Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Unser wichtigstes Lebensmittel - das wissen wir alle - ist das Wasser. Wir brauchen es nicht nur zum Trinken, es wird auch von den Gärtnern und der Landwirtschaft gebraucht, um unsere Nahrung herzustellen. Wasser hat auch andere Aufgaben. Wir gewinnen durch Wasser Energie. Wasser in Form von Kanälen und Flüssen dient dazu, dass wir Waren über das Wasser bewegen können und so weiter. Unser Antrag zielt nicht darauf beziehungsweise wir wollen nicht vorgeben, dass in der Wasserwirtschaft bisher nie etwas getan wurde oder dass das insgesamt nicht funktioniert. Wir wollen aber darauf aufmerksam machen, dass durch eine Veränderung unseres Klimas, die wir - entgegen allem, was immer behauptet wird - nie geleugnet haben, weil es sie, solange die Welt besteht, schon immer gegeben hat, in anderen Gebieten der Welt und auch Europas Probleme entstanden sind, die wir in der Gegenwart meistern müssen. Wir müssen sie jetzt insbesondere untersuchen und dann für die Zukunft planen. Das Wasser ist nicht nur ein Segen für uns, sondern auch eine Gefahr. Da brauchen wir nicht Libyen zu betrachten, was noch einigermaßen weit weg liegt, wo Verheerendes mit einer unheimlichen Zahl von Toten geschehen ist. Hier bei uns in Deutschland haben wir im Ahrtal erlebt, dass von heute auf morgen über 100 Menschen ihr Leben verloren haben, Häuser und Landschaften zerstört wurden und so weiter. Selbst im Saarland, in meiner Gemeinde Quierschied gab es am 03. Juli vor ein paar Jahren auch ein Unwetter, oder in Kleinblittersdorf. Das ist da. Damit ist zu rechnen. Wir müssen also Wege finden, wie wir diesen Gefahren begegnen. Das ist nicht einfach. Wir haben im Gebiet Saar-Lor-Lux nach gemeinsamen Maßnahmen gesucht, was wir also gemeinsam in Luxemburg, Lothringen und hier im Saarland machen könnten. Wir sind auf die Idee gekommen, zu überlegen, wie wir einem eventuellen Hochwasser begegnen können. Was haben wir gemacht? Wir haben uns unter anderem in Maastricht umgehört, wo es zwei Mal eine gewaltige Flut gegeben hat. Man hat uns dort gesagt, die Sache sei nicht so einfach, wie man glaube. Man habe nach der ersten Flut Dämme gebaut und bei der zweiten Flut, die von der anderen Seite gekommen sei, hätten genau diese Dämme die Flut aufgehalten. - Es ist also ein schwieriges Problem. Deshalb muss man sich sehr ernsthaft damit befassen. Noch ein Punkt zu unserem Nachbarland Frankreich: Wer „La Gloire de mon père“ von Marcel Pagnol gelesen hat, weiß, dass es im Département Var schon mal üblich war, dass es Trockenzeiten gab. Man hat Trockenzeiten aber niemals mit der Normandie in Verbindung gebracht oder mit anderen sogenannten grünen Landschaften in Frankreich. Dort ist es aber so weit. Sie wissen von mir, dass ich täglich französischen Rundfunk höre. Ich bin also ziemlich genau informiert. Da gibt es schon regelrechte Kriegsszenarien und Verteilungskämpfe um das Wasser. Es war in diesem Jahr nicht so schlimm, wie man befürchtet hat. Das heißt, man ist schon gewappnet und befürchtet, was vielleicht im nächsten Jahr passieren kann. Wir können nicht sagen, das ist Frankreich und die Spanier haben das Problem sowieso auch. Nein, das kann uns auch treffen. Wir können vieles besser machen. Ich nenne mal ein Beispiel, was unser Trinkwasser betrifft: Es ist - das darf man gar keinem sagen - widersinnig, dass wir mit hervorragend aufgearbeitetem Trinkwasser unsere Toiletten spülen, das ist eigentlich unvorstellbar, oder unsere Autos waschen. Es gibt aber viele solche Dinge, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Jetzt ist Frau Rehlinger im Moment nicht da, aber sie wird es wohl erfahren. (Zurufe aus der SPD: Sie sitzt da vorne in den Reihen der Abgeordneten. - Da sitzt sie doch, inkognito.) Unsere Anregung ist, dass das ein zentrales Thema unserer saarländischen Regierung sein soll und man auf der Grundlage von Tatsachen und Erfahrungen anderer Länder Pläne aufstellt, die uns davor bewahren, dass wir Trinkwasserschwierigkeiten bekommen oder von Wassermassen geschädigt werden. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
