Jutta Schmitt-Lang
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Dörr, ich bin auch traurig! Ich bin traurig, dass ich mich schon wieder mit diesem Thema beschäftigen muss. Ich komme mir langsam vor wie in einer Zeitschleife. Sie haben von Wettbewerb gesprochen. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, Politik ist der Wettbewerb um die besten Ideen. Ich fände es toll, wenn Sie nicht nur von Wettbewerb reden würden, sondern beim Wettbewerb einfach einmal mitmachen und ein paar neue, gute Ideen hier im Haus einbringen würden. (Beifall von der CDU und bei der SPD.) Ich will an der Stelle wirklich nicht viel dazu sagen, denn sonst bleiben wir ewig in der Zeitschleife hängen. Wir haben ein leistungsstarkes und differenziertes Schulsystem und richtig tolle Angebote für unsere begabten Kinder mit verschiedenen Begabungen. Ich selbst war Lehrerin am Gymnasium am Rotenbühl mit einem extrem starken sportlichen Zweig. Wir haben musische Bereiche, wir haben starke MINT-Schulen, wir haben ganz viele Angebote für Kinder, die eben in bestimmten Bereichen begabt sind. Diese müssen wir stärken. Ich bin nicht ganz beim Kollegen Haas, der das Hohelied auf das rein Inklusive gesungen hat. Nein, wir brauchen natürlich gerade auch Angebote für Kinder mit besonderen Begabungen. Und wir haben sie! Wir sollten sie stärken. Sie haben selbst eines angeführt, nämlich die Beratungsstelle für Hochbegabung. Gerade in diese Bereiche müssen wir mehr investieren. Das ist richtig. Wir haben gleichzeitig auch ein Förderschulsystem - Sie haben es ebenfalls angesprochen , ‑ das hervorragend funktioniert. Auch dort müssen wir stärker personell investieren, damit wir diese Kinder auch ihren Anforderungen entsprechend fördern können. Wir brauchen auch Geld in der Inklusion, das ist völlig klar, damit die Kinder in den Regelschulen eben in ihren Stärken und Talenten noch besser gefördert werden. Ich kann es also ganz kurz machen: Mehr Geld für die Förderung unserer begabten Kinder, und zwar eigentlich aller Kinder, denn jedes Kind ist in seiner Form irgendwie begabt. Wir brauchen für alle die richtigen Fördermöglichkeiten. Also lautet die Antwort: Ja, mehr Investitionen in diesem Bereich, aber Nein zu einem zusätzlichen Schulsystem, zu zusätzlichen Doppelstrukturen. Und deswegen auch Nein, vielleicht zum letzten Mal - ich korrigiere mich, es ist sicherlich nicht zum letzten Mal, aber ich habe noch Hoffnung - zu Ihrem Antrag, Herr Dörr. (Beifall von der CDU.)
