A. Becker
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei meiner Recherche dazu, wie die Haushaltsdebatten in den letzten Jahren so abliefen, habe ich mir die Reden vom letzten Jahr angeschaut. Damals lag der Schwerpunkt bei der Einbringung des Wissenschaftshaushaltes bei der Exzellenzstrategie und bei der Hervorhebung der Informatik. Dieses Jahr wird das ein bisschen anders, denn die Universität besteht für uns nicht nur aus der Informatik, obwohl diese natürlich wichtig ist für unseren Universitätsstandort. Man kann natürlich viel über das Fächerangebot der Hochschulen diskutieren, doch das alles macht wenig Sinn, wenn wir einen wichtigen Grundpfeiler der Universität und der Hochschulen vergessen, nämlich die Studierenden. Studierende haben meistens mehrere Kriterien bei der Auswahl des Standorts für ihre Ausbildung. Ich möchte drei Beispiele geben: erstens die Qualität von Lehre und Forschung ihres gewählten Studienfachs, zweitens die Attraktivität des Campuslebens und drittens die Attraktivität der Stadt. Meine Kollegin Frau Harenz wird nachher zum ersten Punkt noch weitere Ausführungen machen. Zum zweiten Punkt, Attraktivität des Campuslebens. Die Studienzeit ist eine ganz besondere Erfahrung. Sie bleibt uns allen im Gedächtnis, so wie uns allen unsere Schulzeit im Gedächtnis bleibt. Sie trägt erheblich zur Persönlichkeitsentwicklung bei, denn man kann verschiedenste Dinge ausprobieren. Es ist erlaubt, Fehler zu machen und aus diesen Fehlern zu lernen, während man gleichzeitig auch ein hohes Maß an Selbstständigkeit aufbringen muss. Man muss sich um eine Unterkunft kümmern, einen Job suchen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, und sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Man muss sich, während man studiert, lernt und sich an der Uni einfindet, auch gleichzeitig einen neuen Freundeskreis aufbauen. Dass das nicht immer so einfach ist, dürfte uns allen klar sein. Dazu braucht es genügend Angebote am Campus, welche die verschiedensten Studierenden zusammenbringen. Perspektivisch werden wieder mehr Wohnheime auf dem Campus entstehen. Deshalb müssen wir gleichzeitig auch dafür sorgen, dass die Studierenden, die dort wohnen, auch dort leben können. (Beifall von der SPD.) Und das bedeutet eben auch ein gutes Angebot für Aktivitäten in Wohnortnähe. Zum Erhalt eines solchen Angebots steuern wir mit unserem Haushalt nun bei. UNIFILM ist ein Kino direkt auf dem Campus. Schon seit vielen Jahren kümmern sich Studierende ehrenamtlich darum, jedes Semester ein buntes Angebot an Filmen be- (Abg. A. Becker (SPD)) reitzustellen, das für wenig Geld Studierenden und auch Nicht-Studierenden auf dem Campus gezeigt wird. Auch hier macht sich technischer Fortschritt bemerkbar. Um weiterhin Blockbuster und die neuesten Filme zeigen zu können, die die Studierenden eben ins Kino ziehen, braucht es einen speziellen Beamer auf neuestem Stand, und dafür hat sich meine Fraktion eingesetzt. (Beifall von der SPD.) Nun zu drittens. Saarbrücken ist eine gemütliche kleine Hauptstadt mit französischem Flair im Herzen Europas, das müssen wir auch außerhalb unseres schönen Bundeslandes in die Köpfe der jungen Menschen tragen. Denn es ist unser Ziel, die Zahl der Studierenden im Saarland zu erhöhen. Dazu müssen wir den Blick über den Tellerrand wagen. Unser Standort muss an Wahrnehmung und Bedeutung gewinnen, in Europa und der ganzen Welt. Schon jetzt haben wir einen hohen Anteil an internationalen Studierenden im Saarland. Dieser Anteil muss sich in Zukunft noch weiter erhöhen. An attraktiven Angeboten mangelt es uns sicher nicht. Deshalb zum Schluss noch ein Appell an uns alle: Das Saarland ist lebens- und liebenswert. Klar ist: Großes entsteht immer im Kleinen. Wir stellen mit diesem Haushalt die Weichen für große Veränderungen und große Möglichkeiten. - Danke und Glück auf! (Beifall von der SPD.)
