Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich möchte einige Ausführungen zum Teil Wissenschaft machen. Ohne Wissenschaft könnten wir nicht so leben, wie wir heute und hier leben. Wir verdanken der Wissenschaft sehr viel, und wir brauchen die Wissenschaft auch künftig für die Entwicklung unseres Landes. Deshalb ist Wissenschaft ein wichtiges Thema. Spricht man über Wissenschaft, denkt man an Wissenschaft, so ist im Saarland in erster Linie an die Universität des Saarlandes gedacht. Die Universität des Saarlandes wurde seinerzeit gegründet als Universität Saarbrücken. Sie wurde nach dem Krieg gegründet, aber schon verbunden mit dem sehr fortschrittlichen Gedanken, daraus eine internationale Universität zu machen. So wurde also ein französisches Institut angegliedert. Man konnte also an der Universität Saarbrücken sowohl in deutscher Sprache als auch in französischer Sprache studieren. Damals, zu dieser Zeit nach dem Krieg, gab es weit und breit keine andere Universität. Das Saarland war ja seinerzeit teilautonom, und wir hatten dieses Alleinstellungsmerkmal einer Universität, die zudem zweisprachig war. Inzwischen sind aber andere Universitäten um uns herum entstanden: Nancy, Metz, Trier, Kaiserslautern, nun auch Luxemburg. Das heißt, dass wir es nicht verstanden haben, unsere Universität zu einem wirklichen Mittelpunkt auszubauen. In der Folge haben sich andere Universitäten gegründet, und nun ist unsere Universität eine Universität unter vielen, eine regionale Universität. - Ich spreche nun von der Universität, wir haben aber natürlich auch noch andere Hochschulen, die ich nicht geringschätzen möchte. Ich nenne hier nur die htw, die einen sehr guten Ruf hat. Ich will mich nun aber weiter auf die Universität beziehen. Die saarländische Universität, die Universität des Saarlandes, hatte ja dieses Merkmal der Exzellenz, zumindest bis vor Kurzem. Man hätte sie weiter und stärker fördern müssen, sodass sie wirklich zu einem Zentrum hier geworden wäre - was sie sein könnte, weil sie im Zentrum dieser neu gegründeten Universitäten liegt. Der Wissenschaftsminister hat im Ausschuss dargelegt - auch Professor Schmitt war diesbezüglich seiner Meinung -, dass es auch eines seiner Ziele sei, diese Exzellenz unbedingt wieder zu erlangen. Das ist nicht einfach. Es ist schon nicht einfach, diese Exzellenz zu halten, noch schwie- (Abg. Dörr (AfD)) riger ist es, sie zu erlangen, wenn man in Konkurrenz zu wichtigen und gewichtigen Partnern steht. Der Minister hat einige Dinge angeführt, die mir auch wichtig erscheinen. Es kommt zunächst einmal schon darauf an, wie groß eine Universität ist, das wird ja nach der Anzahl der Studentinnen und Studenten gemessen. Wenn ich eine Universität mit nur 5.000 Leuten habe, kann ich keine großen Sprünge machen. Wenn es aber 50.000 sind, dann bin ich schon wer. Da gibt es ja auch Richtzahlen, ab wann eine Universität ganz gut ist. 20.000 Studenten wären schon nicht so schlecht. Je mehr, desto besser. Woran hängt es, dass in Saarbrücken nicht so viele Studenten und Studentinnen sind, wie wir es uns wünschen, wie es sein könnte? Das ist ein weites Feld. Zunächst einmal, wenn ich in Hamburg als junger Mann oder junge Frau Abitur mache und Interesse habe, in Saarbrücken zu studieren, frage ich natürlich zuerst einmal, wie dort die Wohnungssituation ist. Wenn ich dann höre, dass es kaum Studentenwohnheime gibt und dass in den existierenden die Plätze besetzt sind, kümmere ich mich um einen anderen Studienstandort. Was auch wichtig ist und für viele sehr wichtig, ist die Frage, wer dort lehrt. Wir haben in Saarbrücken mal den Professor Maihofer gehabt, da sind Leute aus ganz Europa gekommen, um seine Vorlesungen zu hören. Das ist also auch wichtig. Und es ist auch wichtig, wie die sogenannten weichen Standortfaktoren sind, wie die Schullandschaft ist. Wie sieht es da aus, wo kann ich als Professor meine Kinder in die Schule schicken, welches Angebot ist da? Es gibt noch vieles andere, aber ich lasse es mal beim Schulangebot bewenden. Da haben wir von der AfD schon des Öfteren hier in diesem Hause beantragt, ein Förderschulsystem für sonderbegabte Kinder einzuführen - es aufzubauen und auszubauen. Das ist ja auch interessant für Leute, die hierherkommen, entweder als Studenten oder als Universitätspersonal jeglicher Art mit Kindern. Da sind also viele Dinge zu machen. Wie gesagt, es ist nicht nur eine einzige Sache, die gemacht werden muss, sondern es muss ein großer Wurf sein. Das heißt, wir dürfen hier nicht kleckern, hier geht es um die Zukunft des Saarlandes und die Zukunft unserer Kinder, hier müssen wir klotzen. Ich mahne an, dass das gemacht wird. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
