Flora - Elisa Schröder
Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sage einmal: Zurück in die Realität. Der Klimawandel ist harte Realität. Dies kann und darf niemand mehr ignorieren. Wir sehen bereits jetzt die Auswirkungen in Form von extremen Wetterereignissen, Überschwemmungen, steigenden Meeresspiegeln und Verlust von Biodiversität. Um diese Entwicklung umzukehren beziehungsweise zu stoppen und somit den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir unseren Ansatz zur Energiegewinnung grundlegend ändern. Das müssen wir heute tun, denn die Zeit drängt, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Mit dem Green Deal wollen wir in Europa klimaneutral werden. Für uns im Saarland hat der Europäische Green Deal eine große Bedeutung. Er bietet die Chance, die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft voranzutreiben. Er schafft neue Arbeitsplätze, fördert Innovationen und stärkt regionale Wettbewerbsfähigkeiten. Wir müssen diese Chancen des Green Deals nutzen, denn für die Natur gibt es nur Erhalt oder Zerstörung. Letzteres können wir uns nicht leisten. Nationale Blockaden und nationale Interesse hemmen den gemeinsamen europäischen Fortschritt, schlimmer noch, sie drohen den Staatenverbund auseinanderzutreiben. Dem stellen wir uns entgegen. Es kann nicht sein, dass konservative Kräfte jetzt auf EU-Ebene ausgerechnet bei denjenigen Unterstützung suchen, die den Klimawandel leugnen und gegen Klimaschutzmaßnahmen sind, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Es ist aber nicht nur der Green Deal, der uns eine nachhaltige Wirtschaft ermöglichen kann, es sind auch andere Instrumente der EU, zum Beispiel Interreg. Sie fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und dient der Stärkung der Strukturpolitik in den Mitgliedsstaaten. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten für das Saarland und die Großregion. Gemeinsame Projekte und Initiativen mit Nachbarländern können Synergien schaffen, Ressourcen bündeln und erfolgreich zur Nachhaltigkeit beitragen. Beispielsweise fördert das Programm den Austausch von Knowhow, die Zusammenarbeit von Institutionen und Unternehmen sowie die Entwicklung gemeinsamer Strategien und Lösungen für regionale Herausforderungen. Diese Synergieeffekte sind notwendig, um auch unsere Wasserstoffstrategie für eine nachhaltige Wirtschaft voranzubringen. Die Nutzung von Wasserstoff und erneuerbaren Energien stellt eine große Chance dar und bietet Lösungen für viele Herausforderungen, denn Wasserstoff ist ein vielseitiger Energieträ- (Abg. Schröder (SPD)) ger, der kohlenstoffdioxidfrei erzeugt und gespeichert werden kann. Durch die Kombination von Wasserstoff mit erneuerbaren Energien wie Sonnen- und Windkraft können wir eine saubere und nachhaltige Energieversorgung erreichen. Dieser Ansatz hat das Potenzial, unseren CO -Fußabdruck erheblich zu reduzieren, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir im Saarland haben bereits bedeutende Fortschritte erzielt, es ist aber noch viel zu tun. Mit unserem Transformationsfonds haben wir die Weichen für eine nachhaltige Wirtschaft gestellt. Das, was wir im kleinen Saarland geschafft haben, schaffen wir auch im großen Europa. (Beifall von der SPD.) Ganz nach dem Motto „Großes entsteht im Kleinem“ hat Robert Schuman die Potenziale der Großregion gesehen und den Grundstein für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gelegt. Kohle gehört zu unserer Geschichte. Unsere Zukunft ist Wasserstoff. Es sind genau diese Beispiele, diese Visionen, die gemeinsam gedacht und mit Leben gefüllt uns als EuropäerInnen enger zusammenbringen und somit einen echten Mehrwert für alle generieren können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns im Geiste des Schuman-Plans neue Visionen schaffen und gestalten. Eine europäische Gemeinschaft für Wasserstoff und erneuerbare Energien wäre ein wichtiger Schritt, um die Technologien voranzutreiben und ihre breite Anwendung zu fördern. Unsere Vision ist es, durch eine koordinierte Zusammenarbeit auf europäischer Ebene die Entwicklung und den Einsatz von Wasserstofftechnologien zu beschleunigen, Forschung und Entwicklung zu unterstützen und die Infrastruktur für die Wasserstoffproduktion, aber auch die Verteilung und Nutzung auszubauen und gleichzeitig unsere Abhängigkeit von importierten Energieressourcen zu verringern und unsere Energieversorgungssicherheit zu erhöhen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben die Möglichkeit, eine nachhaltige Energiezukunft für Europa zu gestalten. Eine Zukunft, in der saubere Energie für alle verfügbar ist, in der wir unsere Umwelt schützen und unseren Planeten für die kommenden Generationen bewahren, aber dafür müssen wir jetzt handeln. Stimmen Sie für die Schaffung einer europäischen Gemeinschaft für Wasserstoff und erneuerbare Energien. Lassen Sie uns gemeinsam die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stellen und ein Zeichen aus dem Herzen Europas - aus unserem Saarland - senden. (Beifall von der SPD.)
