Patrick Waldraff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als ehemaliger persönlicher Referent des Bürgermeisters der Stadt Dillingen weiß ich, dass das Thema Sport in Dillingen traditionell großgeschrieben wird. Die Stadt bezeichnet sich selbst als Sportstadt - und das, wie ich finde, auch zu Recht. Es gibt in Dillingen ein riesiges Angebot an Vereinen und damit Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Darüber hinaus gab es in der Vergangenheit regelmäßig große Sportevents in Dillingen. Vorneweg natürlich den Dillinger Firmenlauf, der Ihnen wahrscheinlich allen bekannt ist, aber auch beispielsweise das internationale Weitsprung-Meeting, das schon mehrfach in Dillingen stattgefunden hat, und auch - daran erinnere ich mich ganz besonders gerne zurück - 2016 den Karate-Länderkampf Deutschland gegen die Türkei, den ich damals organisieren durfte. Das alles zeigt, dass der Sport in Dillingen eine besondere Bedeutung hat. Wenn man aber Sportstadt sein will, dann muss man natürlich auch dafür Sorge tragen, dass man eine entsprechende Sportinfrastruktur vorhalten kann. Es ist logischerweise auch im Interesse der Landespolitik, dass in den Kommunen genügend, im besten Fall moderne und funktionstüchtige Sportstätten zur Verfügung stehen. Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin, Sie werden mir wahrscheinlich als Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Dillingen Recht geben: Auch da muss sich die Stadt Dillingen nicht verstecken mit ihren vielen Sportplätzen, Turnhallen, dem Schwimmbad, aber eben auch den Sportstätten auf dem Sportund Freizeitgelände in der Konrad-Adenauer-Allee, um das es heute geht. Die Sporthalle West, in der im Übrigen auch der Karate-Länderkampf stattgefunden hat, aber auch das Parkstadion, in dem ich vor einigen Wochen als Zuschauer bei einem Jugend-Fußballturnier war, sind schon heute zwei Sportstätten auf dem Gelände, in denen größere Sportveranstaltungen realisiert werden können und die es landesweit von der Dimension und von den Kapazitäten her nicht so häufig gibt. Umso lobenswerter finde ich es, dass die Stadt sich damit nicht zufriedengibt, sondern stattdessen noch mehr Potenzial in dem Areal sieht und dementsprechend ein - wie ich finde - weitsichtige Konzept für das Sport- und Freizeitgelände in der Konrad-Adenauer-Allee entwickelt und dabei einen neuen Bebauungsplan aufgestellt hat, um zum einen den Standort zu sichern und zum anderen dort zukünftig auch Planungssicherheit zu haben. Planungssicherheit auch in Bezug auf die Eishalle: Die Stadt will die Halle als Sportstätte erhalten, entweder im Bestandsgebäude oder als Neubau, was ich als sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion natürlich nur ausdrücklich begrüßen kann. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dieses Vorhaben nicht ganz unambitioniert ist, insbesondere, wenn man sich noch einmal vor Augen führt, dass die Eishalle mittlerweile seit sechs Jahren leer steht. 2017 hat die Untere Bauaufsicht die Halle aufgrund von Baumängeln geschlossen. Obwohl 2019 ein Geschäftsmann aus Fraulautern die Halle für 370.000 Euro ersteigert (Abg. Waldraff (CDU)) hat, ist seitdem dort nichts passiert. Der neue Eigentümer hat im Übrigen - auch David Maaß hat es bereits gesagt - auf etliche Gesprächsund Presseanfragen bezüglich der weiteren Nutzung der Halle nicht reagiert. Da muss man sich auch mal die Frage stellen, warum eigentlich. Warum hat der Eigentümer kein weiteres Geld in die Halle investiert, um daraus etwas Neues zu entwickeln? Ohne es im Detail zu wissen, denke ich, liegt die Vermutung nahe, dass ihm schlicht und einfach das Risiko zu groß war. Der Sanierungsstau ist dort enorm und er hätte sehr viel Geld investieren müssen, ohne die geringste Gewissheit zu haben, dieses Geld jemals wieder erwirtschaften zu können. Klar, unternehmerische Entscheidungen sind immer mit Risiko verbunden, aber letztendlich muss das Risiko am Ende auch kalkulierbar sein. Da wir alle wollen, dass sich möglichst bald ein Käufer findet, der bereit ist, die leider wieder zum Verkauf stehende Eishalle zu erwerben, bin ich mir alles andere als sicher, ob es Sinn macht, fast schon krampfhaft zu versuchen, den Eissport am Standort Dillingen wiederzubeleben. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn es in Dillingen wieder Eissport gäbe. Bei vielen kommen ja fast schon nostalgische Gedanken, wenn sie sich an die Zeit zurückerinnern, die sie in der Eishalle in Dillingen verbracht haben. Auch ich habe dort als Jugendlicher erstmalig auf Schlittschuhen gestanden. (Zurufe und Heiterkeit.) Gut für den Sport wäre es darüber hinaus sicherlich auch, wenn wir hier im Land wieder die Ausübung der olympischen Eissportdisziplinen gewährleisten könnten, aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, nicht um jeden Preis. Wenn die Landesregierung hier die Initiative ergreifen will, bitte, dann unterstützen wir das natürlich vonseiten der CDU-Fraktion. Auch Gespräche, wie das im AfD-Antrag vorgesehen ist zwischen Landesregierung und der Stadt Dillingen bezüglich des Sachstandes des Verkaufs, können natürlich nicht schaden, aber so, wie es im Antrag der AfD vorgesehen ist, dass die Hauptverantwortung und das Risiko letztendlich von der Stadt Dillingen und dem Landkreis Saarlouis getragen werden sollen, können wir es insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation in den Kommunen nicht mittragen, zumal zum aktuellen Zeitpunkt absolut nicht absehbar ist, welche genauen Kosten mit einem Kauf der Halle verbunden wären. Man muss sich darüber bewusst sein, dass, wenn man die Halle wirklich noch einmal für Eissport nutzen möchte, zunächst einmal massiv in die marode Eis- und Haustechnik investiert werden muss und der Energiebedarf anschließend dauerhaft sehr hoch wäre. Angesichts der aktuellen Energiepreise, aber sicherlich auch aus Nachhaltigkeitsgründen, wäre das zumindest eine enorme Herausforderung. Von daher sagen wir: Eissport in Dillingen gerne, wenn sich jemand findet, der sich das Unterfangen trotz der hohen Investitionskosten zutraut. Gerne aber auch eine andere sportliche Nutzung, zum Beispiel eine Kletterhalle, das ist auch schon erwähnt worden, oder eine Soccer-Arena oder sogar - und das wäre mal etwas Außergewöhnliches - eine Halle für sogenannte Ninja-Warrior-Athletinnen und -Athleten. Ich hatte vor Kurzem ein Gespräch mit Hannah Mees. Das ist die bekannteste saarländische Ninja-Warrior-Sportlerin, die auch schon öfter in der gleichnamigen RTL-Show mitgemacht hat. Ich glaube, dieses Jahr ist sie wieder dabei. Sie hat mir erzählt, dass es im Saarland wohl einige Ninja-Warrior gibt, aber bisher noch keine geeignete Trainingshalle. Es gibt also viele Möglichkeiten, die Eishalle in Dillingen zukünftig zu bespielen. Das ist aber mit Sicherheit nicht die primäre Aufgabe der Stadt Dillingen und des Landkreises Saarlouis. Von daher lehnen wir den Antrag der AfD ab, sind aber selbstverständlich jederzeit bereit, Gespräche darüber zu führen, welche seriösen, finanzierbaren Möglichkeiten es gibt, im Saarland wieder Eissport anbieten zu können. Vielen Dank. (Beifall von der CDU.)
