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Sascha Haas

SPD 18.01.2023 Sitzungen 17/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Gäste! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich habe es an anderer Stelle schon einmal gesagt, ich war selbst Betroffener von der Einführung der vermurksten G8-Reform. Ich bin total stolz, dass ich heute als Abgeordneter in diesem Haus diese Reform reformieren darf. Dass wir jetzt noch einmal zum neunjährigen Gymnasium zurückkehren, macht mich stolz. Ich bin froh darüber, dass wir das jetzt anpacken, denn dafür haben uns die Saarländerinnen und Saarländer, Herr Dörr, am 27. März auch gewählt. Sie trauen uns das zu, dass wir das gut hinbekommen. (Beifall von der SPD.) Dass wir das gut hinbekommen, zeigt dieser vorgelegte Gesetzentwurf. Wir haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der - wie eben schon angesprochen wurde - mehr Zeit zum Lernen in der Schule verspricht, aber auch außerhalb des Unterrichts. Das möchte ich an dieser Stelle ganz klar betonen. Es gibt mehr Zeit, um sich persönlich zu entwickeln, was G8 nicht zugelassen hat. Einige Beispiele hat Frau Ministerin genannt. Wir fördern die Schülerinnen und Schüler besser, indem wir die Profile der Schulen stärken und indem wir die Stärken der Schülerinnen und Schüler stärken. Es wurde kritisiert, dass die Jahreswochenstunden-Zahl zu gering sei. Die Schulen können, um ihr Profil zu stärken, gerade bei den Stunden entscheiden, ob man den Unterricht einstündig macht oder ob man Epochalunterricht einführt. Also auch da können die Schulen am Ende entscheiden, wie sie das Ganze gestalten. Das finde ich gut, denn dadurch stärken wir jeden Schulstandort so, wie er es für richtig hält, und nach dem gewünschten Profil. Ich glaube, das ist der richtige Weg. (Beifall von der SPD.) Ich glaube, der Wirtschaftsminister und der Arbeitsminister freuen sich darüber, wenn wir unsere Schülerinnen und Schüler fit machen für die Herausforderungen eines digitalen Zeitalters. Deswegen ist es so wichtig, dass wir an den Gymnasien in der Klassenstufe 7 verpflichtend das Fach Informatik einführen. Es ist wichtig, damit die jungen Menschen später im Beruf und im Studium eine gewisse Vorbildung haben und sich dann weiterbilden können. Genauso wichtig ist es, dass wir die Kernfächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache stärken. Das hat die Kollegin Holzner bereits erwähnt. Häufig hört man in Gesprächen mit Unternehmen und Hochschulen, dass hier gewisse Schwächen zu verzeichnen sind. Durch die Stärkung der Kernfächer fördern wir die jungen Menschen, damit sie nach dem Gymnasium in den Beruf oder ins Studium starten können. Ich sehe es nämlich nicht so, dass man nach dem Gymnasium unbedingt studieren muss. Ich finde, jeder junge Mensch sollte selbst entscheiden dürfen, welchen Weg er geht. Es ist auch richtig, wenn sich jemand nach dem Abitur dafür entscheidet, Handwerkermeister zu werden. Davon brauchen wir in diesem Land! (Beifall von der SPD.) Ich komme zu der Aussage, wir seien Schlusslicht bei den Jahreswochenstunden. Ganz so dramatisch, wie Sie es darstellen, ist es aber nicht. Wenn man allen Interessengruppen, die sich in dem Prozess in den letzten Monaten an uns gewandt haben, gesagt hätte, wir machen es genauso, wie ihr es jetzt fordert, dann wären wir wohl bei 194 Jahreswochenstunden. Dann hätten wir von der Entlastung für Schülerinnen und Schüler nämlich nichts mehr übrig und wir hätten von dem, was wir mit dieser Reform wollen, nichts mehr übrig. (Zuruf der Abgeordneten Schmitt-Lang (CDU).) Deswegen ist es so, wie es jetzt vorgeschlagen ist, auch gut. Ja, wir diskutieren an der einen oder anderen Stelle noch einmal. Wir sind heute bei der Ersten Lesung im Plenum. Wir werden im Ausschuss noch einmal diskutieren. (Lachen bei der CDU.) Darüber können Sie jetzt gerne lachen. Ich finde, man muss das parlamentarische Verfahren ernst nehmen. (Mehrere Zurufe von der CDU.) Wir werden uns die Zeit im Ausschuss nehmen. Im Übrigen hat das Ministerium, bevor es diese Gesetzesvorlage so geschrieben hat, Expertinnen und Experten aus den Schulen, aus der Schüler- und Lehrerschaft angehört. An dieser Stelle muss man auch einmal sagen: Vielen (Abg. Haas (SPD)) Dank, liebe Christine, dir und deinem ganzen Team, dass ihr euch wirklich gut vorbereitet habt und es eben nicht einfach überstülpt, wie es uns die Opposition vorwirft. (Beifall von der SPD.) Deswegen lade ich Sie von der Opposition genauso wie alle Verbände und Organisationen und auch Sie, liebe Saarländerinnen und Saarländer, herzlich ein: Diskutieren Sie mit uns in den nächsten Wochen diesen Gesetzentwurf. Wir sind offen für Ihre Kritik. Wir sind offen für Ihre Ideen und Anregungen. Das wollen wir in den Ausschuss mitnehmen. Auf diese Diskussion freue ich mich. Ich freue mich auch auf die Debatte im März im Parlament. - Vielen Dank und Glück auf! (Beifall von der SPD.)

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