Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Saarländerinnen und Saarländer! Also eines kann ich feststellen: Es hat sich inzwischen rumgesprochen, dass durch die illegale Migration und Einwanderung nach Deutschland nicht zu bewältigende Probleme entstanden sind. Die ganze Geschichte dauert schon mindestens acht Jahre. Aber, Herr Kollege Haas, daran hat nicht der Kollege Schaufert Schuld. Er war weder Bundeskanzler noch Ministerpräsident. Daran hat auch nicht die AfD Schuld, wir haben bisher nur Opposition spielen können, wir konnten nichts tun. Daran haben die Parteien Schuld, deren Fraktionen hier sitzen, die SPD-Fraktion und die CDU-Fraktion, aber niemals die AfD-Fraktion. Zweitens, der Kollege Haas hat den Schuss anscheinend immer noch nicht gehört und ist dabei, Märchen in die Welt zu setzen oder zu verbreiten oder langsam glauben machen zu wollen, dass die Gastarbeiter, die nach Deutschland gekommen waren, Deutschland nach dem Kriege wiederaufgebaut hätten. Von Integration, Herr Haas, brauche ich mir von Ihnen nichts sagen zu lassen. (Abg. Haas (SPD): Sie haben das ja alles miterlebt!) Ich habe Integration betrieben. Ich habe in meinen Schulen über Jahrzehnte Kinder integriert, die aus Italien, die aus Spanien kamen, ich habe auch zwei italienische Schwiegertöchter. Ich habe etwas getan, ich habe nicht nur geredet. Ich brauche mir von Ihnen nicht sagen zu lassen, dass ich zum Beispiel in einem rückwärtsgewandten Weltbild verharre. (Abg. Haas (SPD): Sie haben in Ihrem Antrag stehen, dass diese Menschen hier keine Hei- mat haben dürfen. Lesen Sie mal Ihren Antrag!) Jetzt sage ich Ihnen, wir haben drei Anträge gestellt. (Sprechen bei der SPD.) Ja ja, jetzt sage ich Ihnen mal - da komme ich auf die Bitte von Herrn Maaß zurück -, wie das nach dem ‑ ‑ (Erneutes Sprechen bei der SPD.) Ja, das ist natürlich spaßig, weil das ja ein spaßiges Thema ist, nur für die Leute, die betroffen sind, ist das überhaupt kein spaßiges Thema. Ich habe es erlebt und außer mir ist niemand hier, der es erlebt hat. Da war Krieg in ganz Deutschland und da ist auch geflohen worden in Deutschland, da sind Leute ausgebombt worden, auch hier in Saarbrücken. Die ganze Familie ist dann nach Quierschied in ein Zimmer gezogen und so weiter. Das haben wir hier gehabt. Es war Krieg und es gab Flüchtlinge und die Flüchtlinge sind in Deutschland geflohen, nicht aus Deutschland geflohen. Wenn wir jetzt Flüchtlinge haben, müssen wir unterscheiden: Es gibt viele Leute, die zu uns kommen, darunter auch welche, die keinen Grund haben. Es gibt auch die, das können Sie nicht abstreiten. (Zuruf des Abgeordneten Haas (SPD).) Aber man kann überhaupt nur feststellen, wer zu uns kommt, wenn man die Leute kontrolliert. Wir sind von Anfang an gegen die illegale, unkontrollierte Einwanderung gewesen. Das ist nämlich der Punkt: Wenn ich nicht kontrolliere, wie will ich denn dann, wenn ich jemanden abschiebe, weil er nicht zu uns gehört, dafür sorgen, dass der nicht drei Tage später wieder einwandert? Hier werden viele Lippenbekenntnisse von sich gegeben und die Taten fehlen danach. Was muss geschehen? Es ist ein komplexes Thema und wenn der Herr Haas meint, wir müssten die Ursachen bekämpfen, dann weiß nicht, wie ich das qualifizieren soll. In Afrika gibt es inzwischen 2 Millionen Menschen. So viele Millionen Menschen waren auf der ganzen Erde, als ich in der Schule war. (Zuruf von der SPD.) 2 Milliarden, Entschuldigung! Das sind jetzt in Afrika 2 Milliarden Menschen und sie werden zu uns kommen! Nicht alle, aber sie werden zu uns kommen wollen. Wir müssen jetzt schon überlegen, wie wir dieses Problem meistern. Das geht nicht unkontrolliert. Wenn hier von Humanität geredet wird, möchte ich auf die Bibel verweisen, ich habe sie damals einige Male gelesen, weil es keine anderen Bücher gab. (Abg. Haas (SPD): Sie haben sie mitgeschrie- ben.) Da steht zum Beispiel drin: „Liebe deinen Nächsten.“ Das wird auch erklärt. Der Nächste, das war der Samariter, der dorthin gekommen ist, wo der Verletzte lag. Das war nicht irgendeiner. Und unsere Nächsten, das sind unsere Leute in unserer Straße, in unserem Dorf, in unse- (Abg. Dörr (AfD)) rem Land! Das sind unsere Nächsten! Von denen sind wir gewählt worden, um für sie zu sorgen. Das ist Humanität. (Abg. Conigliaro (SPD): Das ist falsch.) Das Zweite, was Humanität ist: Wenn wir Fachleute, Facharbeiter brauchen und nicht in der Lage sind, unsere eigenen Arbeiten zu machen - das muss man sich einmal überlegen, wir sind als großes Volk, als großer Staat nicht in der Lage, unsere eigenen Arbeiten zu machen -, dann holen wir den Entwicklungsländern ihre Elite ab. Ist das human? Dann sage ich Ihnen noch etwas, da komme ich wieder zu Herrn Maaß. Nach dem Kriege gab es viele Dinge nicht, die wir heute für selbstverständlich halten. Abgesehen von Nahrung, Kleidung, gab es auch keine Seife, es gab viele Dinge nicht. Warum gab es dies nicht? Weil 11 Millionen Männer - 11 Millionen! - in Gefangenschaft waren, sie waren nicht zu Hause. Zu Hause haben die Frauen Deutschland nach dem Krieg aufgebaut. Die Frauen haben es gemacht! Das sollten auch die Frauenverbände mal stärker hervorheben. Es waren die Frauen, die Kinder und die alten Männer, die Deutschland aufgebaut haben. Wer hat denn da den Fachkräftemangel beseitigt? Das musste man selbst tun! Wir sind dafür, dass die illegale Einwanderung total gestoppt wird. Die Leute aber, die zu uns kommen, die ein Recht dazu haben, müssen integriert werden. Wir sind nicht gegen Asyl, die Leute, die ein Bleiberecht in Deutschland haben, müssen integriert und nicht halbherzig rumgeschoben werden, dass man ihnen erlaubt, ohne Arbeit zu leben und so weiter. Wir haben hier drei Anträge gestellt, das waren im Grunde nur Teile eines großen Problems, das wir angesprochen haben, um die Diskussion - das ist hier ja auch gesagt worden - in Gang zu setzen und in Gang zu halten, weil viele Leute den Schuss noch nicht gehört haben. - Herzlichen Dank! (Beifall von der AfD.)
