Dagmar Heib
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Vielen Dank für das Wort. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Bei einem Familienantrag hätte ich mir vom Antragsteller mehr zu Familie gewünscht als nur den Verweis: Lesen Sie unseren Antrag, dem können Sie die entsprechenden Punkte entnehmen. - Sie haben gefühlt mindestens drei Viertel Ihrer Redezeit benutzt, die Themen Zuwanderung und Migration anzusprechen. Ich brauche keine lange Redezeit, um Ihrem Antrag zu begegnen und zu sagen, wie wir uns verhalten. Sie werden nicht erstaunt sein, wir stimmen Ihrem Antrag nicht zu. (Zuruf des Abgeordneten Schaufert (AfD).) Ich begründe das auch. Ich möchte die ersten dreieinhalb Zeilen Ihres Antrags zitieren: „Der Landtag bekennt sich zur Familie als Kern unserer Gesellschaft. Sie besteht aus Vater, Mutter und Kindern. Der Landtag des Saarlandes stellt ausdrücklich fest, dass jedes Kind ausschließlich einen männlichen Vater und eine weibliche Mutter hat.“ Das entspricht nicht unserem Begriff von Familie, den wir als CDU-Landtagsfraktion haben. (Lebhafter Beifall von CDU und SPD.) Für uns ist Familie überall dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. (Beifall von CDU und SPD.) Sie haben die klassische Kernfamilie beschrieben. Die gesellschaftlichen Entwicklungen, die wir sehen, üben auch Veränderungen auf die Kernfamilie als solche aus. Was Sie beschreiben, ist eine Teilmenge des erweiterten Familienbegriffs. Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass Menschen auch in diesen anderen Formen des Zusammenlebens Familie erfahren, dass auch in diesen Familienverbünden Wertefundamente weitergegeben werden. Dort wird Zusammenhalt gelebt, Solidarität, Liebe, Einander-Annehmen, so, wie man ist, und Verantwortung. Das braucht man, um das Leben in der Gesellschaft bestehen zu können. All dieses geschieht auch in diesen Familienverbünden. Deshalb, meine Damen und Herren, lehnen wir diesen Antrag ab. - Danke. (Beifall von CDU und SPD.)
