Sascha Haas
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In Vorbereitung auf diesen Antrag habe ich mal recherchiert. Ich habe mal wieder - Sie haben es gerade auch selbst gesagt - diesen Antrag in der letzten Legislaturperiode zweioder dreimal gefunden. Ich habe auch die Wortbeiträge des Kollegen Wagner gefunden. Es wurde auch schon unzählige Male in den Ausschusssitzungen diskutiert. Es ist also ein ganz klassischer Antrag der AfD, der immer wieder zur Einbringung genutzt wird. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, da die Presse noch anwesend ist, Folgendes zu sagen: Die AfD glänzt nicht nur damit, dass sie Anträge immer wieder ins Plenum einbringt, sondern sie glänzt auch mit Abwesenheit. Wir haben es eben gehört, dies war im Justizausschuss und im Innenausschuss der Fall. Sie glänzt im Bildungsausschuss zum Beispiel damit, zu spät zu kommen oder früher zu gehen. Vielleicht ist das Ihr Anspruch an Ihre Arbeit. Ich finde es aber wirklich schade, dass wir uns hier ständig mit Anträgen beschäftigen müssen, die wir schon zig Mal behandelt haben. Das finde ich wirklich schade. Ich hoffe, dass es die Saarländerinnen und Saarländer bei der nächsten Wahl entsprechend quotieren werden. (Beifall von der SPD.) Wenn ich Ihren Antrag lese, dann gehe ich davon aus, Herr Dörr, dass Sie mit sonderbegabten Kindern und Jugendlichen begabte oder hochbegabte Kinder und Jugendliche meinen. Wie wir aus den vergangenen Diskussionen wissen, ist es im Saarland eben nicht notwendig, eine eigene Schule dafür einzurichten. (Abg. Dörr (AfD): Ein eigenes Schulsystem!) Ja, es ist nicht nötig, ein eigenes Schulsystem dafür einzurichten. Wieso? - Weil wir einen ganz anderen Ansatz verfolgen. Wir wollen, dass begabte und hochbegabte Kinder und Jugendliche in heterogenen Lerngruppen an allen saarländischen Schulen unter Einsatz von Methoden der Differenzierung entsprechend ihrer Begabung gefördert werden und das im Übrigen auch unter Berücksichtigung unserer Schulgesetze hier im Land. (Beifall von der SPD.) Unser Ansatz der Begabtenförderung steht auch in der Gesamtthematik inklusiver Schulentwicklung. Das heißt, wir wollen den Aufbau eines Bildungssystems unterstützen, das gemeinsam, differenziert und individuell auf die Bildungsbedarfe ebendieser Schülerinnen und Schüler eingeht. Dieser Ansatz hat im Saarland nicht nur Tradition, sondern wir haben in der Vergangenheit auch immer wieder festgestellt, dass es - wie wir es im Saarland machen - vorbildlich und bundesweit eines der leistungsfähigsten Systeme ist, um begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler zu fördern. Deswegen brauchen wir kein eigenes Schulsystem für diese Kinder und Jugendlichen. (Beifall von der SPD.) Ich möchte vor allem die Beratungsstelle Hochbegabung nennen, denn sie dient als zentrale Anlaufstelle für Eltern, PädagogInnen und alle Interessierten zum Thema Hochbegabung. Gleichzeitig unterstützt diese Beratungsstelle die Bildungseinrichtungen bei der Weiterentwicklung eigener Förderkonzept und bietet spezielle Qualifizierungsmaßnahmen und individuelle Betreuungsangebote für PädagogInnen an. Außerdem ist sie auch eine Netzwerkstelle - das hatten Sie eben ein Stück weit kritisiert -, um mit anderen Institutionen zusammenarbeiten, die sich mit dem Thema Hochbegabtenforschung und -förderung befassen. Diese Beratungsstelle leistet für Kinder und Jugendliche schulintegrierte und außerschulische Programme. Rufen wir uns hierzu einmal die Studientage, die Denkwerkstätten oder die Fördergruppen ins Gedächtnis. Das macht sie an ganz verschiedenen Schulstandor- (Abg. Haas (SPD)) ten im ganzen Saarland. Ich glaube, das ist und bleibt der richtige Ansatz. Im Übrigen macht sie das von der Vorschule bis hin zur Oberstufe. Dieses breite Angebot, das wir im Saarland aus einer Hand haben, hat sich bewährt. Wir brauchen kein eigenes Förderschulsystem und dafür notwendige Haushaltsmittel im Haushalt. Deswegen lehnen wir Ihren Antrag ab. Glück auf, vielen Dank! (Beifall von der SPD.)
