Friedrich Josef Dörr
Ich weiß Bescheid, die brauche ich nicht. - Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich wollte eben etwas ausführlicher auf Frau Streichert-Clivot antworten, weil sie mich in ihrer Rede erwähnt hat. Das konnte ich nicht in aller Ruhe machen. Ich beende das mit dem, was ich als Schluss sagen wollte. Ich schreibe wieder ein paar Sachen, auch über Schule, ich tue dies in Häppchen, damit man das lesen kann, ohne dass man sich ein Wochenende Urlaub nehmen muss. Ich habe ein Heftchen, das ich schon vor 20 Jahren geschrieben und jetzt veröffentlicht habe. Es heißt „Ein Leben für die Schule“. Das zweite ist auch schon da und heißt „Die allumfassende Schule“. Das dritte Heft ist im Druck, es heißt „Die entfesselte Schule“. Die gebe ich Ihnen alle einmal zum Lesen. Ich möchte auf das, was Sie gesagt haben, nur in einem Punkt, nämlich Demokratiebildung für unsere Kinder, antworten. Es wird immer so viel von Demokratie gesprochen. Ich habe hier auch schon gesagt, dass die Demokratie politisch das höchste Gut ist, das wir haben, denn da könnten wir, wenn wir wollten, selbst unser Schicksal in die Hand nehmen. Das konnte man bei einem König, Kaiser oder Diktator nicht. Das ist also unsere Sache. Es ist ein Gut, das unsere Eltern für uns erkämpft haben. Wir besitzen dieses Gut der Demokratie, sollten es bewahren und müssen es auch weitergeben. Die Demokratie ist nicht gefährdet durch die Menschen, die im Saarland oder in Deutschland leben. Sie ist gefährdet durch die Politiker. (Abg. Maaß (SPD): Sie ist durch euch gefähr- det!) Das sind diejenigen, die die Demokratie gefährden. Sie gefährden sie dadurch, dass sie die Demokratie in ein schlechtes Licht setzen, indem sie das Land zum Beispiel nicht gut regieren, indem der eine oder andere korrupt ist, straffällig ist und so weiter und so fort. (Zurufe von der SPD.) Es sind nicht die normalen Leute, die die Demokratie gefährden, es sind die Politiker. Es sind oft diejenigen, die am meisten das Wort im Munde führen, wobei ich damit niemanden in unserem Raum meine. (Abg. Arweiler (SPD): Nein, natürlich nicht!) Jetzt kommen wir zur Schule zurück. Da sieht man, wie eine Symptombehandlung oder eine Oberflächenbehandlung eine scheindemokra- (Abg. Dörr (AfD)) tische Erziehung ist. Ich habe Schulen geleitet, ich habe Schule gelebt. Das Schulmitbestimmungsgesetz ist eine gute Sache, wenn es nicht ins Einzelne geht, wenn es einfach bestimmt, dass in der Schule die Beteiligten - - (Lachen und Sprechen des Abgeordne- ten Commerçon (SPD).) Für Herrn Commerçon ist ja immer alles so lustig, nur wenn er selbst hier steht, kann er keinen Zwischenruf ertragen. (Abg. Commerçon (SPD): Jeden!) Herr Commerçon, Sie waren lange Kultusminister, Sie hätten in dem Bereich viel tun können. (Abg. Commerçon (SPD): Ich habe viel getan in dem Bereich!)
