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Nadia Schindelhauer

SPD 07.12.2022 Sitzungen 17/9

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Eine Reise ins Saarland wird oft als eine kleine Zeitreise gesehen. Schöne Landschaft, eindrucksvolle barocke Bauten, ein charmant französischer Einfluss und die Geschichte der Industrialisierung können im Saarland so gut wie in keinem anderen Bundesland erlebt werden. Der Tourismus im Saarland ist in Bewegung! Nach schmerzhaften Einschränkungen während der Corona-Pandemie stieg und steigt die Reiselust der Deutschen wieder. Und laut Urlaubsbarometer steuerten in diesem Jahr mehr als die Hälfte aller Befragten ein nahegelegenes Reiseziel an. Das war auch im Saarland zu spüren. Insbesondere Gäste aus Deutschland und den benachbarten Ländern finden ihren Weg in unser schönes Saarland. Das sind gute Nachrichten. (Beifall von der SPD.) Gerade in der letzten Woche konnte sich eine Vielzahl von belgischen Reiseveranstaltern von der Schönheit unseres kleinen Bundeslandes überzeugen. Und sie werden das Saarland in ihr Reiserepertoire aufnehmen. Da sage ich „Hoi“ und „Hartelijk welkom“. (Beifall von der SPD.) Aber ich sage es ohne Neid: An belgische Pommes werden wir nicht herankommen, aber dafür haben wir Hoorische und Dibbelabbes. „Eet smakelijk“. (Beifall von der SPD.) Wir können aber nicht nur kulinarisch neue Dimensionen eröffnen. Unsere touristischen Angebote rund um den Bostalsee, aber auch die Attraktionen wie der Baumwipfelpfad an der Saarschleife sowie der Losheimer Stausee steigern nicht nur die saarländische Lebensqualität, sondern locken viele Gäste an. (Beifall von der SPD.) Durch die Zunahme der Zahl ausländischer Touristen steigen natürlich auch die Ansprüche an die Internationalisierung unserer Tourismusbranche. Von Fremdsprachenkenntnissen in der Gastronomie über mehrsprachige interaktive Reiseführer bis hin zu internationalen Marketingkampagnen reichen die Facetten, die dieser Trend mit sich bringt. Das ist manchmal herausfordernd, zeigt aber nur: Das Saarland hat sich (Abg. Schindelhauer (SPD)) in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer aufstrebenden deutschen Tourismusdestination entwickelt. Darauf können wir stolz sein! (Beifall von der SPD.) Wir haben viel zu bieten und das Wirtschaftsministerium und die Tourismuszentrale haben in den letzten Jahren hart daran gearbeitet, den Saar-Tourismus zu stärken, immer mit dem Leitspruch im Hinterkopf: Wer einmal kommt, kommt immer wieder! Die wichtigsten Reisetrends zu erkennen und sich immer neu und innovativ mit ihnen auseinanderzusetzen, ist und bleibt die zentrale Herausforderung, um den Tourismus im Land voranzutreiben. Ob für Wanderer und Aktivurlauber, Kulturliebhaber, Familien oder auch Gesundheitstouristen - das Saarland hat Vieles zu bieten! Weltkulturerbe, Wandern auf unseren mehrfach ausgezeichneten Premiumwanderwegen oder eine Einkehr in unserer hervorragenden Gastronomie, es ist die Vielfalt, die Reisende am Saarland schätzen. Die Tourismuskonzeption 2025 des Saarlandes gibt die Leitplanke für eine künftige Entwicklung vor. Sie benennt Strukturen und Handlungsfelder, die für eine bewegliche, innovative und wettbewerbsfähige Tourismusarbeit notwendig sind. Ein zentraler Baustein der Tourismuskonzeption ist die Förderung der Kultur. Kultur ist vielleicht in der Logik der Haushaltsaufstellung eher eine freiwillige Aufgabe. Aber sie ist essenziell für die Stärkung unseres Tourismusstandorts. (Beifall von der SPD.) Warum? Ganz einfach: Wer attraktive Kulturangebote mit überregionaler Strahlkraft im Angebot hat, der lockt auch Menschen mit einer weiten Anreise an. Und die besuchen dann wiederum weitere kulturelle Angebote. Im Kernhaushalt für das Jahr 2023 werden wir daher erneut einen großen Schwerpunkt auf die Inwertsetzung kultureller Leuchtturmstandorte legen. Mit einer Fördersumme von 1,2 Millionen Euro ist es den Veranstaltern somit möglich, Events, Ausstellungen oder sonstige kulturelle Ereignisse zu planen. Es ist aber nicht nur die „Experience“, die Reisende heute schätzen. Immer mehr Touristinnen und Touristen legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Ganz nach dem Motto „Regional konsumieren, Kultur respektieren, Energie sparen, Erbe schützen“. Das Trendwort ‚„Greeneverywhere“ macht Nachhaltigkeit zur Pflichtaufgabe für alle Touristiker. Hier haben wir zum Beispiel im Rahmen unserer LEADER-Regionen wichtige Vorarbeit geleistet, die wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen möchten. Unsere Vision ist, das Saarland als Vorreiter für nachhaltigen Tourismus zu entwickeln! (Beifall von der SPD.) Eine weitere Chance und Herausforderung zugleich stellen die digitalen Möglichkeiten und Erfordernisse des Tourismus dar. Kaum jemand bucht heute noch ein Hotel direkt auf der Webseite des Hotels. Kaum jemand hat einen Reiseführer im Taschenbuchformat dabei. Das Hotelzimmer wird vielmehr über eine Plattform gebucht, interaktive Reiseführer ersetzen das Schmökern im Marco-Polo-Reiseführer. Und die schönsten Ecken findet man nicht mehr im Bildband, sondern auf Instagram. Auf der Höhe der Zeit zu bleiben, ist manchmal nicht leicht, aber sicher ist: Neue digitale Kanäle und Technologien werden die alten analogen nach und nach verdrängen. Im Tourismus sind deshalb Innovationen wichtiger denn je. Hier hat diese Branche noch enormen Nachholbedarf. Förderung von kreativem Denken und Handeln ist eine Mammutaufgabe, die perspektivisch zwingend angegangen werden muss, denn der Tourismus ist ein starker Wirtschaftsfaktor für das Saarland und ein wichtiger Motor für den Strukturwandel in unserem Land. (Beifall von der SPD.) Er bringt neben Touristen auch Geld und Jobs ins Saarland. Das Saarland soll ein Ort des Lebens und Arbeitens sein. Wir von der SPD-Fraktion sorgen somit dafür, die Standortqualität und Attraktivität des Saarlandes zu steigern. Damit das gelingt, müssen wir den saarländischen Hotel- und Gastronomiebetrieb stärken. Viele saarländische Hoteliers und Gastronomen befinden sich am Limit. Besonders der Fachkräftemangel macht ihnen zu schaffen. Mit einem Sonderkonjunkturprogramm „Gastgewerbe“ soll durch zusätzliche 3 Millionen Euro krisengeschüttelten Betrieben eine Perspektive gegeben und zukunftssichernde Investitionen ermöglicht werden. Resümierend ist aber festzuhalten: Trotz schwerer Zeiten während Corona ist die Tourismusbranche gut durch die Krise gekommen. Als tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion bin ich mir sicher, dass wir gemeinsam den Saar-Tourismus künftig noch attraktiver, bekannter und erfolgreicher gestalten können. - Vielen Dank und ein herzliches Glückauf! (Beifall von der SPD.)

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