Nadia Schindelhauer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unser Saarland als Tourismusland, wer hätte das vor etwa zehn Jahren gedacht? So ist es, der Tourismus im Saarland boomt wie nie zuvor und bereichert das Saarland auf vielfältige Weise. Das Saarland mit seiner reichen Geschichte, seinen atemberaubenden Landschaften und warmherzigen Menschen ist mehr als nur ein Ort auf der Landkarte. Es ist ein Ort, der die Sinne anspricht und die Herzen erobert. Mit einem beeindruckenden Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, rund 32.000 Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in Höhe von derzeit 300 Millionen Euro ist die Tourismusbranche ein wichtiger Treiber in der Wirtschaft unseres Landes. (Beifall von der SPD.) Die Übernachtungszahlen in unserem Land sind um rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und haben damit abermals die Zahl von 3 Millionen Übernachtungen überschritten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das sind sehr gute Nachrichten für das Saarland. (Beifall von der SPD.) Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich beim Wirtschaftsministerium und insbesondere bei dir, Jürgen Barke, besonders bedanken. Aber mein Dank gilt auch Frau Birgit Grauvogel, der Leiterin der Tourismuszentrale des Saarlandes. Denn Sie haben erheblich dazu beigetragen, den Tourismus im Saarland zu stärken. Ich bin mir sicher, dass dies auch in Zukunft weiterhin mit vollem Einsatz geschehen wird. - Vielen Dank. (Beifall von der SPD.) Wer bei uns im Saarland Urlaub macht, der wird Wiederholungstäter, ganz nach dem Motto: „Wer einmal kommt, kommt immer wieder“. Aber hierfür ist nicht allein das Land verantwortlich, sondern auch unsere Kommunen sind wichtige Partner, die dabei unterstützen, das Urlaubsland Saarland im nationalen und internationalen Wettbewerb gut zu positionieren. Wir haben die hohe Bedeutung der Branche für das Saarland erkannt und wissen, Förderungen öffentlicher Tourismusinfrastrukturen sind zukunftsweisende Investitionen. Deshalb haben wir die Haushaltsansätze für die Jahre 2024 und 2025 um je 1,5 Millionen auf 5,5 Millionen Euro angehoben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein weiterer Grund, das Saarland zu entdecken, sind die kulturellen Schätze, die es zu bieten hat. Museen, Galerien, Veranstaltungen präsentieren die Vielfalt der saarländischen Kunst und Kultur. Mit der Stärkung kultureller Leuchttürme locken wir weitere Touristinnen und Touristen in unser Land und können auch die Saison deutlich verlängern. Hierzu trägt auch das jährlich stattfindende Max-Ophüls-Festival bei. Das ist ja heute schon mehrfach erwähnt worden, und gestern auch. Wir werden die Fördersumme des beliebten Festivals nochmals deutlich auf 200.000 Euro pro Jahr erhöhen. (Beifall von der SPD.) Ab Sommer 2024 werden darüber hinaus am Saarpolygon Opernfestspiele als Open-Air-Produktion stattfinden, aber auch das Apollon-Festival, welches das erste Licht- und 3D-Video-Mapping-Festival im Saarland ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit unseren kulturellen Leuchtturmprojekten werden wir für viele Touristinnen und Touristen Anziehungsmagnet sein. Die Übernachtungszahlen werden steigen, wovon auch nicht zuletzt die Hotellerie- und Gastrobranche, aber auch der Einzelhandel profitieren werden. Wir greifen hiermit den Veranstaltenden finanziell unter die Arme, um die Standortattraktivität des Saarlandes zu steigern und auch die Wertschöpfung in unserem Land weiter zu erhöhen. Zudem liegt ein großer Fokus auf dem Ausbau der Saarbrücker Congresshalle. Als modernes Messe-, Kongress- und Kulturforum hat sie nicht nur für uns Saarländerinnen und Saarländer eine große Bedeutung, sondern stellt auch eine zentrale Säule der Tourismuswirtschaft mit einer überregionalen Strahlkraft in die französischen Nachbarkommunen dar. Wir gestalten unseren Tourismusstandort noch attraktiver und sorgen dafür, dass sich der Saarland-Charme auch über die Landesgrenzen hinaus bemerkbar macht. (Beifall von der SPD.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte hier aber zwei wichtige Branchen nicht außer Acht lassen. Wir machen uns weiterhin stark für den Gastro- und Hotelbetrieb. Viele saarländischen Betriebe befinden sich nämlich am Limit und besonders der Fachkräftemangel macht ihnen zu schaffen. Daher ist es wichtig und gut, dass die Landesregierung dem entgegenwirkt und hierzu im kommenden Jahr eine Kampagne plant. (Beifall von der SPD.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist Weihnachtszeit, eine Zeit, die insbesondere für unseren Einzelhandel sehr arbeitsintensiv ist. Wir dürfen auch unsere Verkäuferinnen und Verkäufer, die jeden Tag im Laden stehen, hierbei nicht vergessen. Sowohl große Warenhäuser in Saarbrücken als auch viele kleine Läden in unserem Land kämpfen ums Überleben, und das nicht nur wegen der Konkurrenz durch den Online-Handel. Die Verunsicherung vieler Einzelhändlerinnen und Einzelhändler machen der Branche besonders stark zu schaffen. Die Gründe sind vielfältig: finanzielle Unsicherheiten, massive Lieferverzögerungen bei Waren, aber auch steigende Mieten sorgen immer mehr für Angst vor der Zukunft. Mit dem Zukunftskonzept „Handel für (Abg. Schindelhauer (SPD)) das Saarland 2030“ werden wir diesen Ängsten entgegenwirken und dem Handel das nötige Rüstzeug an die Hand geben. Eine lebendige Innenstadt lockt nämlich auch nichtsaarländische Gäste zu uns und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei. (Beifall von der SPD.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Saarland ist Dreh- und Angelpunkt Europas. Im Vergleich zu Berlin, München, Stuttgart, Köln oder Düsseldorf steigen wir hier in den TGV und sind in weniger als zwei Stunden in der Weltmetropole Paris. Von den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris profitiert nämlich auch das Saarland. Wie mein Kollege David Maaß gestern schon in seiner Rede erläutert hat, werden wir mit einer einmaligen Imagekampagne das Saarland als ganzjährige Outdoor- und Sportdestination, aber auch als Reisedestination vorstellen. Zum Abschluss meiner Rede möchte ich aber auch noch einen besonderen Fokus auf den Jugendtourismus legen. Gemeinsam mit Minister Magnus Jung habe ich vor einem Jahr erstmals „die Waldritter Südwest“ in Oberthal besucht. Sie sind eine beliebte Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche nicht nur aus Deutschland, sondern weltweit. Viele Kinder und Jugendliche zeigen großes Interesse an den Ferienfreizeiten im Saarland. Jugendherbergen und Freizeiteinrichtungen liegen meist im Grünen, mitten in der Natur, und bieten für junge Menschen Erholungsmöglichkeiten außerhalb des gewohnten Alltags. Es ist daher gut und wichtig, dass wir auch den Jugendtourismus in unserem Land stärken. Im Doppelhaushalt werden wir daher zusätzliche Mittel in Höhe von 200.000 Euro bereitstellen. Das ist eine Steigerung von 300 Prozent gegenüber 2023. Gefördert werden nämlich neben den weiteren Akteuren in dem Bereich auch die Naturfreunde Saarland sowie das Jugendherbergswerk. Lieber Magnus, auch wenn du jetzt nicht da bist, vielen Dank, dass du dies mit deiner Unterstützung möglich gemacht hast. (Beifall von der SPD.) Resümierend möchte ich eines festhalten: Trotz schwerer Zeiten während der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Nachwirkungen ist es uns gelungen, die Tourismusbranche gut durch die Krise zu bekommen. (Beifall von der SPD.) Die Verknüpfung von Haushalt und Tourismus schafft eine Win-win-Situation für das Saarland. Der Haushalt ermöglicht uns, in die notwendigen Betriebe zu investieren, um den Tourismus zu fördern. Ein blühender Tourismus ist natürlich wiederum eine wirtschaftliche Basis für unser Land. Ich appelliere an uns alle, gemeinsam an der erfolgreichen Entwicklung des Saarlandes zu arbeiten, indem wir die Herausforderungen des Haushalts und die Chancen im Tourismus entschlossen angehen. - Vielen Dank und Glück auf!
