Flora - Elisa Schröder
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor knapp sechs Monaten ist mir passiert, was so vielen Tierbesitzer*innen schon einmal passiert ist, was sie wohl alle einmal durchmachen müssen: Mein Hund Timo ist gestorben. Was dies für mich bedeutet hat, was dies für andere Hundebesitzer*innen oder gar für ganze Familien bedeutet, verstehen viele von Ihnen hier im Raum. Egal, welche Größe das Tier hat, ob groß wie ein Pferd oder klein wie eine Maus - entscheidet man sich für ein Tier, gehört es einfach zur Familie, zum Alltag, zum Leben. In Sachen Tierschutz sollten wir aber nicht nur unsere individuellen ethischen Grundsätze prüfen, sondern auch einmal den Charakter unserer Gesellschaft hinterfragen. Denn jedes Jahr zu Weihnachten braucht es denselben Appell: Tiere sind Lebewesen, kein lebendiges Geschenk. - Sehr geehrte Damen und Herren, kein Haustier gehört unter einen Tannenbaum. Ein Haustier bringt Verantwortung mit sich, es braucht Aufmerksamkeit und Fürsorge. Kurz gesagt: Übernimmt man die Verantwortung für ein Haustier, muss dafür auch Zeit sein. (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Und doch ist die traurige Wahrheit, dass Tiere immer wieder entsorgt werden, weil sie doch zu unbequem sind. Eine Art Müllhalde für Haustiere sind unsere Tierheime geworden, dabei sollten (Abg. Schröder (SPD)) Tierheime als letzte Zuflucht für verlassene Tiere verstanden werden. Sie erinnern uns daran, dass wir alle Teil eines großen Netzwerks von Verantwortung und Mitgefühl sind. Sehr geehrte Damen und Herren, die Tierheime leisten großartige Arbeit. Danke für Ihren, danke für euren Einsatz, liebe ehrenamtliche Helfer*innen! (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Wie eben Petra Fretter bereits gesagt hat: Ja, die Kommunen sind für die Versorgung und Finanzierung unserer Tierheime verantwortlich, über Konsortialverträge handelt jeder Kreis die Finanzierung seines Tierheims selbst aus. Daher könnten wir als Land an dieser Stelle sagen, dass uns das nichts angehe. Aber wir haben einen anderen Weg gewählt. Ich bin sehr dankbar, dass sich unser Staatssekretär Sebastian Thul seit Monaten in einem sehr engen Austausch mit den Konsortialführern befindet und mit ihnen an einer konstruktiven Lösung für unsere Tierheime arbeitet. Danke für dein Engagement, lieber Sebastian! (Beifall von der SPD.) Es liegt aber auch in unserer Verantwortung als Gesellschaft, die Bemühungen der vielen Ehrenamtlichen, die Bemühungen der Katzenhäuser, der Auffangstationen und der Tierheime zu unterstützen. Wir können das tun, indem wir uns bewusst für Adoption entscheiden und indem wir uns gegen Tierquälerei aussprechen. (Beifall von der SPD.) Liebe Kollegin Petra Fretter, an dieser Stelle möchte ich mich bei dir als der tierschutzpolitischen Sprecherin der anderen demokratischen Partei in diesem Haus für dein jahrelanges Engagement im Tierschutz bedanken. Wir sind uns einig: Die Tiere in den Tierheimen und die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Aber es bedarf einer ehrlichen und vor allem einer realistischen Unterstützung. Ich weiß, dass du nur das Beste für unsere Tiere willst. Genau deshalb würde ich mir wünschen, dass hier realistische Anträge gestellt werden, nicht Schaufensteranträge, in denen einfach nur mehr Geld verlangt wird. Das Geld muss doch auch richtig eingesetzt werden, und vor allem müssen die Mittel auch abgerufen werden. Nur allein das Fordern von immer mehr Geld reicht nicht. Du weißt genauso gut wie ich, dass nicht nur die Tierheime Planungssicherheit brauchen, sondern auch die Landesregierung. Konkret gesagt: Die gewollten Projekte müssen auch in den Jahren 2024 und 2025 umgesetzt werden. Eines ist klar: Jetzt einen beliebigen Betrag in den Haushalt einzustellen, dessen Summe nur auf dem Papier gut aussieht, bringt nichts. Das hat uns leider die Vergangenheit bereits gezeigt. (Beifall von der SPD und Zurufe der Abgeord- neten Fretter (CDU).) Es ist unsere Pflicht als Gesellschaft, aktiv zu werden, über die Bedürfnisse von Tieren zu informieren und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Genau deshalb stärken wir, die SPD-Fraktion, die Tierschutzstiftung Saar. Die Stiftung soll das Bewusstsein in der saarländischen Bevölkerung für den Tierschutz wecken, denn die Tierschutzstiftung bringt Tierschützer*innen und Tiernutzer*innen an einen Tisch, und gemeinsam muss dann über Tierschutz für Haus-, Heim-, Nutz- und auch wildlebende Tiere gesprochen werden, denn nur gemeinsam kann der Tierschutz vorangebracht werden. Tierschutz dient aber nicht nur dem Wohlbefinden von Tieren, sondern auch der Artenvielfalt. Denn jede Art, jedes Leben, ob klein oder groß, spielt eine einzigartige Rolle und trägt somit zur Balance unseres Ökosystems bei. Doch durch viele Faktoren ist dieses Gleichgewicht ins Schwanken geraten. Allein in den letzten zwölf Jahren sind etwa ein Drittel der Vogelarten im Bestand zurückgegangen. Dabei tragen Vögel als natürliche Feinde von Schädlingen, Bestäuber von Blüten oder auch als Müllpolizei zu unserem Ökosystem bei. Um dem entgegenzuwirken, engagieren sich freiwillige Helfer*innen in der Wildvogelauffangstation, kurz WiVo. Hier werden verletzte, kranke und verwaiste Vögel gesundgepflegt und auf ihre Rückkehr in die Wildnis vorbereitet. Die Menschen, die sich hingebungsvoll um all diese Vögel kümmern, machen einen wunderbaren Job, und deshalb haben wir, die SPD-Fraktion, die Mittel im Haushalt erhöht. Ins Schwanken geraten ist auch unser Wald, vor allem durch den Klimawandel. Hitzeperioden, Dürrephasen oder Starkregenereignisse machen unserem Wald schwer zu schaffen. Daneben hat er auch mit Pilzerkrankungen oder Insektenbefall wie mit dem Borkenkäfer zu kämpfen. Im Kampf gegen die Klimakrise benötigen wir unbedingt intakte Wälder als Verbündete, und dazu brauchen wir neue Strategien und somit neue Wege. Nur so können wir unsere Wälder schützen. (Beifall von der SPD.) Unermüdlich sichern bereits die Mitarbeiter von SaarForst mit ihrer naturnahen Waldwirtschaft die vielfältigen Funktionen des Waldes und kümmern sich so um das Wohl unserer Wälder. Damit waren sie schon vor Jahren Vorreiter*innen. Sie sind nicht nur Forstpolizei, Naturschützer, sondern auch Waldpädagogen, und als Hauptakteure managen sie unsere Wälder. Vielen Dank für Ihren Einsatz! (Beifall von der SPD.) (Abg. Schröder (SPD)) Bei Wald denken wir auch an unsere Wälder in kommunaler Verantwortung. Um sie gegen die Folgen von Extremwetterereignissen zu wappnen, haben wir für Zuweisungen für Investitionen an Gemeinden und Gemeindeverbände in den nächsten beiden Jahren jeweils 95.000 Euro eingestellt. Dass der Wald mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen ist, da sind wir uns wohl einig. Er ist ein Ort der Ruhe und doch voller Leben. Sehr geehrte Damen und Herren, wir brauchen den Wald. Wir brauchen aber einen gesunden und intakten Wald als Verbündeten für uns und für den Klimaschutz. (Beifall von der SPD.)
