Frank Wagner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nun also das viel diskutierte, groß angekündigte große Bildungsvorhaben (Abg. Wagner (CDU)) der saarländischen Landesregierung, das neunjährige Gymnasium. Ich möchte am Anfang kurz darauf eingehen, was ich eben mehrfach gehört habe. Es wird sich sehr intensiv rückwärtsgewandt mit G8 beschäftigt. Zu G8 haben wir viele Gespräche in den Gymnasien durchgeführt. Da gibt es nicht nur kritische Stimmen. Damals war dieser Weg richtig. Ich glaube, wir müssen heute nicht wieder eine intensive Debatte darüber führen. Aber jetzt nur zu sagen, wir schauen zurück, was vor 23 Jahren war ‑ ‑ (Zuruf aus der SPD.) Im Übrigen sind alle anderen westlichen Bundesländer uns gefolgt. So schlecht kann das nicht gewesen sein, meine lieben Damen und Herren. (Beifall von der CDU. - Weitere Zurufe aus der SPD.) Die Kollegin Jutta Schmitt-Lang hat eben unsere Position sehr genau dargestellt und hat im Prinzip verdeutlicht, dass wir diesen Weg zu einem neunjährigen Gymnasium mitgehen. Das haben wir schon im Jahr 2020/2021 sehr intensiv vorbereitet und immer wieder betont. Dazu stehen wir auch. Aber die Betonung liegt auf einem zukunftsfähigen, modernen Gymnasium. Da muss die Priorität liegen. Es geht nicht um das Ob, sondern es geht um das Wie. Wie soll ein modernes neunjähriges Gymnasium im Saarland aussehen? Das, was heute vorgetragen wurde, ist nicht ausreichend. Es fehlt zu viel, als dass auch wir erkennen könnten, ein modernes Gymnasium im Saarland ist nun auf den Weg gebracht worden. Es sind viele Beispiele von den Eltern genannt worden, auch vom Philologenverband. Es wäre von daher wichtig - das wurde eben auch schon gesagt -, dass das in der Anhörung aufgegriffen wird und an der einen oder anderen Stelle korrigiert wird. Einige wichtige Punkte möchte ich noch kurz hervorheben: mehr Stunden. Diese 178 Stunden bedeuten, wir haben die rote Laterne, denn der Durchschnittswert liegt bei 185 Stunden bis zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe. Von daher muss hier nachgebessert werden. Es muss korrigiert werden, damit auch unsere Gymnasiasten im Saarland keinen Nachteil gegenüber den Schülerinnen und Schülern in den anderen Bundesländern haben. Wir brauchen ein klares Profil und die Vorbereitung auf die Studierfähigkeit. Das hat das Gymnasium immer ausgezeichnet und das muss auch in Zukunft so sein. Wir brauchen Zugangsvoraussetzungen, sonst wird genau das passieren, was von vielen schon prognostiziert wird, dass nämlich die Gymnasien an die Kapazitätsgrenze kommen. Dann haben wir genau die Situation, die eben geschildert wurde, dass wir in einem Losverfahren sind. Das wäre das falsche Signal. Ich möchte aber noch einen Punkt hervorheben. Das ist das Thema Betreuungssituation. Ich glaube, auch da wird das Gymnasium den Weg dahin vollziehen müssen, wie es auch in anderen Schulformen ist. Von daher ist es ein gutes Signal, dass sich ein Gymnasium nun auf den Weg gemacht hat, in den gebundenen Ganztag einzusteigen. Aber folgende Anmerkung mag mir heute Morgen erlaubt sein: Das, was eben in die Debatte eingebracht wurde, ist eigentlich eine Gegenargumentation zum gebundenen Ganztag am Gymnasium. Es wurde über Freizeit, über Mehrwert, über Vereine gesprochen. (Zurufe aus der SPD.) Man sollte einfach noch einmal darüber nachdenken, ob das so sinnvoll war, was eben hier in der Debatte vorgetragen wurde! Das hat doch nichts mit einem modernen Gymnasium, mit gebundenem Ganztag, zu tun. (Beifall von der CDU.) Die bauliche Situation wurde auch schon angesprochen. Auch hier wäre es wichtig, nicht nur anzukündigen, wir gehen in die Gespräche beziehungsweise es wird dort hoffentlich Einigungen geben. Wir sind davon überzeugt, es wird einen höheren Raumbedarf geben, nicht nur wegen der Betreuungssituation, sondern auch weil es mehr Schüler sein werden. Uns wurde an verschiedenen Stellen zum Beispiel die Situation im Sportunterricht vorgetragen. Dort kommt man sehr schnell an die Kapazitätsgrenze. Es müssen auch zusätzliche Sporthallen gebaut werden. Diese Finanzierungsfrage muss geklärt werden. Da gilt es nachzubessern. Ich möchte jetzt noch ganz kurz einen Punkt aufgreifen, der in dieser Debatte wichtig ist. Das ist das Thema digitale Bildung, Medienausleihe. Es ist gut und wichtig, dass letzte Woche nach den Anmerkungen, die wir in der Haushaltsdebatte eingebracht hatten, vorgetragen wurde, was der Weg in den saarländischen Schulen in diesem Bereich ist. Aber es war schon sehr verwunderlich, was uns dort vorgetragen wurde. Das, was als Hybridjahr bezeichnet wurde, wird plötzlich komplett bei den Schulen abgeladen. Sie sollen entscheiden, ob man den Weg mit dem analogen, dem klassischen Buch geht oder mit dem digitalen Buch. So kann man nicht miteinander umgehen! Die Schulen werden unseres Erachtens im Regen stehen gelassen. Auch hier muss Führungsverantwortung übernommen werden. Hier muss es eine klare Ansage geben. Das muss sich auch rechtlich abbilden. Ich lese im Schulordnungsgesetz nichts zum Thema Medienausleihe. Mehrfach wurde von Ihnen, Frau Ministerin, angekündigt, dass es eine Verbindlichkeit bei der Medienausleihe gibt. Von daher ist auch da nachzuschärfen und die Schulen sind entsprechend zu informieren, dass es hier klare Vorgaben gibt. Packen Sie die (Abg. Wagner (CDU)) wichtigen Vorhaben für die Schulgemeinschaft an! Zum Thema G9 haben wir eben schon intensiv diskutiert. Ich möchte kurz zusammenfassen. Es muss deutlich nachgesteuert werden. Es muss wirklich zu erkennen sein, was ein Gymnasium im Saarland ausmacht. Das haben unsere Schülerinnen und Schüler verdient. Wir werden uns heute enthalten und hoffen auf eine Anhörung. Wir hoffen noch vielmehr, dass dies endlich korrigiert wird. (Beifall von der CDU.)
