Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Frau Schmitt-Lang kann ich bei ihrem Engagement im Grunde nur zustimmen. (Niesen von Ministerpräsidentin Rehlinger. - Zurufe aus der SPD: Gesundheit! - Heiterkeit bei der SPD.) Wenn wir meinen, der Staat könnte alle Aufgaben lösen, die Familien und Gesellschaft haben, dann sind wir „falsch gewickelt“, wie man im Saarland sagt. Wir haben die Freiwillige Feuerwehr, wir haben auch noch die Oma und Leute, die zu Hause sind. Wir haben in der Pflege und sonst überall Ehrenamtliche und Freiwillige. Ohne sie geht es bei uns gar nicht. Davon abgesehen jetzt zum Thema: Frau Holzner spricht von dem, was sie kennt, was man auch merkt. Frau Schmitt-Lang ist engagierte Bildungspolitikerin und Mutter, da weiß man auch manches. Beide haben es eigentlich richtig gesagt. Es war die Sache eigentlich nicht wert, sich an diesem Punkt zu ereifern. Es hat sich aber doch ein Unterschied gezeigt. Frau Schmitt-Lang hat von einem Gesamtpaket gesprochen, was auch nötig ist. Zu diesem Gesamtpaket gehört beides: die Entlastung der Eltern bis zu null Euro und die Qualitätserhöhung, angefangen damit, dass für jedes Kind ein Platz da ist, bis zu einer hochwertigen Erziehung und Bildung in diesen Institutionen. Die Kollegin hat aufgezeigt, dass das eine Mammutaufgabe ist, wenn man bedenkt, was noch alles fehlt. Man muss sich zuerst einmal bewusst werden, dass diese Aufgabe vor uns liegt. Da komme ich wieder mit dem, was ich letztes Mal schon gesagt habe: Ein dreijähriges Kind ist nicht anders als ein neunjähriges Kind. Es hat dieselben Rechte. Wenn wir im Schulordnungsgesetz festgeschrieben haben, welche Rechte das Kind hat - dazu gehört selbstverständlich, dass das Kind in die Schule geht, dass es dort einen gut ausgestatteten, normal geheizten Schulraum hat, dass eine Lehrperson es unterrichtet und bildet und dass das Ganze nichts kostet - , heißt das natürlich nicht, dass die Eltern zu Hause nicht auch noch ihre Aufgaben haben oder dass nachmittags nicht auch noch dafür gesorgt werden muss, dass das Kind in guten Händen ist, wenn es keine Ganztagsschule ist. (Abg. Dörr (AfD)) Das ist die Aufgabe, die vor uns liegt: nicht entweder kostenfreier oder gut ausgestatteter Kita-Platz, nein, sowohl als auch, und auch nicht bis 2027, sondern sofort. Denn was nutzt es einem Kind, das jetzt vier Jahre alt ist, wenn im Jahr 2027 für die Kinder, die dann vier Jahre alt sind, gesorgt ist. Es muss jetzt etwas geschehen. Als Elternteil oder Eltern - was ich lange war - wird man des Öfteren vor die Frage gestellt: In was investiere ich mein Geld? Renoviere ich mein Haus, das Dach müsste eigentlich bald renoviert werden, oder will ich, was ein bisschen Luxus wäre, ein neues Wohnzimmer haben, oder investiere ich in die Ausbildung meiner Kinder? Bei verantwortungsvollen Eltern kann die Antwort nur heißen: Ich investiere in meine Kinder, denn das kann ich in zehn Jahren nicht mehr nachholen. Dann kann ich aber immer noch ein neues Wohnzimmer kaufen oder mein Dach reparieren. Ich muss aber sofort an meine Kinder denken. Deshalb ist unser Ansatz von der AfD: Alles, was die Kinder brauchen, und nicht erst ab einem bestimmten Lebensjahr, sondern ab dem Moment, in dem sie auf die Welt kommen, müssen sie haben. Wenn die Familien etwas nicht leisten können und wenn wir heute eine Gesellschaft haben, in der verlangt wird und notwendig ist, dass beide Elternteile arbeiten oder der alleinerziehende Elternteil arbeiten muss, dann muss der Staat dafür sorgen, dass dies möglich ist. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
