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Marion Schneid

17.09.2026 Sitzungen 19/7

Für die Landesregierung spricht Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Sie haben das Wort. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend: Herzlichen Dank. – Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Familienpolitik muss dort ankommen, wo Familien ihren Alltag organisieren, nämlich bei der Suche nach Beratung, bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten, bei Bildungsangeboten und ganz konkret auch bei der Frage, was sich eine Familie leisten kann. Die Familienkarte Rheinland-Pfalz setzt genau dort an. Sie ist niedrigschwellig, sie ist kostenfrei, und sie ist lebensnah. Seit der Einführung mit den ersten beiden Modellkommunen im Jahr 2020 hat sich die Familienkarte zu einem bundesweit besonderen Modell entwickelt. Seit Ende 2025 ist sie landesweit in Rheinland-Pfalz verfügbar. Heute bietet sie mit der zentralen Website, der Familienkarten-App und der digitalen Angebotskarte rund 880 Angebote von 750 Partnerinnen und Partnern. 280 davon bieten Familien sogar einen ganz exklusiven Vorteil. Ungefähr 24.000 Familien in Rheinland-Pfalz nutzen aktuell die Familienkarte. Damit vollzieht die Familienkarte genau diese beabsichtigte Entwicklung von einer reinen Vorteilskarte hin zu einem breiten Informationsangebot für Familien. Sie bündelt nämlich Information, Beratung, Veranstaltungen und familienrelevante Inhalte aus allen Regionen unseres Landes. Dabei ist uns wichtig, dass der Zugang bewusst einfach gehalten wird und alle Informationen frei zugänglich sind. Nur wer die Vergünstigungen nutzen möchte, registriert sich kurz über die Website oder die App. Die digitale Karte steht dann unmittelbar zur Verfügung. Unser Anspruch ist, dass Familien relevante Informationen und Angebote aus allen rheinland-pfälzischen Kommunen zentral und niederschwellig fi nden können. Diesem Anspruch sind wir in den vergangenen Jahren ein großes Stück näher gekommen. Eine ganz besondere Rolle spielt dabei der direkte Kontakt zu den Kommunen, denn regionale Angebote werden sichtbar gemacht, Netzwerke für Familien gestärkt und auch die Kommunen vor Ort in ihrem familienpolitischen Handeln unterstützt. Als Landesregierung stehen wir zur langfristigen Sicherung und zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Familienkarte. Dazu gehört auch eine dauerhafte Finanzierung. Betrieb, Pflege und technische Modernisierung erfolgen bereits in Zusammenarbeit mit externen Dienstleisterinnen und Dienstleistern. Gleichzeitig wollen wir diese Familienkarte noch bekannter machen. Dazu setzen wir auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen, mit den Familieninstitutionen, mit Beratungsstellen sowie mit Organisationen und Einrichtungen aus Kultur, Bildung und Sport. Dazu kommen noch Fachveranstaltungen, Newsletter und digitale Informationswege sowie eine kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Aktuell planen wir dazu noch einmal eine gesonderte Öffentlichkeitskampagne. Auch die Zusammenarbeit mit den jetzt schon mehrfach erwähnten Kommunen wollen wir ganz gezielt vertiefen. In Planung sind digitale Unterseiten für alle Landkreise und kreisfreien Städte. So sollen die regionalen Angebote und Unterstützungsleistungen noch besser sichtbar werden. Die Strukturen dafür entwickeln wir gemeinsam mit den kommunalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Auch das Partnernetzwerk für die Angebote soll kontinuierlich wachsen. Das Projektbüro geht aktiv auf mögliche Partnerinnen und Partner zu. Die Kommunen erhalten Unterstützung für ihre Öffentlichkeitsarbeit vor Ort, und auch die Familien selbst können über die App neue Partnerinnen und Partner aus ihrer Region ganz konkret vorschlagen. Es geht aber nicht nur um den Bekanntheitsgrad. Wir wollen die Familienkarte auch inhaltlich und strukturell weiterdenken. Wir wollen prüfen, wie aus der bestehenden Familienkarte ein noch stärker gebündeltes digitales Portal für Familien entstehen kann. Dabei wollen wir den noch eigenständigen „Ratgeber Familie“ in einen gemeinsamen Auftritt integrieren, das bestehende Veranstaltungsportal zu einem Navigator weiterentwickeln und aus den Tipps zum Familienleben einen eigenen Blog für die kontinuierliche Kommunikation mit Familien entstehen lassen. Zudem wollen wir die digitale Nutzung weiter verbessern. In Kürze wird uns eine Befragung unter Familien, also unter denen, die die Karte nutzen, auch wichtige Hinweise geben, wie wir die Darstellung, aber auch die Struktur und die Inhalte der Familienkarte noch nutzerfreundlicher gestalten können. Perspektivisch soll auch die Suchfunktion durch einen Chatbot ergänzt werden. Familien sollen ihre Fragen in natürlicher Sprache stellen können und dadurch schneller zu den für sie passenden Informationen und Angeboten gelangen. Natürlich haben Datenschutz und Datensicherheit für uns dabei allerhöchste Priorität. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Familienkarte ist nicht statisch. Sie entwickelt sich weiter, gemeinsam mit den Kommunen, mit den Partnerinnen und Partnern und vor allem mit den Familien selbst. (Beifall der SPD und der CDU) Unser Ziel ist dabei klar: Die Familienkarte soll Orientierung geben, Teilhabe ermöglichen und die Familien im Alltag ganz konkret entlasten. Die Landesregierung nimmt den Auftrag des Landtags ernst und wird die Familienkarte langfristig sichern und bedarfsgerecht weiterentwickeln, denn Familienpolitik muss bei den Familien ankommen. Genau dafür steht die Familienkarte Rheinland-Pfalz. Vielen Dank. (Beifall der SPD und der CDU)

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