landtag-saar.de ↗

Réka Klein

SPD 18.01.2023 Sitzungen 17/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg*innen! Liebe Saarländer*innen, vor allem liebe junge Saarländer*innen! Mit dem Junge-Leute-Ticket erfüllt die Landesregierung ihr Wahlversprechen und schafft gleichzeitig große finanzielle Entlastungen. So sparen zum Beispiel Schüler*innen mehr als 200 Euro, Azubis und Bundesfreiwilligendienstler*innen mehr als 300 Euro. Und das, meine Damen und Herren, merkt man schon im Geldbeutel. Aber damit nicht genug: Mit dem Junge-Leute-Ticket schaffen wir eine große Chance für uns Saarländer*innen, denn wir haben so auch die Chance auf mehr Klimaschutz, mehr soziale Teilhabe und mehr Entlastung für Familien. (Beifall von der SPD.) Was bedeutet das? Wir schenken unseren Jugendlichen Unabhängigkeit - Unabhängigkeit vom Elterntaxi. Ich hoffe, alle hier im Saal erinnern sich wenigstens noch ein wenig daran, wie es in dieser Lebensphase war und was der Aspekt der Unabhängigkeit in genau dieser Lebensphase bedeutet hat. Ich möchte anmerken, dass der Gesichtspunkt der Unabhängigkeit durchaus auch von Elternseite positiv betrachtet werden kann. Ich kann mich auch gut daran erinnern, dass es für mich als St. Wendeler*in ein Highlight war, mit meinen Freunden gemeinsam zum Beispiel nach Kaiserslautern zum Shoppen zu fahren oder in die „Nachtschicht“ feiern zu gehen. Die Ticketpreise seinerzeit haben uns dazu bewogen, uns aktiv gegen Bus und Bahn zu entscheiden. Wir hatten komplizierte und echt zum Teil sehr schwierige Organisationsproblematiken mit unseren Eltern, auch mit unseren Freunden, wer uns denn nun hinfährt oder abholt. Wir haben das aber in Kauf genommen, denn muss man pro Kopf schon 20 Euro für die Fahrt aus- (Abg. Klein (SPD)) geben, bleibt unter Strich nicht mehr viel fürs Feiern oder fürs Shoppen übrig. (Beifall von der SPD.) Sie merken, worauf ich hinausmöchte: Es ist wichtig, Erfahrungen zu machen. Und in diesem Zusammenhang erzähle ich nun eben auch von meinen lange geplanten Trips nach Kaiserslautern oder nach Mainz oder nach Köln oder nach Frankfurt, erinnere an die gemeinsamen Zugfahrten, die langen Proviantplanungen, die gemeinsamen Reisespiele, an die gemeinsamen schönen Erlebnisse. Für uns Jugendliche war das ein Gefühl, ins Erwachsenenleben überzugehen, ein Gefühl von - ich gebe es zu – „mir gehört die Welt“. Ich kann und darf entscheiden, welche Erfahrung ich mit wem machen möchte und was ich entdecken will. Und, meine Damen und Herren, es ist so wichtig, in dieser Lebensphase diese Freiheit zu haben. (Beifall von der SPD.) Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Trips immer eine ganz lange Vorlaufzeit hatten. Sie können sich vorstellen, dass man es gerade als Jugendliche, wenn man Teil einer Gesellschaft oder einer Gruppe sein möchte, schwer hat, zuzugeben, dass es nicht gereicht hat, dass man das nötige Kleingeld noch nicht zusammengespart hat. Das ist mit Scham behaftet, und, um ehrlich zu sein, für den einen oder anderen vielleicht auch voll peinlich. Und wenn ich heute aus meiner Perspektive auf diese Zeit zurückschaue, würde ich mit meinem heutigen Wissen vielleicht auch die eine oder andere kurzfristige Absage, krankheitsbedingte Absage, genau darauf zurückführen, dass man sich einfach geschämt hat. Meine Damen und Herren, das Junge-Leute-Ticket bietet folglich auch soziale Teilhabe, unabhängig vom Geldbeutel. Das ist die gute Sozialpolitik, die ich machen möchte. Dafür, dass dies geschieht, bin ich dankbar. (Beifall von der SPD.) Die Nutzung von Bus und Bahn wird saarlandweit, nein, sogar deutschlandweit möglich gemacht, dies zu einem niedrigeren Preis als dem Preis des bekannten Saarland-Abos oder dem des Saarland-Sommer-Touren-Tickets. Das Ticket erweitert also den Horizont, das Handlungsspektrum. Es mobilisiert uns Saarländer*innen, zum Beispiel den Bostalsee über die Nahestrecke zu erreichen, mit dem Regionalexpress nach Homburg zu den schönen Schlossberghöhlen oder nach Merzig und dann mit dem Expressbus ab zum Losheimer Stausee zu fahren. Es ist also eine Einladung, weiter zu denken, zu reisen, zu entdecken, zu leben, zu erleben. Für weniger als 1 Euro pro Tag sind Ziele in ganz Deutschland erreichbar. Das ist eine große, große Chance für uns Saarländer*innen, denn Bus und Bahn sind damit so attraktiv wie noch nie zuvor. (Beifall von der SPD.) Das ist unsere Chance, auf den ÖPNV, auf Bus und Bahn umzusteigen, um neue Handlungsmuster zu etablieren. Ein Handlungsmuster, das besagt: Ich lasse mein Auto aktiv stehen und gehe auf Bus und Bahn über. - Das, meine Damen und Herren, ist ein großer Schritt, ein großer Beitrag zur Klimawende. Das, meine Damen und Herren, ist Generationengerechtigkeit! (Beifall von der SPD.) Und weil das so ein großer Schritt in der Klimawende, in der Mobilitätswende ist, möchte ich mich auch herzlich bedanken. Ich möchte mich bedanken bei dir, liebe Petra, aber auch bei dir, Anke, denn du bringst unser Land voran, du löst ein Wahlversprechen nach dem anderen ein. (Sprechen auf der Regierungsbank.) Zu diesem konkreten Wahlversprechen, dem Junge-Leute-Ticket, möchte ich eines noch anmerken: Das Junge-Leute-Ticket ist ein Zeugnis gelebter Jugendbeteiligung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es in der Wahlphase eine große Forderung von uns Jusos - von den Jusos, aber auch von ganz vielen Jugendorganisationen war -, dass man ein 365-Euro-Ticket für junge Leute einführen sollte. Und binnen eines Jahres kam das nicht nur ins Regierungsprogramm, sondern wurde das Wahlversprechen auch eingelöst. (Beifall von der SPD.) Ich habe ja auch schon erläutert, dass das Ticket soziale Teilhabe, dass es einen wichtigen Bestandteil des Jugendlich-Seins, im Erlebnisse-Sammeln, im verantwortungsbewussten Aufwachsen darstellt, dass es aber auch einen riesigen Schritt in unserer Klimawende bedeutet. Das zeigt, wie wichtig die Mitbestimmung von jungen Menschen ist, wie zielführend sie auch ist. Das, meine Damen und Herren, ist ein Statement der SPD, das, meine Damen und Herren, ist ein Statement dieser Landesregierung. Vielen Dank dafür! (Beifall von der SPD.) Hierfür bin ich so unheimlich dankbar, denn das zeigt auch, dass ich hier, genau hier, mit euch an meiner Seite, richtig bin. Denn als Kämpferin für Jugendbeteiligung ist mir das ein großes Anliegen. (Beifall von der SPD.) Liebe Saarländerinnen und Saarländer, lasst uns also gemeinsam neue saarländische Gewohnheiten etablieren! Lasst uns Bus und Bahn durch das Deutschlandticket, durch das Junge-Leute-Ticket dermaßen füllen, dass jedem und jeder (Abg. Klein (SPD)) klar wird: Das Saarland hat Bock auf Bus und Bahn! Das Saarland handelt verantwortungsbewusst! Denn unterm Strich, Herr Reiter, ist die Rechnung doch ganz einfach: Je mehr Leute auf Bus und Bahn umsteigen, desto weniger Leerfahrten gibt es und desto mehr Linien wird es auch geben. Herr Reiter, auch zum von Ihnen erwähnten Aspekt, dass andere Bundesländer Sozialtickets eingeführt hätten, ein Wort: Wir haben das Fair-Ticket, das sogar noch günstiger ist. - Daher, liebe Saarländerinnen und Saarländer: Alle Weichen sind gestellt, lassen Sie es uns gemeinsam angehen, lassen Sie uns die Mobilitätswende schaffen und so einen langfristigen und guten Beitrag zur Klimawende liefern! - Vielen Dank.

Alle Reden von Réka Klein Protokoll ↗