Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Sport ist wichtig, weil er eine Erziehungsaufgabe und eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllt. Bei Erziehungsaufgabe denkt man an die Schule. In fast allen Schulen sind mindestens zwei Sportstunden vorgesehen. Es waren schon einmal drei. Dann hat man aus Ersparnisgründen wieder zwei daraus gemacht. Wir haben auch die vielen Sportvereine. Sport ist ein Erziehungsmittel und ein Mittel, um die Gesellschaft zusammenzuhalten. Dann wird in der Regel von Breiten- und Spitzensport gesprochen, wobei beide einander bedingen. Ich kann keinen Spitzensport haben, wenn ich keinen Breitensport habe, aus dem ich aus einer breiten Masse die Spitzenleute herausfinden und ausbilden kann. Umgekehrt fehlt der propagandistische Effekt, der Werbeeffekt, wenn ich keine Spitzensportler habe. Dann ist es schwierig, den Breitensport aufzubauen. (Vizepräsidentin Heib übernimmt den Vor- sitz.) Insofern ist der Antrag der CDU natürlich geschickt, so will ich es einmal nennen. Die Nähe zu Paris ist uns oft nicht so bewusst, aber Paris ist für uns wirklich eine sehr nahe Metropole. Es sind genau 400 km. Die CDU hängt also dieses Ereignis, das in zwei Jahren in Paris stattfindet, auf, um eine Sache voranzutreiben, die ohnehin vorangetrieben werden müsste. Wir hatten ja einen Untersuchungsausschuss zum Landessportverband. Es war nie die Rede davon, dass man zu wenig für den Sport gemacht habe. Es ging nur um die Verfahren, ob sie alle in Ordnung gewesen seien und so weiter. Letzten Endes war ein Teil dessen, was wohl nicht richtig war, dass man den Mangel von einer Seite auf die andere Seite geschoben hat. Das war rechtlich vielleicht nicht zulässig. Der Mangel ist jedoch vorhanden. Wir sind im Saarland ein Sportvölkchen. Wir sind in vielen Sportarten bundesweit spitze, etwa im Tischtennis oder Badminton. Wir haben (Abg. Dörr (AfD)) also einiges vorzuweisen, aber natürlich kommen unsere Sportstätten in die Jahre. Es ist also nötig, dass man sie erneuert, modernisiert oder den neuen Erfordernissen anpasst. Da lasse ich den Blick auf den Haushalt auch nur bedingt zu, denn wir haben hier ja ein neues Wort gefunden für Dinge, die wir brauchen. Dieses Wort heißt „Sondervermögen“. Die Leute draußen denken dann, wir hätten ein Schatzkästchen, aus dem wir das Vermögen herausholen würden. In Wirklichkeit sind es jedoch Schulden und wir gehen an der Schuldenbremse vorbei. Aber diese Geschichte gibt es. Wir haben im Saarland Schulden, aber nicht nur Geldschulden, sondern wir haben Schulden in der Infrastruktur, in der Ausbildung unserer Kinder und so weiter. Dazu gehören auch die Schulden, die wir in den Sportstätten haben. Die Frage ist, ob wir lieber Geldschulden haben oder Schulden, die wir niemals mehr zurückzahlen können. Wenn wir die Ausbildung unserer Kinder vernachlässigen, so können wir das in drei Jahren nicht aufholen, aber bei Geld könnte das möglich sein, wenn der Bund uns endlich gibt, was uns zusteht. Insofern sind wir schon dafür, dass man all das, was für unsere Kinder, aber auch für unsere Gesellschaft getan werden muss, sofort oder so schnell wie möglich macht. Es ist ganz nett, dass die SPD auf den Antrag der CDU gesprungen ist. Ich weiß nicht, ob sie von selbst darauf gekommen wäre. Jedenfalls ist der Antrag sehr spät eingegangen. Da war der CDU-Antrag schon da. Ich will die Rede meines Vorredners nicht kritisieren; er hat ja einen Auftrag gehabt. In der Gesamtschau war es so, dass es eine Gesamtverwässerung war. Wenn ich hier und dort noch prüfe und mir Zeit dafür lasse, dann wird erfahrungsgemäß vermutlich nichts passieren. Aus diesem Grund werden wir von der AfD-Fraktion dem CDU-Antrag zustimmen und den SPD-Antrag ablehnen. - Danke schön. (Beifall von der AfD.)
