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Florian Schäfer

SPD 23.06.2022 Sitzungen 17/4

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Fordler! Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Ministerpräsidentin, ich bedanke mich zunächst für Ihr großes Engagement und das der Beteiligten der vergangenen und der jetzigen Legislaturperiode des saarländischen Landtags. Ich danke vor allem für die schnelle Ansetzung der heutigen Sitzung, die damit verbundene Regierungserklärung und das damit gesetzte Zeichen, dass wir zügig und lösungsorientiert an der Seite der Belegschaft stehen. Dafür, liebe Ministerpräsidentin, ein herzliches Dankeschön! (Beifall von der SPD.) Für das Saarland, für die Beschäftigten des Ford-Werks und für die Stadt Saarlouis war gestern ein schwarzer Tag. Das Management, das immer die besondere Bindung zwischen Saarlouis und dem Konzern betonte, gerade zur 50- Jahr-Feier, hat mit den Entscheidungen von gestern die Bande zwischen Stadt und Konzern aufgekündigt, in einer Art und Weise der Überbringung der Entscheidung, die ihresgleichen sucht. Wortbruch, respektlos und schäbig, so lauten die Worte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als 36-jähriger Saarlouiser kennt man nichts anderes als den Standort vor der Tür, in dem Tausende Menschen aus unserer Region arbeiten. Das große Schild an der A8 ist ein Symbol für mich, als Saarlouiser wieder zu Hause angekommen zu sein. Und dieses Gefühl ist ein besonderes Gefühl. Genauso besonders, wie es in Pandemie-Zeiten am 14.09.2021 auf dem Großen Markt war, mit den Ford-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenzustehen, um sich an ‑ der Verschärfung um den Kampf zur Erhaltung des Werkes zu beteiligen. Diese Belegschaft ist besonders, denn sie hat alles gegeben und arbeitet mit vollem Einsatz für den Erhalt des Werkes! (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Ich hatte mich schon vor einem Jahr über das wahre Ford Saarlouis geäußert. Wer ist das wahre Ford Saarlouis? Das wahre Ford sind für mich die Beschäftigten unseres Werkes, die mit ihrem Herz, ihrem Engagement und ihrer ständigen Bereitschaft, mehr zu tun als normal, als Erfolgsgarant dieses Werkes stehen. Sie sind schon seit Jahrzehnten so engagiert. Generationen von Familien haben in diesem Werk gearbeitet und gestern wurden sie nicht nur mehr als enttäuscht, sondern man hat ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen, auf eine Art und Weise, die in die Geschichte eingehen wird - dessen, lieber Marc, bin ich mir sicher -, auf diese Art und Weise, wie wir sie erleben mussten. Das Wichtigste, das vertrauensvolle Zusammenarbeiten zwischen Leitung und Belegschaft, ist seit gestern nicht mehr gegeben. Soziale Inkompetenz hat am 22.06.22 einen neuen Maßstab gefunden in dem Versuch des Managements von Ford zu glauben, einer Top-Mannschaft erzählen zu können, dass es leider nicht gereicht hat. Meiner Meinung nach ist das lächerlich. (Beifall von der SPD.) Mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin, werde ich zitieren: „Man ist viel eher bereit, Opfer zu bringen, wenn man sieht, dass alle anderen es auch tun. So ist nun mal die menschliche Natur!“, sprach Henry Ford. Gestern haben seine Nachfolger bewiesen, dass die moralischen Werte der ehemaligen Führung des Konzerns Schatten der Vergangenheit sind. Diesem Management kommt es nur auf eines an, auf den Profit, die Boni, die Aktienkurse. Es geht nicht um die Beschäftigten, die Qualität des Produkts oder das Wohl der Ford-Familie, die dahinterstehen. Für das, was zum Teil seit gestern hier in den Gedanken der Familien steckt, und für die schon seit Jahren vorhandene psychische Belastung gibt es einen Verantwortlichen: dieses eiskalte Management! (Beifall von der SPD.) Dieser brutale Kapitalismus, der hier zum Vorschein gekommen ist, sollte uns zum Umdenken bewegen. Jetzt gilt es, aus Saarlouiser Perspektive und Landesperspektive alles zu tun, was wir noch für die Beschäftigten tun können, und alle Möglichkeiten für die Beschäftigten zu bieten - gemeinsam. Mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin, zitiere ich: „Um im Leben glücklich zu sein, brauchen wir etwas zu arbeiten, etwas zu lieben und etwas, auf das wir hoffen können.“ - So sprach der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Saarlouis, Roland Henz, der sehr eng verbunden war mit dem Thema Ford, bei einer schwierigen Neujahrsansprache. Dieses Zitat verwende ich, weil Sie, Frau Ministerpräsidentin, mir heute durch Ihre Regierungserklärung gezeigt haben, dass Sie das, was ich gerade zitieren durfte, untermauert durch Ihre zehn Eckpunkte für die Belegschaft schon mitbringen. Sie werden diese kluge Wirtschaftspolitik, die in Genk vorgelebt wurde, erreichen. Eines will ich unterstreichen: Der Standort Saarlouis und seine Beschäftigten (Abg. Schäfer (SPD)) haben eine Zukunft. Das sehe ich genauso - mit und ohne Ford. Diesen Weg gehe ich gerne mit. Das Wohl der Belegschaft und ihrer Familien ist am wichtigsten. Die Europastadt Saarlouis wird auch weiterhin - so hoffe ich zumindest - für unsere Kollegen - wir sind immer in guten Gesprächen, das muss ich so sagen - überparteilich zusammenstehen, um die Beschäftigten und ihre Arbeitsplätze zu verteidigen. In unserer Stadt haben wir die gleichen Aufgaben wie das Land, um diesen Wandel zu begleiten. Wir stehen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und werden diesen Weg gemeinsam gehen - an der Seite von Markus Thal, an der Seite der Mannschaft sowie der IG Metall. (Beifall von der SPD.) Und dies nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft und vor allem für eine Zukunft der Beschäftigten. - Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Glück auf. (Beifall von der SPD.)

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