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Julia Harenz

SPD 12.12.2023 Sitzungen 17/20

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch ich freue mich, heute noch zum Wissenschaftshaushalt sprechen zu können. Wissenschaft und Forschung sind für uns keine Nebenschauplätze, sie sind ganz entscheidende Treiber für den erfolgreichen Strukturwandel bei uns im Saarland. Es geht darum, aus den besten Ideen in den Hörsälen neue Arbeitsplätze und neue Wertschöpfung entstehen zu lassen. Und es geht ebenso darum, dass an den Hochschulen in unserem Land die Fachkräfte der Zukunft ihr Handwerk erlernen können. Dazu tragen sowohl die htw als auch die Universität des Saarlandes massiv bei, indem sie ihr Studienangebot stetig an den Erfordernissen der neuen Zeit ausrichten. So bieten sie zahlreiche berufsbegleitende Teilzeit- und Vollzeitstudiengänge an und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Lieber Herr Reiter, es gibt bereits Gespräche zwischen den beiden Ministerien, dem Bildungsministerium und dem Wissenschaftsministerium, um sich auch die Lehramtsausbildung anzuschauen und zu betrachten, was man dort idealerweise noch wie verbessern könnte. Die Hochschulen setzen aber auch voll auf die anerkannten Schwerpunkte, etwa im MINT-Bereich, wo der Fachkräftebedarf besonders groß ist. Deshalb bin ich auch sehr froh, dass wir mit diesem Doppelhaushalt das Zentrum für MINT und didaktische Methoden in den nächsten beiden Jahren mit zusätzlich rund 50.000 Euro pro Jahr unterstützen werden. (Beifall von der SPD.) Das ist, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein ganz entscheidender Schwerpunkt, damit die Fachkräfte der Zukunft hier im Saarland beste Studienbedingungen vorfinden. Das MIND-Labor der htw Saar leistet bereits seit einigen Jahren hervorragende Arbeit, denn es ermöglicht den Studierenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Inhalten. (Abg. Harenz (SPD)) Dies ist gerade jetzt, da wir leider in vielen naturwissenschaftlichen Fächern sogar einen Rückgang beobachten müssen, von ganz entscheidender Bedeutung. Denn diesen Trend müssen wir umkehren: Fachkräfte aus den MINT-Fächern werden ganz entscheidend dazu beitragen, dass die Herausforderungen des Klimawandels und der Transformation bewältigten werden können, zugleich werden damit einhergehend Chancen für das Saarland nutzbar gemacht. Deshalb legt das MIND-Labor einen weiteren Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung: Gerade in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern haben wir hohe Abbrecherquoten und leider auch häufig zu wenige Neueinschreibungen. Das MIND-Labor schafft zahlreiche Angebote und Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sich mit MINT-Themen spielerisch und experimentell auseinanderzusetzen. Und das gilt auch besonders für junge Mädchen. Es ist einfach nicht wahr, dass Mädchen besser etwas mit Medien oder Sprachen lernen sollten und Jungs etwas über Maschinen und Zahlen. (Beifall von der SPD.) Laut einer Studie gibt es zwischen Mädchen und Jungen in der Klassenstufe 9 nämlich gar keine signifikanten Unterschiede digitaler Kompetenzen. Aber schaut man sich einmal in den MINT-Berufen um oder auch in den entsprechenden Studiengängen, dann fällt auf, dass dort kaum Frauen zu finden sind. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass aus historisch gewachsenem Denken die Gesellschaft Männer von Anfang an mehr für diese Berufe motiviert als Frauen. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unser Land will und kann nicht auf Ingenieurinnen, Maschinenbauerinnen, Physikerinnen oder Informatikerinnen verzichten. Mithilfe des MIND-Labors können wir also einen Beitrag dazu leisten, dass diese Hürden abgebaut werden und sich mehr Mädchen für MINT-Berufe und Studiengänge begeistern. Ich will aber auch ein zweites, spannendes Projekt nennen, das unser Ministerium maßgeblich begleitet hat. Kürzlich konnte die UdS gemeinsam mit dem August-Wilhelm Scheer Institut eine tolle Neuigkeit verkünden, die Gründung einer Professional School namens Scheer School of Digital Sciences at Saarland University. Um was geht es da genau? Es geht darum, mehr Fachkräfte für die digitale Transformation auszubilden. Das richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Saar-Unternehmen, das richtet sich aber ebenso an exzellente Fachkräfte von außerhalb, die hier einen Bachelor, Master oder MBA erwerben wollen. Die praxisintegrierten Studiengänge verbessern den Wissenstransfer und erleichtern Start-up-Gründungen. Und was besonders gut ist: Die Konzeption der School wird eng in Abstimmung mit der Saarwirtschaft erfolgen. Damit schaffen wir hier einen echten Mehrwert für alle: für Unternehmen, die die digitale Transformation als Chance begreifen, aber auch für Fachkräfte, die hier exzellente Fähigkeiten für die Arbeitsplätze von morgen erlernen. (Beifall von der SPD.) Denn mit der School sorgen wir dafür, dass das Saarland durch ausreichend viele exzellente Fachkräfte die Chance der Digitalisierung ergreifen wird. Und deshalb ist es auch ein ganz besonderes Zeichen, dass mit August-Wilhelm Scheer einer der bekanntesten und ein vielfach prämierter, mit der UdS verbundenen Gründer und Unternehmer mit uns gemeinsam im Boot sitzt. Er ist Vorbild und Ideengeber zugleich. Und er wird gemeinsam mit der Universität diese School zu einem echten Aushängeschild für unser Land machen. Lieber Jakob von Weizsäcker, herzlichen Dank an alle, die dieses wichtige Projekt gemeinsam mit der Landesregierung und unterstützt durch den Transformationsfonds ermöglicht haben. Chapeau für diesen tollen Erfolg! (Beifall von der SPD.) Das gilt ebenso für die Forschungskooperation, die das Land mit Intel geschlossen hat, die erste Kooperation dieser Art in ganz Deutschland. Auch das unterstreicht die große Bedeutung, die der Saar-Informatik als Treiber der Transformation im Land beigemessen wird. Sie sehen also, dass vieles im Bereich der Wissenschaftspolitik bereits in den ersten eineinhalb Jahren der neuen Landesregierung erfolgreich angestoßen werden konnte. Und das Saarland? Unser Saarland hat viele Chancen, die das Wissenschaftsministerium jetzt gemeinsam mit den Hochschulen ergreift. Dazu gehört auch, dass wir den Campus der Universität des Saarlandes als Ort zum Forschen, Leben und Lernen stärken und damit auch die Attraktivität unserer Universität steigern. So ist die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum, wie meine Kollegin eben schon erwähnt hat, im Umfeld der Universität ein ganz wichtiger Faktor bei der Wahl des Studienortes. Und wie wir wissen, fehlen schon seit einiger Zeit Wohnheimplätze, aus welchen Gründen auch immer. Dieses Problem lag lange brach. Gut, dass sich unsere Landesregierung direkt nach Amtsantritt darum gekümmert hat, sodass bereits am 20. November dieses Jahres der Spatenstich des ersten Bauabschnitts der geplanten neuen Wohnheime stattfinden konnte. (Beifall von der SPD.) Und dabei geht es nicht um teure Wohnungen, die sich sowieso kein Studierender leisten kann. Nein, es geht um bezahlbaren Wohnraum. Liebe Kolleginnen und Kollegen, um ein solch komplexes Projekt in so einer kurzen Zeit umsetzen zu können, bedarf es einer exzellenten Zu- (Abg. Harenz (SPD)) sammenarbeit aller Beteiligten. Daher möchte ich unserem Bauminister Reinhold Jost und unserem Wissenschafts- und Finanzminister Jakob von Weizsäcker, aber auch den Arbeitsebenen und allen anderen Beteiligten ganz herzlich danken. Denn dies ist ein wichtiger Schritt, um den Campus als attraktiven Ort zum Forschen, Leben und Lernen zu stärken. Und für die Studierenden wird es auch mehr als nur ein Gebäude sein - es wird ihr Zuhause. (Beifall von der SPD.) Mit unserer Landesregierung tut sich einiges auf dem Campus. Denn der Spatenstich für das Wohnheim ist kein Einzelfall, auch nicht im Bereich Bauen. Bereits im Frühjahr fand der Spatenstich für den Neubau der Philosophischen Fakultät statt. Im Sommer fand dann die Grundsteinlegung des Zentrums für Biophysik statt. Und, meine Damen und Herren, auch die kommenden Jahre werden ganz entscheidende Jahre für die Zukunft unseres Wissenschaftsstandorts Saarland. Mit diesem Doppelhaushalt, aber auch mit dem Transformationsfonds schaffen wir die Grundlage, damit das Saarland auch all seine Chancen nutzen kann. - Vielen Dank. (Beifall von der SPD.)

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