Réka Klein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleg*innen! Ich darf hier heute zum Thema Ombudsstelle für Jugendhilfe sprechen. Wieder ist Kinder- und Jugendschutz ein wichtiger Teil unserer Plenarsitzung. Danke Magnus, dass du so schnell und konsequent voranschreitest! Unter dem Begriff Ombudsstelle kann sich vielleicht nicht jeder sofort etwas vorstellen. Doch dahinter versteckt sich ein elementarer und wichtiger Baustein im Jugendschutz: eine unparteiische Schiedsperson. Sie informiert, berät und kann im Konfliktfall vermitteln. Sie agiert unabhängig und vertraulich. Ratsuchenden wird kostenlos geholfen. Viele andere Bundesländer haben bereits eine solche Stelle eingerichtet. Andere Länder sind also in ihren Strukturen schon viel weiter als wir. Und dennoch - und vielleicht gerade deshalbist dies heute wieder ein richtiger und wichtiger Schritt für den saarländischen Kinder- und Jugendschutz. (Beifall von der SPD.) Meine Damen und Herren, ich bin aus der aktiv en Kinder- und Jugendarbeit herausgegangen, um hier im Landtag für alle übergreifend etwas bewegen zu können. „Réka, du wirst dir die Zähne ausbeißen. Du wirst dich nur ärgern, weil alles viel zu langsam gehen wird!“ - Aber hey, wir sind im ersten Jahr der neuen Legislaturperiode, und ich kann schon heute mit Stolz sagen: Wir reden nicht nur über Jugendschutz, nein, wir stärken ihn - und das stetig. Darauf bin ich stolz. (Beifall von der SPD.) Bei der Ombudsstelle können Familien, Kinder und Jugendliche Rat suchen. Sie ist aber auch eine Instanz für das Jugendamt. Die Ombudsstelle ist eine Instanz der Neutralität, damit ist sie ein großer Player für die Jugendarbeit. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Familien teilweise den Eindruck haben, in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Jugendamt zu stehen. Das Jugendamt scheint ihnen immer am längeren Hebel zu sitzen. In der Folge werden Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe von der Familie nicht immer als Kooperationspartner*innen angesehen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die betroffenen Familien, Kinder und Jugendlichen sich an eine unabhängige Stelle wenden können. Die Ombudsstelle durchbricht also dieses Machtverhältnis, das in vielen Köpfen existiert und die zielgerichtete Zusammenarbeit blockiert. Die Familien müssen sich nicht mehr aus- (Abg. Klein (SPD)) geliefert fühlen. Die Ombudsstelle stärkt somit auch die Position der einzelnen Mitarbeiter*innen des Jugendamtes. Sie fördert ihr Verhältnis zu Familien, und genau davon - und das ist das Wichtigste - profitieren am Ende unsere Kinder. Meine Damen und Herren, das ist ein Meilenstein, denn ab jetzt wird es im Saarland eine neutrale Stelle geben, an die die Mitarbeiter*innen in der Jugendhilfe all diejenigen verweisen können, die sich ungerecht behandelt fühlen. Und auch die Mitarbeiter*innen in der Jugendhilfe bekommen eine weitere Beratungsinstanz. Das ist ein riesiger Schritt für die Kinder- und Jugendhilfe im Saarland, das ist ein wichtiger Schritt für unsere Kinder und ein fantastischer Schritt nach nur sechs Monaten Amtszeit. - Vielen Dank, meine Damen und Herren. (Beifall von der SPD.)
