Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als ich eben dem Kollegen Toscani zugehört habe, hätte ich beinahe geklatscht, aber das darf man hier ja nicht. Hier darf man nur bei seiner eigenen Fraktion klatschen. In sehr großen und weiten Teilen hat er auch unsere Ansicht dargelegt. Er hat vor allen Dingen gezeigt, wen dieses Gesetz trifft. Es trifft die Leute, für die wir uns besonders verantwortlich fühlen. Für die reichen und wohlhabenden Leute brauchen wir nicht zu sorgen, die sorgen für sich selbst. Wir müssen für die Leute sorgen, die unsere Nachbarn sind, die Rentner sind, die mäßig verdienende Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen sind. Das sind unsere Leute, die haben uns gewählt. Für die müssen wir sorgen. Es kann einfach nicht sein, dass man ihnen ihr Vermögen, das sie sich im Schweiße ihres Angesichts erarbeitet haben, auf kaltem Wege wegnimmt. Ich habe mein Haus selbst gebaut. Das ist schon etwas länger her. Ich hatte damals auch eine Ölheizung. Da war man noch nicht so umweltbewusst. Ich habe die Ölheizung einfach deshalb genommen, weil sie bequem und billig war. Damals - man höre und staune - hat 1 Liter Öl 9 Pfennig gekostet. Das war lächerlich wenig. Mit der Schärfung meines Umweltbewusstseins habe ich mein Haus ans Fernwärmenetz angeschlossen. Mein Strom ist rein ökologischer Strom. Ich habe das gemacht. Ich konnte das machen, weil ich es mir leisten konnte. Ich habe es aber auch etwas zeitversetzt gemacht, weil ich vier Kinder hatte, die studiert haben. Ich kenne viele Leute, die es gerne gemacht hätten, es sich aber nicht leisten konnten. Deshalb ist nicht auf jedem Dach eine Solaranlage, auf manchen Dächern aber doch. Wenn ich mal Zeit und Gelegenheit habe, in Quierschied, wo ich wohne, einen kleinen Marsch zu machen und durch die Wohnsiedlungen durchzugehen, dann stelle ich fest, dass auf dem einen oder anderen Dach eine Solaranlage ist. Ansonsten stelle ich fest, dass die Häuser gepflegt, sauber und angestrichen sind, es gibt einen schönen Garten vorm Haus, neben dem Haus, hinterm Haus. Das ist also bestens gemacht. Das ist Privatinitiative. Das machen die Leute freiwillig. Niemand sagt zu ihnen, ihr müsst das jetzt unbedingt machen oder ihr müsst heute Mittag alle um 12.00 Uhr essen, da kriegt ihr alle Erbsensuppe. Nein, jeder macht das für sich. Deshalb ist es schon seit Langem (Abg. Dörr (AfD)) meine Grundüberzeugung, dass man diejenigen, die vor Ort tätig sind, auch tätig sein lassen soll und ihnen keine Vorschriften macht. Unsere Regierungen - in dem Fall der Bund, es kann aber auch das Land sein - neigen dazu, den Bürgern Vorschriften zu machen. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn sie selbst nicht als Vorbild vorangehen. Man schaue sich mal die öffentlichen Gebäude an: Die sind nicht alle im besten Zustand. Auf welchen Gebäuden sind denn Solaranlagen? Welches Gebäude hat eine Wärmepumpe? Wo ist denn das? Der Staat verlangt von den Bürgern also das, was er selbst nicht bereit ist, zu tun. Das ist eine Frechheit. Im Grunde ist es eine Frechheit. Bei den Leuten kommt es auch so an. Herr Toscani hat Sie von der SPD eben angesprochen, das mache ich jetzt auch. Sie treffen dieselben Leute wie wir. Sie gehen in dieselben Einkaufszentren, auf denselben Sportplatz. Sie treffen dieselben Leute und hören das doch auch: Die Leute sind erbost. Das kann nicht sein. Aus diesem Grund sind wir dafür, dass die saarländische Regierung alles in ihrer Macht Stehende tut, um dieses Gesetz mit seinen Auswirkungen zu verhindern. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
