Raphael Schäfer
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst möchte ich der heute frisch gewählten Ersten Vizepräsidentin, meiner Saarlouiser Kollegin Dagmar Heib, ganz herzlich zu diesem hohen Amt gratulieren. Ich möchte aber auch meinem Kollegen Patrick Waldraff zu seiner heutigen ersten Rede gratulieren. Ich glaube, wir alle haben gespürt, dass er wirklich mit gewisser Verv e vortrug und bei ihm ein Sportlerherz für die wichtige Sache des Saarsports schlägt. Ich finde, er hat das deutlich zum Ausdruck gebracht. Auch dazu die herzliche Gratulation. Gleiches gilt für den Kollegen Arweiler. (Beifall von der CDU.) Ich blicke zu den jüngeren Abgeordneten der SPD-Fraktion, die es vielleicht nicht wissen können. Auch mein Herz schlägt für den Saarsport. Ich habe viele Jahre lang Leistungssport betrieben, ich war Langstreckenläufer. Ich habe auch die verschiedenen Stationen im Bundeskader durchlaufen, von der Nachwuchsförderklasse, D-Kader, C-Kader bis hoch zum A-Kader. Das war mir eine besondere Freude und Ehre. Aber das Entscheidende ist doch, dass meine persönliche Wirkungsstätte die Hermann-Neuberger-Sportschule war. Ich habe viele Jahre lang dort im Sportinternat gewohnt und gelebt. Insofern war das eine Zeit lang mein zweites Zuhause, sozusagen mein Wohnzimmer. Daher rührt der heutige Antrag, der unser Augenmerk auf dieses Zentrum richten soll, auf Olympia 2024 und die damit für das Land verbundenen Chancen. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. (Beifall von der CDU.) Wer die heutigen Debattenbeiträge verfolgt hat, konnte feststellen, dass uns im Parlament dankenswerterweise ganz viele Dinge einen. Wir wollen gemeinsam einen starken Saarsport. Wir wollen gemeinsam eine starke Nachwuchsförderung. Wir wollen gemeinsam, dass die Werte des Sports gestärkt und in den Fokus gerückt werden. Wir wollen die deutsch-französische Freundschaft stärken. Wir wollen das Image des Landes aufbessern. All das sind Dinge, die uns heute in diesem Hohen Hause tatsächlich einen. Jetzt kommt das Aber, der sogenannte Wermutstropfen oder der entscheidende Punkt. Kollege Arweiler, ich muss sagen, Gespräche, die von der Ministerpräsidentin mit der Bundesinnenministerin beziehungsweise der Bundessportministerin schon geführt worden sind, reichen nicht aus. Sie reichen bei Weitem nicht aus. Der entscheidende Punkt ist nämlich der folgende: Wenn wir wirklich ernsthaft etwas nach vorne bringen und ernsthaft für diese Sache eintreten wollen - für den Saarsport, für die Hermann-Neuberger-Sportschule -, dann kennt jeder das Zeichen. Da geht es nur mit Geld. Am Ende geht es nur mit Geld. Ohne Moos nix los. Das gilt leider auch für die Landessportschule. Insoweit müssen wir dort die richtigen Akzente setzen. (Sprechen bei der SPD.) Kollege Arweiler, ich schaue mir Ihren Antrag an und gebe den entscheidenden Satz wieder; im (Abg. Schäfer (CDU)) Grunde genommen haben Sie ihn eben selbst genannt. Dort steht, man möchte die finanziellen Möglichkeiten zur Förderung von Infrastruktur und Sportgeräten prüfen. Prüfen! Ich blicke erneut zu den jungen Kolleginnen und Kollegen. Was bedeutet am Ende ein Prüfauftrag? Das wissen wir doch alle, wenn wir ganz ehrlich sind: Das versandet. Man bleibt unkonkret. Man möchte die Dinge eben nicht mit einer gewissen Nachhaltigkeit nach vorne bringen. Das ist die Wahrheit, die am Ende druntersteht. Das bedauere ich. Wir als CDU-Fraktion bekennen da schon sehr deutlich Farbe. Unseren V orschlag halte ich wirklich für absolut seriös. Demnach soll die Landesregierung im bevorstehenden Haushaltsaufstellungsverfahren Gelder einstellen. Das ist absolut seriös. Wir wollten mit Ihnen das Gespräch suchen, um über diese wichtigen Dinge gemeinsam mit Ihnen zu beraten. Deswegen sage ich in aller Klarheit, dass ich schon etw as enttäuscht bin. Ich bin enttäuscht vom Sportminister. Ich bin enttäuscht von meiner Vereinskameradin Anke Rehlinger, der Ministerpräsidentin. Ich hätte mir wirklich mehr Leidenschaft, mehr Herzblut und mehr konkreten Entscheidungswillen in dieser Sache gewünscht. Reine Absichtsbekundungen reichen leider nicht. Kollege Arweiler, Sie sind auf den Punkt eingegangen, wie die finanziellen Mittel im Landeshaushalt oder beim LSVS und der Sportplanungskommission aussehen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Punkt ist doch entscheidend. Das weiß jeder von uns. Es sind die gestiegenen Baukosten. Auch das ist ein Riesenproblem für den Landessportverband und die Sportplanungskommission. Die vorhandenen Gelder werden einfach nicht ausreichen. Das ist die knallharte Wahrheit. Ich glaube, deswegen ist es wichtig, dass im Haushaltsaufstellungsverfahren Gelder eingestellt werden. Wir wollten mit Ihnen über die Höhe und anderes mehr detailliert sprechen. Noch ein weiterer Punkt, den wir auch sehr bedauern. Ich blicke auf die Regierungsseite. Sie hatten am Wochenende eine Klausurtagung. Wir hätten uns wirklich gefreut, wenn neben anderen Dingen, die Sie dort angeschoben haben, auch das Thema Sport mehr im Fokus gestanden hätte. Jeder in den Sport investierte Euro ist wirklich gut investiertes Geld, weil es am Ende - das ist in der Debatte klar geworden - um den gesellschaftlichen Zusammenhalt geht. Da steckt ganz viel dahinter. Es geht nicht ausschließlich nur um den Sport, sondern um vieles mehr. Insofern hätte ich mir noch mehr gewünscht, dass das Parlament beim Thema Sport auch politisch zusammensteht. Wir finden es wirklich schade, dass die SPD-Fraktion unseren Antrag heute ablehnen wird. Ich glaube, er enthält wirklich wichtige, gute und finanzielle Impulse für den Landessportverband und den gesamten Saarsport. Im Sport geht es auch um Gemeinsamkeit. Es ist ein wichtiger Hinweis, dass 2021 das IOC das olympische Motto angepasst hat. Es geht im Sport um Gemeinsamkeit und um einen starken Zusammenhalt. Weil der Antrag der SPD viele wichtige Impulse beinhaltet, werden wir uns bei Ihrem heutigen Antrag enthalten. - Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU.)
