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Friedrich Josef Dörr

AfD 18.01.2023 Sitzungen 17/10

Für mich ist das in Ordnung, das kann ruhig von meiner Redezeit abgehen, das ist kein Problem. (Sprechen und Heiterkeit.) Ich fasse mich nämlich gewohnheitsmäßig recht kurz. - Ich wollte Ihnen nur sagen: Manchmal hilft es auch, eine etwas längere Erfahrung zu haben, dann sieht man manche Dinge, die man in der kurzen Zeit nicht sieht. Wenn ich Sie fragen würde, was Sie meinen, ob jemand, der 20 Jahre jünger ist als Sie, Ihnen in der Einschätzung von Dingen überlegen ist, das würden Sie auch anzweifeln. (Zuruf der Abgeordneten Schmitt-Lang (CDU).) Bei mir ist es jedenfalls so. Ich habe vor 30 Jahren schon Dinge gedacht und in die Wirklichkeit umgesetzt, die so modern waren, dass heute manche noch erschrecken, das überhaupt zu denken. (Oh-Rufe. - Sprechen.) Das sage ich nur mal so. Frau Holzner hat sehr schön dargestellt, wie die Situation ist. Allerdings hat sie die falschen Konsequenzen gezogen, denn wenn das neunjährige Gymnasium so wichtig ist, für die Leute so dringend und so schön ist, dann sollte es auch sofort eingeführt werden. Das ist der Punkt! Ich staune, wenn das alles so dringend und so wichtig ist, dass man dann noch sieben oder acht Jahre Zeit hat und die Kinder noch quält in ganzen Jahrgängen, die dieses G8 noch machen müssen. Jetzt sage ich noch etwas, was manche erstaunt und darauf zurückzuführen ist, dass ich schon ein bisschen länger dabei bin. Ich habe nämlich den Verdacht, dass das nicht der einzige Grund ist, dass wir jetzt G9 kriegen, sondern dass es einfach der Tatsache geschuldet ist, dass die meisten Bundesländer G9 eingeführt haben oder G9 einführen werden. Das war auch genau der Grund, weshalb wir G8 eingeführt haben, unter anderem, sage ich jetzt mal. Die Sache hat nämlich seine Vorläufer. Wir haben eben von den deutsch-französischen Beziehungen und so weiter gesprochen; als damals die Abstimmung für Deutschland ausging und wir nach Deutschland umgegliedert wurden, war die Versetzung im Sommer. Dann hat man gesagt, Moment, wir gehören jetzt zu Deutschland, Bundeskulturhoheit hin, Bundeskulturhoheit her, wir machen es jetzt wie in ganz Deutschland, wir stellen auf Frühjahr um. Man hat damals die Versetzung auf Frühjahr umgestellt, und kaum waren ein paar Jahren vorbei, hat Deutschland wieder umgestellt, weil gesagt wurde, in Frankreich, in England, überall wird im Sommer versetzt, das gibt Schwierigkeiten für unsere Auslandsstudenten, wir machen es jetzt auch im Sommer. Dann mussten wir wieder umstellen. Und weil man nicht Zeit anhängen wollte, hat man zuerst von Sommer auf Frühjahr vorgezogen und dann wieder von Frühjahr auf Sommer. Das heißt, die Kinder, die in der Zeit auf dem Gymnasium waren, haben sowieso G8 gehabt, es war nämlich genau ein Jahr weniger. Wer sich noch erinnern kann, weiß, es gab damals zwei Kurzschuljahre. Ich sage, jetzt ist auch ein Stück Nachahmungseffekt dabei. Wir sollten mal lernen, wir haben ein Land, das Kulturhoheit hat, wir können das selbst bestimmen und sollten das auch selbstbewusst selbst bestimmen. Ich will noch eins zur Gemeinschaftsschule sagen, dann bin ich vorläufig fertig. Keiner soll sich eine Illusion machen, das haben wir schon alles erlebt, das habe ich hier bereits vorgetragen, das werde ich jetzt nicht wiederholen, aber das klassische neunjährige Gymnasium wird ein starker Konkurrent für die Gemeinschaftsschule sein. Alle Aufwertungsbeteuerungen nutzen da überhaupt nichts; es wird eine Erosion geben. Ich wünsche das nicht, aber nach ein paar Jahren wird wieder von der „Restschule“ gesprochen werden. Und auf der anderen Seite haben wir das, was Frau Schmitt-Lang richtig gesagt hat, die Gefahr ein „Gymnasium light“ zu haben. Aus diesem Grunde ist es meiner Ansicht nach wichtig und kundenfreundlich, sprich kinderfreundlich, G8 und G9 anzubieten, beides. Das kann man aber nur erfahren, wenn man die Leute befragt und keine Angst vor einer Befragung hat. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)

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