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Friedrich Josef Dörr

AfD 17.11.2022 Sitzungen 17/8

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Das ist sowohl ein wichtiges als auch ein schwieriges Thema. Wer beruflich oder auch ansonsten mit Spielsuchtkranken zu tun hatte, der weiß, dass das eine der schlimmsten Süchte ist, die es überhaupt gibt. Selbst ein Alkoholkranker ist gelegentlich beziehungsweise zwischendurch manchmal nüchtern, aber ein Spielsuchtkranker ist immer Spielsuchtkranker. Bei allem, was er sieht, überlegt er, wie er es in Geld ummünzen und im Spiel einsetzen kann. Wenn vom Spieltrieb die Rede ist, so ist das an dieser Stelle ein verkehrter Ausdruck. Es geht nicht um den Spieltrieb, wenn man also Fußball spielt oder kegelt. Hier geht es um den Trieb zur leichten Erringung von Geld, um diese Illusion, man könne ohne Arbeit, ohne Können und Wissen, 1 Million Euro gewinnen, wenn man Glück hat. Das ist der Spieltrieb. Davon kommen Leute nicht so leicht los, die da von besessen sind. Weil diese Sucht Tragödien in die Familien bringt, ist es für uns, die wir für die Leute im Saarland verantwortlich sind, sehr wichtig, dass wir Gesetze machen, um diese Sucht zurückzudrängen. Beseitigen können wir sie wahrscheinlich nicht. Das ist die Krux, in der wir überhaupt sind: Wir hätten sämtliche Spielmöglichkeiten wie Lotterien verbieten können. Dann werden sie aber illegal da sein. Man muss sich also überlegen, was vernünftig ist, dass es möglichst weit zurückgedrängt wird. Dieses Gesetz ist nicht neu. Es gab Änderungen und ich war auch bei den Anhörungen dabei. Es hieß dort, gerade die Besitzer und Vertreter solcher Spielstätten seien für den Schutz der Suchtkranken. Das ist alles gelogen. Sie sind natürlich nicht dafür, sondern wollen Geld verdienen. Es ist nicht so, dass man 50 Euro gewinnen oder verlieren kann, nein, man verliert 50 oder 100 Euro und gewinnt vielleicht 40 Euro. Das ist ein Trug, den ein Süchtiger nicht erkennt. Lange Rede, kurzer Sinn - meine Redezeit läuft ab ‑ ‑ (Abg. Conigliaro (SPD): Jawoll! - Beifall des Abgeordneten Arweiler (SPD).) Ich weiß, dass Sie das nicht gerne hören. Sie haben es lieber einheitlich, wenn alle gemeinsam klatschen können. Wir sind leider nicht in dieser komfortablen Situation, vielleicht aber auch Gott sei Dank. Wir müssen mehr nachdenken. (Lachen bei der SPD.) Wir sind für den Schutz der Menschen, die Gefahr laufen, suchtkrank zu werden. Es gibt das saarländische Sprichwort „Allzu scharf schneidet nicht“. Aus diesem Grunde sind wir nicht für den Gesetzentwurf, sondern enthalten uns auch und hoffen, dass in der Anhörung und während der Beratung im Ausschuss noch ein paar vernünftige Gedanken dazukommen. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)

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