Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Scharf, was Sie jetzt alles aufgezählt haben, sind ja nicht die Folgen der Maßnahme. Das ist trotz der Maßnahmen geschehen! (Zuruf.) Die Toten, die wir zu beklagen haben - man kann ruhig sagen: zu beklagen haben -, und auch die Leute mit Schädigungen und andere Schäden, die wir zu beklagen haben, sind ja trotz der Maßnahmen entstanden. Wir waren von Anfang an der Ansicht, dass man die Maßnahmen den Leuten selbst überlassen sollte, nachdem die Mittel bereitstehen. Man sollte die Leute selbst in die Verantwortung nehmen. Wir haben festgestellt, dass in Ländern, in denen das geschehen ist, keine größeren Schäden, sondern oft kleinere Schäden entstanden sind als bei uns, die wir gemeint haben, wir müssen die Leute gängeln bis zum Letzten. Das ist also fürwahr nicht die Folge, weil man es aufgegeben hat, sondern die Folge, weil man es durchgeführt hat. Es ist weiterhin beabsichtigt, das durchzuführen. Die Dinge, von denen man gesagt hat, dass es F ortschritte seien, hat es immer nur auf Drängen der Bevölkerung und der Beteiligten gegeben. Wir meinen, das sollten wir und unsere Regierung selbst machen. Herr Jung, das muss man sagen - man muss immer objektiv und ehrlich bleiben -, ich habe Ihnen seinerzeit dazu gratuliert, als Sie einen Schritt nicht mitgegangen sind, den alle anderen vorgegangen sind. Sie sind in die Richtung mehr Freiwilligkeit gegangen, aber das ist nicht genug. Wir müssen den Mut haben, hier einen radikalen Schnitt zu machen. Es ist nun einmal in einem Gesetz festgestellt, dass Corona nicht mehr als schwere Infektionskrankheit eingestuft ist. Das müssen wir einmal zur Kenntnis nehmen und die Konsequenzen ziehen. Sie, lieber Kollege von der SPD, sind ausersehen worden, auf meine Dinge zu antworten. Da tun Sie mir im Grunde leid. Andere haben das schon hinter sich. (Heiterkeit und Lachen bei der SPD.) Nur noch einen kleinen Tipp. Wenn Sie scheinbar sagen, dann haben Sie das im Sinne von anscheinend gemeint, denn wenn es scheinbar ist, dann ist es in Wirklichkeit nicht so. Im Saarland sagt man scheinbar für beide Bedeutungen, aber im Hochdeutschen wird scheinbar gebraucht, wenn es in Wirklichkeit nicht so ist, und anscheinend, wenn es so ist. Sie wollten also wahrscheinlich anscheinend sagen. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD. - Sprechen bei der SPD.)
