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Friedrich Josef Dörr

AfD 17.11.2022 Sitzungen 17/8

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Gewalt gegen Frauen ist nicht nur ein wichtiges Thema, es ist eine Schande. Es ist überhaupt eine Schande, Gewalt gegen diejenigen anzuwenden, die schwächer sind, als man selbst ist. Deshalb ist es auch ein wichtiges Thema für den Landtag. Ich bedauere es sehr, dass die SPD und die CDU gemeint haben, es wäre nur ein wichtiges Thema für ihre beiden Fraktionen, und die AfD-Fraktion nicht in die Beratungen eingebunden hat. (Zuruf aus der SPD-Fraktion.) Das wirft auch ein gewisses Licht auf das Demokr atieverständnis der beiden stärksten Fraktionen in diesem Landtag. Aber es ist nun einmal so. Wir werden damit fertig. Nur muss man dann auch in Kauf nehmen, dass wir bei dem einen oder anderen Mal, obwohl wir in der Sache einer ähnlichen oder der gleichen Meinung sind, wegen des Wortlautes dann nicht zustimmen, wo wir vielleicht noch hier oder da etwas hätten ändern können. Jede Art Gewalt gegen Frauen ist wichtig. Die P aletten sind aufgezählt worden. Jetzt ist bald dieser wichtige Tag, der 25. November. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Gewalt gegen Kinder noch viel schlimmer und schändlicher ist, weil sich die Kinder überhaupt nicht wehren können. Sie können sich nicht scheiden lassen. Sie können auch nicht ausziehen, sie sind der Gewalt ausgesetzt. Das wollte ich nur einmal noch sagen. Dann möchte ich auch etwas gegen den Strom sagen. Meiner Ansicht nach dürfen wir nicht den Eindruck erwecken oder haben, dass wir ein Land von Lüstlingen und Missetätern sind, die landauf, landab ihre Frauen körperlich schädigen und so weiter. (Zurufe aus der SPD.) Ich kann Ihnen versichern, in meiner Familie ist, soweit ich denken kann, so etwas nicht vorgekommen. Auch in der Bekanntschaft und Verwandtschaft ist das fremd. Ich gebe zu, es gibt Gegenden, wo das häufig auftritt. Ich bin berufsmäßig mit solchen Dingen in Verbindung gekommen, mehr als ein anderer, der hier sitzt und meint, er hätte die Weisheit mit dem Schöpflöffel gefressen. Ich kann Ihnen sagen, ich war in Saarlouis lange Jahre Schulleiter und in Saarlouis gibt es auch ‑ ‑ (Sprechen bei der SPD.) Herr Commerçon, hier können Sie noch etwas dazulernen! - Da gibt es unter anderem zwei sogenannte soziale Brennpunkte und man weiß, dass die Kinder, die von dort kommen, benachteiligt sind. Da ist mir ein Junge vorgeführt wor- (Abg. Dörr (AfD)) den. Beim Umziehen in der Sporthalle hatte man festgestellt, dass er schlimme Verletzungen auf dem Rücken hatte. Ich habe mir das ansehen müssen. Da wurde mir aber gleich gesagt: „Mach da nichts, halte dich da raus, die Behörden haben auch schon gesagt, man soll lieber nichts machen, der hat schon seine Frau aus dem zweiten Stock geworfen, aber sie hat nachher vor den entsprechenden Behörden gesagt, sie wäre beim Fensterputzen herausgefallen. Sie hatte Angst, dass er ihr noch einmal etwas tut.“ Ich bin zu dem Mann gegangen und habe zu ihm gesagt: „Ich kann nicht beweisen, dass Sie das waren. Das kann auch ein Nachbar gewesen sein. Ich kann auch nicht beweisen, dass Ihre Frau nicht beim Fensterputzen aus dem Fenster des zweitens Stocks gefallen ist, aber ich sage Ihnen eines: Wenn dieses Kind noch einmal zu mir in die Schule kommt und so etwas wird festgestellt, dann komme ich zu Ihnen, dann brauche ich keine Beweise. Dann werden Sie mir Rede und Antwort stehen.“ Dem Kind war nichts mehr passiert. Ich fordere dazu auf, dass jeder an der Stelle, wo er ist, Mut hat und dass er auch diejenigen anregt, die an diesen Stellen tätig sind, einzugreifen. Das ist es nämlich. Woher kommen denn die Dunkelziffern? Woher ist das? Weil die Leute sich ‑ nicht trauen. Wenn sie sich trauen, haben sie nicht den Rückhalt, der eingefordert wird. Der wird mündlich gegeben, aber wenn es darauf ankommt, hat man Angst vor diesen Gewalttätern. Deshalb ist mein Appell, neben dem, was wir als Landtag alles machen müssen, es selbst auch nicht zu vergessen, selbst Courage zu haben und diejenigen, mit denen wir zusammen sind, zu bitten und aufzufordern, auch Courage zu haben. Wir unterstützen das Anliegen voll. Den Text können wir nicht ganz unterstützen. Deshalb enthalten wir uns. Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)

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