Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Jetzt gebe ich wieder Anlass zu dieser unsachlichen Bemerkung, dass das schon öfter mal vorgetragen worden ist. Aber ich sage dazu mal ganz rein sachlich: Das wird deshalb öfter vorgetragen, weil es immer von der großen Mehrheit abgelehnt wird. Und ich bin kein Pseudopolitiker, der hierher kommt und einen Antrag stellt, nur damit er gestellt ist und ich sagen kann: „Ich hab's ja gemacht“. Nein, ich bin davon überzeugt und ich kenne mich auch aus! In dem, was eben besprochen worden ist, kenne ich mich sehr genau aus und wahrscheinlich besser als die anderen, die dazu reden und nie in einer solchen Schule oder Einrichtung waren. Und ich werde diesen Standpunkt auch so lange vertreten, wie ich hier Mitglied bin und wie die Kinder in den Klassen unter dieser ideologisch motivierten Inklusion leiden müssen und ihre Zukunft vielleicht auch verspielt wird. So, und jetzt zu diesem neuen Punkt. Auch als Oppositionspartei soll man glaubwürdig bleiben und Erfolge soll man auch aufzählen dürfen. Und dieses Förderschulsystem, das wir im Saarland haben, ist ein Erfolgsmodell. Wir waren seiner- (Abg. Dörr (AfD)) zeit die Ersten in ganz Deutschland, die das wirklich so ausgebaut haben. Das ist ein sehr, sehr gutes Modell und es hilft unseren Kindern. Jedes Kind hat ein Recht darauf, seinen Anlagen entsprechend ausgebildet zu werden. Und das ist bei diesen Kindern zum großen Teil der Fall. Nicht jede Schule ist gleich erfolgreich, aber im Großen und Ganzen ist das bei unseren Kindern, die Förderschulen besuchen, der Fall. Das ist ein Menschheitsanliegen, das ist ein Anliegen der Gemeinschaft. Aber es geht auch noch um anderes, es geht auch ums Überleben unserer Gemeinschaft. Wir haben heute Morgen über Ford gesprochen. Die Entscheidung ist gefallen, und ich habe aus allen Reden von denen, die Bescheid wissen, herausgehört, wie sie sein wird. Das ist für uns eine Katastrophe. Was uns bleibt, sind unsere Kinder und das sind die Gehirne. Und nicht nur die Gehirne, auch die Hände und Füße unserer Kinder. Das bleibt! Was passiert, wenn wir hier abreißen lassen? Wenn wir 20 Jahre, sage ich jetzt mal, nicht das tun, was wir tun müssten, dann ist es aus, dann gehen die Lichter hier aus! Die Kohle wird nicht mehr gehoben, sonstige Bodenschätze haben wir nicht. Die einzigen Schätze, die wir haben, sind unsere Kinder! Und deshalb brauchen wir genau so, wie wir ein System haben für - ich sage es immer in Anführungszeichen - „behinderte Kinder“, ein System für sonderbegabte Kinder. Und ich habe von Anfang an gesagt, ich denke da nicht nur an die guten Schachspieler, Mathematiker und Physiker. Das ist ein kleiner, ein wichtiger Teilbereich der Sonderbegabung. Es gibt aber auch sonderbegabte Künstler, das sind Sonderbegabungen, es gibt Sportsonderbegabungen und so weiter und so fort bis zum Handwerker. Wenn wir keine vernünftigen Handwerker mehr haben, die nichts mehr mit ihren Händen machen können, sind wir verloren! Wir müssen diese Sonderbegabungen und diese Führungsbegabungen fördern. Das ist eine riesige Aufgabe! Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss man sehr viele Dinge tun. Nehmen Sie den Fußball, die B-Jugend des 1. FC Saarbrücken ist ja in die Bundesliga aufgestiegen. Die haben ein - wie nennt man das? - Förderungssystem, mit dem sie die Kinder von früh an auf Fußball hin sichten und dann trainieren und ausbilden. Fußball ist eine schöne Nebensache; ich kucke auch gern Fußball, ich habe früher auch Fußball gespielt. Aber die Musik spielt in unserer Wirtschaft, unserer Wissenschaft, unserer Technik, unserem Handwerk. Wir müssen lernen, zuerst einmal diese Sonderbegabungen zu finden. Das ist ja schon eine Kunst an sich, sie zu finden. Und wenn wir sie gefunden haben, dann müssen wir ihre Ausbildung organisieren. Das ist eine riesige Aufgabe, die wir aber bewältigen müssen. Herr Minister von Weizsäcker hat in einer Ausschusssitzung ja gesagt, dass wir im Saarland ungefähr 16.000 Studenten haben – wir sollten bei unserer Größe vielleicht 20.000 haben. Das ist auch Vorfeld für die Universität, denn wenn das ein Modell ist, kommen Leute aus ganz Deutschland und darüber hinaus zu uns, um ihre Kinder in unseren Bildungsstätten ausbilden zu lassen. Also ich denke, es ist eine wichtige Aufgabe. - Ich habe alles gesagt. Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
