landtag-saar.de ↗

Sandra Johann

CDU 07.12.2022 Sitzungen 17/9

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mich zu diesem Tagesordnungspunkt der Beratungen zu Wort gemeldet, um zum einen die Wichtigkeit dieses Europa-Themas noch einmal zu betonen. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass wir uns hier die angemessene Zeit nehmen, um über die Titelgruppe „Europaangelegenheiten“ zu sprechen und zum anderen ist es mir eine Herzensangelegenheit, kurz auf ein Thema einzugehen, das im Haushalt als „Vorbereitung einer internationalen Bauausstellung“ betitelt wird. Dies wurde bisher leider noch gar nicht erwähnt. Um was genau handelt es sich dabei eigentlich? Und warum lohnt es sich, darauf einen genauen Blick zu werfen? Eine Internationale Bauausstellung, kurz IBA, versteht sich als ein spannendes Pingpong der Zukunftsprozesse, das für die grenzüberschreitende Arbeit bereits in den vergangenen zwei Jahren wichtige Impulse geleistet hat. Eine IBA ist mehr als nur eine reine Architekturausstellung. Sie ist ein Transformationsprozess. Sie beschäftigt sich mit unseren zukünftigen Lebenswelten in Sachen Klima und Grenze und behandelt regionale Problemlagen von Architektur-, Stadt- und Regionalplanung, also ein wahres Zukunftsthema. Warum das Ganze nun im Europahaushalt? Weil es um unsere Heimat geht, um unsere Großregion. Dazu haben der Architekturprofessor Stefan Ochs und sein Team der htw Saar in einem sogenannten Prä-IBA-Werkstattlabor mehrere Machbarkeitsstudien und Projekte in den vergangenen beiden Jahren durchgeführt und die Möglichkeit der Realisierung einer solchen IBA in der Großregion geprüft. Da es sich bei dieser IBA um einen Prozess handelt, hat sich nun der sogenannte Projektraum „Saarraine“ entwickelt, also die Grenze des Gebietes Saarland und Lothringen entlang der deutsch-französischen Grenze, der jetzt nach Abschluss dieser zweijährigen Prä-IBA-Phase als Zielraum feststeht. Als Beispiele lassen sich hier unter ande- (Abg. Johann (CDU)) rem Entwürfe für die ehemalige Keramikfabrik im Herzen der Stadt Saargemünd oder die ehemalige Grubenanlage „Siège Simon“ in Forbach nennen. Nun geht es darum, weitere Zukunftsvisionen zu entwickeln und indirekt Mittel zu generieren. Dazu benötigt es unsere Unterstützung aus dem Haushalt und ein geeignetes Projekt, um die EU-Gelder ins Land zu holen. Die IBA konnte sich bisher zu einem interessanten Aushängeschild für unsere Großregion entwickeln und wurde bislang stark durch das ehemalige Europaministerium unterstützt. Nun hoffen und fordern wir, dass diese Zusammenarbeit auch unter der neuen Landesregierung weitergeht. Es geht weiterhin darum, die Projekte der IBA in die Umsetzungsphase zu bringen. Die Leuchttürme unserer Großregion und unserer Grenzregion wie etwa die Goldene Bremm oder die Sendehalle des ehemaligen Europasenders in Berus müssen mit Leben gefüllt und vor allem für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Für diese und viele weitere interessante und zukunftsträchtige Ideen möchte ich an dieser Stelle Prof. Dr. Ochs und seinem gesamten Team noch einmal meinen Dank für ihr Engagement aussprechen. (Beifall von der CDU.) Es ist also ausdrücklich zu begrüßen, dass im vorliegenden Einzelplan Mittel eingestellt sind, um diesem zukunftsträchtigen Projekt die nötige Aufmerksamkeit zuzuschreiben, damit die Gründungen der eigentlichen IBA vorbereitet werden und unser Garten der Grenzregion weiterwachsen kann getreu dem IBA-Motto „Il faut cultiver notre jardin“. - Vielen herzlichen Dank. (Beifall von der CDU.)

Alle Reden von Sandra Johann Protokoll ↗