Hermann-Josef Scharf
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe K olleginnen und Kollegen! Zunächst möchte ich mich mit einem herzlichen Wort des Dankes an die Verantwortlichen der Tafeln, aber auch an die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die jeden Tag hervorragende und tolle Arbeit leisten, richten. Was Ihr macht, ist gelebte Nächstenliebe. Mein Dank geht auch an andere Systeme wie Ingos kleine Kältehilfe, den Kältebus oder die Wärmestube. Ich erinnere heute an eine liebe Freundin, die gute Mutter der Wärmestube, Beate Philippi. Ich durfte diese großartige Frau vor vielen Jahren kennenlernen, als sie noch sehr alkoholkrank war. Sie hatte ein unglaublich schweres Leben. Letztes Jahr ist sie an Krebs verstorben. Ein schönes Bild auf dem Tresen der Wärmestube erinnert an sie. Sie ist (Abg. Scharf (CDU)) mir wirklich zu einer guten Freundin geworden. Ich bin sehr gerne in der Wärmestube. Ich bin deswegen so gerne dort, Herr Dörr, weil dort alle Menschen gleich sind. Dort werden keine Unterschiede gemacht. Jeder, der hineinkommt, ist herzlich willkommen. Das ist es doch, was unsere Gesellschaft ausmacht, was der Kitt unserer Gesellschaft ist. Es geht darum, dass wir alle zusammenstehen, auch wenn es ernst ist. (Beifall von der CDU und der SPD.) Kurz vor ihrem Tod hat sie mir noch etwas gesagt, was sie auch wirklich so gelebt hat. Nachdem sie die Alkoholkrankheit überwunden hatte, hat sie alles Mögliche gerade für diejenigen, die zum ersten Mal in die Wärmestube kamen, getan. Sie hat immer gesagt, wir arbeiten hier geschwisterlich miteinander. Das ist das, was mich bis zum heutigen Tag tief beeindruckt. Deswegen war es mir wichtig, heute an eine solche Persönlichkeit zu erinnern. Ich möchte Ihnen, meine Herren von rechts, noch etwas aus der Enzyklika Fratelli tutti von Papst Franziskus zitieren. Papst Franziskus hat nämlich so schön gesagt: „Niemand darf aufgrund seiner Herkunft ausgeschlossen werden und schon gar nicht aufgrund der Privilegien anderer, die unter günstigeren Umständen aufgewachsen sind. Auch die Grenzen und Grenzverläufe von Staaten können das nicht verhindern. So wie es inakzeptabel ist, dass eine Person weniger Rechte hat, weil sie eine Frau ist, so ist es auch nicht hinnehmbar, dass der Geburtsoder Wohnort schon von sich aus mindere Voraussetzungen für ein würdiges Leben und eine menschenwürdige Entwicklung liefert.“ Ich glaube, schöner kann man es nicht ausdrücken. Das soll uns in dieser schweren Zeit Richtschnur und Kompass sein. Lasst uns diese Dinge genau so, wie es in der Enzyklika steht, nicht nur in Worten hören, sondern lasst sie uns zusammen leben. Deswegen, Herr Dörr, spielen wir nicht irgendwelche Menschen gegeneinander aus. Ich finde das sehr makaber. (Beifall von der CDU und der SPD.) Ich komme zum Haushalt. Es wurde bereits angesprochen. Wir hatten den Armutstitel betreffend in den beiden Jahren durch die Corona-Pandemie nicht die Ausgaben tätigen können, wie es hätte sein sollen. Deswegen gab es Reste. Es stehen jetzt fast 2 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld muss sinnvoll eingesetzt werden. Wir müssen die Tafeln, Ingos kleine Kältehilfe, die Wärmestube und alle anderen Stellen unterstützen. Mir hat es gut gefallen, dass der Sozialminister eine Schalte auch mit den Ortsvorstehern durchgeführt hat. Das sage ich auch als Ortsratsmitglied. Viele in unseren kleinen Dörfern leisten Großartiges. Auch dort haben wir zwischenzeitlich Menschen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind. Diese Hilfe wird jetzt gewährt. Ich finde, das ist etwas sehr Beeindruckendes. Wir sind bald in der Advents- und Weihnachtszeit. Ich wünsche mir, dass heute von diesem Landtag das Signal ausgeht, dass wir nicht selektieren oder stigmatisieren, sondern die Menschen so annehmen, wie sie sind. Deswegen kann ich nur sagen, dass wir als CDU-Fraktion Ihren Antrag ablehnen. Wenn Sie klug wären, würden Sie ihn noch zurückziehen, weil er eine Schande ist. (Beifall von der CDU und der SPD.)
