar im besten Fall auch nachhaltig im Sinne einer zukünftig inklusiveren Gesellschaft. Ich begrüße es zudem sehr, dass Wettbewerbe an mehreren Orten im Saarland geplant sind und mit Forbach auch eine französische Stadt einbezogen werden soll. Dieses grenzüberschreitende Konzept war sicherlich mit ausschlaggebend dafür, dass das Saarland sich am Ende im Bewerbungsverfahren als Ausrichter durchsetzen konnte. Es unterstreicht auch erneut, dass wir zu Recht als europäischstes Bundesland Deutschlands gelten. Eine Chance liegt darüber hinaus sicherlich auch darin, dass die Landesregierung, wie der Saarbrücker Zeitung zu entnehmen war, plant, noch einige Sportstätten zu modernisieren. Dazu muss jetzt natürlich zeitnah geklärt werden, wo noch etwas zu machen ist. Daraus könnte sich dann - wie schon angekündigt - ein großes Infrastrukturförderprogramm ergeben. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es einen großen Sanierungsstau bei unseren Sportstätten hier im Saarland gibt, wäre das eine super Sache. Die Freude ist also riesig. Die Arbeit beginnt jetzt aber erst richtig. Vor der Landesregierung, dem Landessportverband, aber auch den saarländischen Kommunen, die ebenfalls einbezogen werden sollen, liegen nun große organisatorische und finanzielle Aufgaben. Unter anderem braucht das Saarland für die Spiele schätzungsweise über 2.000 ehrenamtliche Helfer, die über Schulen, Hochschulen, Sportvereine, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Kooperationspartner rekrutiert werden sollen. Das Saarland als Gastgeber muss sich zudem darum kümmern, dass Athleten, Trainer, Betreuer und Angehörige genügend zu essen haben. Das klingt zunächst trivial. Aber kalkuliert wird allein mit 11.000 Mittagessen am Tag. Das habe ich zumindest nachgelesen. Außerdem werden pro Nacht rund 9.000 Betten benötigt. Natürlich muss auch das umfangreiche Rahmenprogramm, das geplant ist, zunächst einmal organisiert und dann auf die Beine gestellt werden. Eine weitere Herausforderung wird sicherlich auch die Finanzierung des Ganzen. Insgesamt werden immerhin 5 Millionen Euro benötigt. 2 Millionen Euro sollen vom Land kommen. Einen entsprechenden Ministerratsbeschluss gibt es schon. Wichtig ist in diesem Zusammenhang - ich denke, das ist selbsterklärend, aber ich will (Abg. Waldraff (CDU)) es trotzdem ganz besonders betonen -, dass die Landesregierung die Kommunen und die Sportverbände ausreichend bei der Umsetzung dieser dezentralen Großveranstaltung unterstützt. Hierzu zählt ausdrücklich auch eine hinreichende finanzielle Unterstützung. Vor dem Hintergrund, dass die saarländischen Städte und Gemeinden nach wie vor zu den am höchsten verschuldeten in ganz Deutschland gehören und der politische Handlungsspielraum dadurch vor Ort ohnehin schon massiv eingeschränkt ist und es auch beim hochverschuldeten, strukturell unterfinanzierten Landessportverband nicht viel besser aussieht, darf die Landesregierung die Kommunen und den organisierten Sport im Saarland bei der Realisierung dieser Veranstaltung nicht alleine lassen. Aber wie ich schon gesagt habe, ich denke, das ist selbstverständlich. Abschließend will ich noch kurz auf die Kritik eingehen, die es schon wenige Tage nach der Vergabe der Nationalen Special Olympics 2026 aus den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarpfalz gegeben hat, denn dort sollen nach aktuellem Stand keine Wettbewerbe stattfinden. Mein Kollege Frank Wagner wird gleich noch detaillierter darauf eingehen. Ich will nur so viel sagen: Eigentlich sind wir im Saarland für unsere kurzen Wege bekannt und dafür, dass wir Konflikten vorbeugen, indem wir miteinander sprechen. Deshalb ist es mir ehrlich gesagt schleierhaft, warum es im Vorfeld der Bewerbung seitens der Landesregierung anscheinend keine Kontaktaufnahme zu den betroffenen Landkreisen gegeben hat. Sicherlich hätte man diese Situation, die wir jetzt haben, dadurch vermeiden und eine gemeinsame Lösung finden können. Dennoch freuen wir uns enorm auf die Spiele 2026 - das will ich zusammengefasst noch mal sagen. Es gibt noch viel zu tun, das ist klar. Wir werden uns als CDU selbstverständlich weiterhin konstruktiv einbringen, sodass wir am Ende hoffentlich alle zusammen ein tolles Fest feiern, an das wir uns noch lange erinnern werden. Daher werden wir diesem Antrag zustimmen. - Vielen Dank. (Beifall von der CDU.)

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