Raphael Schäfer
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute ist leider keine Sternstunde des Parlamentes, was den Saarsport anbelangt. Ich möchte verschieden Dinge so darstellen, wie sie abgelaufen sind. Wir als CDU-Landtagsfraktion sind seit vielen Monaten mit den Sportfachverbänden im Austausch. Ich kann wirklich sagen, dass mein Kollege Patrick Waldraff dort einen hervorragenden Job macht. Er genießt sehr große Anerkennung für sein Engagement bei den Sportfachverbänden. Die Sportfachverbände sagen uns ganz klar, dass sie mehr Geld im System brauchen. Da stelle ich mir die Frage nach den Ausführungen, die der Kollege Maaß hier gemacht hat. Ist euch das denn klar? Ganz ehrlich die Frage: Ist jeder von euch beim Saarsport, ist jeder von euch dort vernetzt, um diese Frage beantworten zu können? Ich mache das wirklich mit ganz viel Herzblut als stellvertretender Präsident der Leichtathletik, ich darf auch ganz viele herzliche Grüße von meinem Präsidenten Lothar Altmeyer, der ein anerkannter Fachmann im Saarsport ist, ausrichten. Ich kann nur vernehmen, das scheint wirklich nicht der Fall zu sein. Die vorhandenen Gelder reichen nicht aus. Das haben uns die Sportfachverbände klar gesagt. Sie bitten uns quasi, parteipolitisch an einem Strang zu ziehen und etwas für den Saarsport zu machen. Diese Bitte richte ich heute noch einmal an Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich will wirklich sagen, auch wenn das irgendwie falsch verstanden wurde: Ich bedanke mich beim Sportminister Reinhold Jost, (Beifall bei der SPD.) Er gibt für den Saarsport mit den vorhandenen Mitteln, die wir zur Verfügung stellen, wirklich alles. Davor habe ich größten Respekt. Ich habe gar kein Problem damit, das auch öffentlich zu sagen. Reinhold weiß das auch. Ich glaube, was das Thema Sport angeht, schätzen wir uns wirklich sehr. Der Punkt ist aber: Die Gelder, die wir als Landtag zur Verfügung stellen, reichen eben nicht, auch nicht die Gelder, die von Saartoto genannt wurden. Das ist das zentrale Problem. (Zuruf des Abgeordneten Maaß (SPD).) Ich will deswegen noch einmal klar die Frage stellen: Ist jedem von euch bewusst, dass, wenn es auf der Zeitachse keine strukturellen zusätzlichen Gelder gibt, einige Sportarten demnächst, was den Leistungs- und Spitzensport in diesem Land angeht, den Offenbarungseid leisten müssen? Ist das euch klar? Ich will es auch erklären. Wenn man die Sportfachverbände vergleicht, was die Situation in anderen Bundesländern anbelangt, dann sieht man, dass sie ganz andere Möglichkeiten haben, was professionelle Trainer, was professionelle Arbeit anbelangt. Das ist bei uns mit den aktuellen Mitteln überhaupt nicht mehr der Fall. Athleten wandern ab, sie gehen dorthin, wo bessere Sport-Förderstrukturen vorhanden sind. Das ist ein Teufelskreislauf, weil es konkret dazu führen wird, dass hier Bundesstützpunkte wegfallen. Wenn die Bundesstützpunkte wegfallen, bekommen wir weniger Zuschüsse über das Bundesinnenministerium, weniger Sportfördergelder. Es ist ein Teufelskreislauf. Am Ende kann drohen, dass der Olympiastützpunkt im Saarland akut gefährdet ist, wenn wir nicht mehr genügend erfolgreiche Resultate bei den Olympischen Spielen - Medaillen et cetera - erzielen. Das ist die Realität, deswegen sind die Aussagen des Herrn Kollegen Maaß für mich sehr befremdlich. Sie spiegeln das reale Abbild, das, was uns gesagt wird, in keiner Art und Weise wider. Ich kann Sie gerne bitten als Sportler, als stellvertretender Präsident eines Sportfachverbandes: Springen Sie bitte über Ihren Schatten. Wir haben wirklich versucht, das überhaupt nicht parteipolitisch zu machen. (Abg. Maaß (SPD): N e i n!) Wir haben versucht, einzuladen ‑ ‑ (Sprechen bei der CDU. - Zuruf des Abgeord- neten Maaß (SPD).) Ja, lesen Sie doch den Antrag, Herr Kollege! Dass wir als Fraktion Anträge einbringen, ist doch üblich. Es ist sogar unsere Aufgabe als Opposition, Vorschläge aus der Gesellschaft aufzugreifen, das machen wir. Noch einmal die herzliche Bitte: Lassen Sie uns gemeinsam darüber reden, nicht mehr und nicht weniger steht in dem Antrag. Darum bitte ich Sie, ich hoffe nicht, dass Sie diese Bitte ausschlagen. - Herzlichen Dank! (Sprechen. - Beifall von der CDU.)
