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Maximilian Raber

SPD 20.09.2023 Sitzungen 17/17

Werte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Am 14. Juli 2021 warnt der Deutsche Wetterdienst vor extremen Unwettern in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der sonst so idyllisch fließende Fluss Ahr tritt durch anhaltenden Starkregen immer weiter über die Ufer. Aus dem vergleichsweise kleinen Fluss wird zunehmend ein reißender Strom. Das Gewässer, das am Vormittag des 14. Juli an einer Stelle noch einen Pegelstand von 1,36 m aufwies, steigt bis 23.00 Uhr auf geschätzte 6,6 m an. Es reißt ganze Häuser, Brücken, Straßen, Bahntrassen und vieles weitere mit sich. Am Morgen des 15. Juli geht die Kreisverwaltung Ahrweiler von 1.300 vermissten Personen aus. Insgesamt werden 135 Menschen ihr Leben verlieren. Es ist eine Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß, die uns alle auch noch jetzt betroffen macht. In den schrecklichsten Momenten, in den schlimmsten Krisen zeigt sich jedoch auch, zu welcher Leistung unsere Gesellschaft imstande ist. Neben einer nie dagewesenen Spendenbereitschaft im ganzen Land sind es vor allem die Helferinnen und Helfer, die unsere Mitmenschen in den krisenerschütterten Gebieten nicht im Stich lassen. Aus dem ganzen Bundesgebiet treffen in den folgenden Tagen Hilfskräfte der Bundeswehr, von THW, Feuerwehren, Rotem Kreuz, DLRG, ASB, Maltesern, Johannitern und vielen weiteren Organisationen ein. 100 Tage nach der Flut geht man von circa 80.000 Helferinnen und Helfern aus, die in der Region im Einsatz waren. Auch aus unserem Bundesland kamen Kräfte dem vom Unwetter stark betroffenen Nachbarbundesland zu Hilfe. So war etwa der Wasserrettungszug des DLRG Saarlouis zusammen mit Kräften aus St. Wendel in Kordel im Einsatz. Die THW Ortsverbände aus St. Wendel und Wandern sowie Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Freisen und Marpingen unterstützten die Einsatzkräfte bei Bitburg. Weitere 1.700 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisation aus dem Saarland werden unmittelbar nach den Ereignissen ebenfalls ins betroffene Gebiet fahren. Eines verbindet die Helferinnen und Helfer, die aus dem Saarland unseren Nachbarn zu Hilfe eilen: Ihnen sind die Menschen in der Krisenregion nicht egal. Sie wollen vor Ort unterstützen, mit anpacken, schlicht und ergreifend helfen. Und das gilt nicht nur in der akuten Katastrophenlage, sondern auch danach. Während das Wasser abfließt, werden die Schäden in ihrem ganzen Ausmaß sichtbar. Während die Katastrophenlage beendet wird, bleiben einige Hilfskräfte trotzdem vor Ort und helfen weiter. Aber sobald die Katastrophenlage oder das Großschadensereignis als beendet gilt, ist auch die Gleichstellung der Helferinnen und Helfer beendet und damit auch die Gleichstellung bei Freistellung, Lohnfortzahlung oder Haftungsfragen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, für unsere Fraktion gilt: Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen engagieren sich für unsere Sicherheit. Sie helfen unseren Bürgerinnen und Bürgern in Notlagen und leisten einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft - und zwar ganz egal, für welche Hilfsorganisation sie im Einsatz sind. Und dementsprechend müssen wir sie auch behandeln.

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