Sascha Zehner
Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Damen! Sehr geehrte Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Wildtier des Jahres ist in diesem Jahr der sogenannte Gartenschläfer, der sich dadurch auszeichnet, dass er so etwa jedes halbe Jahr wach wird und dann immer wieder auf das rekurriert, was er sich an Vorräten angelegt hat, und sich gleichsam mit dem befasst, was in seinem Sammelsurium schon vorhanden ist, und der die Vorräte nur aus dem aufstockt, was er schon kennt. Jeder von Ihnen möge die Parallele jetzt selbst ziehen, ehe es heißt, ich würde mich hier unparlamentarisch verhalten. (Beifall von der CDU und der SPD.) Sei es als Antrag oder als Gesetzentwurf - die Titel variieren. Die Reden wurden bisher so oft gehalten, dass ich nicht mitgezählt habe. Von daher bin ich Ihnen sehr dankbar, lieber Herr Kollege, dass Sie sich die Mühe gemacht haben. Ich durfte allerdings in der letzten Wahlperiode das Ganze mitverfolgen und miterleiden, wie das eben so ist. (Lachen bei der CDU und der SPD.) Inhaltlich hat sich bei der Hochbegabung im Saarland ‑ ‑ (Abg. Dörr (AfD): Sonderbegabung.) Herr Dörr, Sie gebrauchen Ihre Worte, ich gebrauche meine. - Inhaltlich hat sich in den letzten Jahrzehnten bei der Hochbegabung und Begabtenförderung im Saarland etwas entwickelt, was wir durchaus mit viel Stolz betrachten können. Wir entwickeln auch stetig weiter und es geht voran. Es tut mir leid, dass die Kultusministerin jetzt nicht anwesend ist. (Zurufe aus der SPD: Doch, hier!) Ich möchte nämlich ausdrücklich Frau Streichert-Clivot und ihre Arbeit loben. (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Es gibt eine Vielzahl an Initiativen, Projekten und Möglichkeiten, leistungsstarke und hochbegabte Kinder im Saarland zu beraten und ihre Potenziale optimal abzurufen. Im Rahmen dessen geben unsere Lehrerinnen und Lehrer täglich ihr Bestes, um alle Kinder zu fördern und zu fordern. Hier geraten auch die Hochbegabten nicht aus unserem Blick. Es stehen geeignete Instrumente zur Verfügung, um dies zu bewältigen. Als Beispiel sei hier kurz die Beratungsstelle (Hoch-)Begabung erwähnt, die Anlaufstelle für alle Fragen der (Hoch-)Begabung ist. Sie unterstützt und begleitet unsere Schulen stetig bei der Entwicklung von Förderkonzepten. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Weiterbildungsangeboten in diesem Bereich, die von unseren Lehrerinnen und Lehrern gut angenommen werden. Diese Erfahrung machen wir immer wieder. Auch die Schulen an sich leisten ihren Beitrag durch besondere Profilbildungen, beispielsweise Sport- oder Musikschwerpunkte. Erwähnenswert in dem Zusammenhang ist auch ein Projekt des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, der Beratungsstelle (Hoch-)Begabung und der Karg-Stiftung, das sich Karg Campus Kita Saarland nennt. Das Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, begabte Kinder in der Früherziehung früh und unabhängig von ihrer Herkunft zu erkennen und zu fördern. Es gäbe eine ganze Reihe weiterer Beispiele aufzuzählen, allerdings will ich die Debatte nicht künstlich verlängern, denn ich habe am Anfang deutlich gemacht, auf welchem Niveau sich das Ganze bewegt. Für uns ist wichtig, an der Stelle festzustellen: Wir haben zu Tagesordnungspunkt 16 sehr deutliche Worte gefunden. Zu Tagesordnungspunkt 21 will ich mit Blick auf den Ablauf meiner Redezeit nur eines sagen: Wir haben an der Frage der optimalen Orientierung unseres Schulordnungsgesetzes immer wenig auszusetzen, weil wir über die Jahre und Jahrzehnte gemeinsam daran arbeiten, wenn auch oft dissonant, so am Ende doch als sinfonischer Klang. Das ist das, was mich freut. Deshalb werden wir den Antrag der AfD-Fraktion ablehnen. - Ich danke Ihnen ganz herzlich. (Beifall von der CDU und der SPD.)
