landtag-saar.de ↗

Friedrich Josef Dörr

AfD 12.10.2022 Sitzungen 17/7

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Es fällt mir nicht leicht, offensichtliche Dinge immer wieder hier vorzutragen. Es macht mich schon etwas traurig, dass sie dann auch immer abgelehnt werden, obwohl sie für die Zukunft unserer Kinder sehr wichtig sind. Früher stand über vielen Schuleingängen der Spruch geschrieben: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Manchmal scheint mir, dass wir das etwas vergessen haben. Die Schule wird als Wohlfühlort oder als sonst etwas betrachtet - ich will das gar nicht ausführen -, aber am allerwenigsten dafür, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Das Leben besteht zum großen Teil aus Wettbewerb. Es hat also keinen Sinn, den Wettbewerb, den es im Leben gibt, auszugliedern. Im Sport gibt es Wettbewerb. Da ist es am Schluss egal, ob man gut oder schlecht gespielt hatte. Da werden einfach die Tore gezählt. Im Berufsleben gibt es den Wettbewerb um Aufstiegsstellen. Selbst im persönlichen Leben gibt es den Wettbewerb, zum Beispiel wenn drei junge Männer an derselben Frau Interesse haben, um sie zu heiraten. Dann müssen sie sich beweisen und so weiter und so fort. Es geht nicht ohne Wettbewerb. Jetzt noch einmal zurück zur Schule. Ich meine, den Satz, „alle Menschen sind gleich“, haben wir hier in diesem Hause schon überwunden. Alle Menschen sind sehr ungleich, sonst könnten wir nämlich die Menschen nicht voneinander unterscheiden und würden sie auch nicht kennen. Die Menschen sind ungleich. Sie sind natürlich gleichwertig. Das ist klar, das ist überhaupt keine Frage. Aber sie sind ungleich in ihren Begabungen, sie sind ungleich in ihren Neigungen, sie sind ungleich in sehr vielen Dingen. Dieser Ungleichheit muss die Schule gerecht werden, wenn sie die Kinder anlagengemäß fördern will. Ich habe hier schon einige Male gesagt, dass das saarländische Schulsystem, was unsere behinderten Kinder betrifft, sehr gut aufgestellt ist. Wir haben Förderschulen für behinderte Kinder, und zwar für viele Arten von Behinderungen. Das ist sehr gut. Es gibt zwar Kräfte, die das abschaffen wollen, aber es ist sehr gut, dass wir es haben. Wir sollten es unbedingt beibehalten. Wir haben aber ebenso sonderbegabte Kinder. Es ist ein Problem, dass wir sie nicht so fördern, wie wir es müssten. Wir müssten sie zuerst einmal fördern, um ihnen das zuzugestehen, was ihnen gebührt, zum anderen müssen wir sie aus Eigennutz fördern. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Wir haben im Saarland keine Bodenschätze mehr, die gehoben werden. Das mit der Kohle ist zu Ende, ansonsten haben wir nichts. Wir haben karge Böden, aber wir haben unsere Kinder mit ihrer Zukunft, mit ihren Köpfen, ihren Händen und ihren Herzen. Diese Kinder müssen wir fördern. Es gehört dazu, dass wir - wie erwähnt - die besonders begabten Kinder fördern. Ich komme auf das zurück, was der Finanzminister gesagt hat. Er hat es schon öfter und nicht nur heute genannt. Wir haben im Saarland eine Universität. Sie war einmal ein Leuchtturm in der ganzen Region. Es gab keine Universitäten in Kaiserslautern, Trier, Metz oder Nancy, es gab auch keine in Luxemburg. Es gab nur die Universität in Saarbrücken. Die Saarbrücker Universität, die nach dem Kriege neu gegründet wurde, war Deutsch und hatte eine französische Abteilung, die sehr angesehen war. Viele Franzosen haben hier im Saarland studiert, viele Saarländer haben im französischen Teil studiert. Das war ein großes Pfund. (Abg. Dörr (AfD)) Aus vielen verschiedenen Gründen, an denen nicht einzelne Personen schuld sind, ist es so gekommen, dass nach und nach andere Universitäten entstanden sind. Vielleicht hätten wir auch etwas mehr tun können. Inzwischen sind diese Universitäten eine starke Konkurrenz zu uns. Bei der Exzellenzauszeichnung, die wir schon einmal hatten, haben wir inzwischen Boden verloren. Beim letzten Mal wurden wir nicht mehr ausgezeichnet. Wir konkurrieren hier nicht mit Malta oder Andorra, sondern mit Ländern wie Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen und so weiter. Wir als kleines Land sind da benachteiligt. Es ist also eine ganz wichtige Sache, dass wir dies betreiben. Es würde helfen, wenn man weiß, im Saarland wird schon in der Schule darauf geachtet, dass Kinder, die bestimmte Begabungen haben, gefördert werden. Ich habe schon einige Male darauf hingewiesen, dass ich nicht nur an Kinder denke, die in Physik oder Mathematik begabt sind, sondern auch an solche, die künstlerisch, im Sport oder handwerklich begabt sind und vieles mehr. Sie sollen bei uns gefördert werden, damit wir ein Land sind, in dem die Ausbildung und Bildung der Kinder an erster Stelle steht. Das ist das Pfund, das wir haben. Wir müssen es pflegen. Wenn wir eine Generation aussetzen, sind wir weg! - Herzlichen Dank.

Alle Reden von Friedrich Josef Dörr Protokoll ↗