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Bernhard Cürten

AfD 17.09.2026 Sitzungen 19/7

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Die CDU hat vor der Wahl den rheinland-pfälzischen Jägern versprochen, das neue Landesjagdgesetz wird zurückgenommen. Dieses Versprechen hat bei vielen Jägern berechtigte Hoffnungen geweckt. Jetzt hat die neue Ministerin, Frau Schneider, erkannt, dass das mit dem Ampel-Jagdgesetz doch nicht so ist, wie es sein soll, also untragbar. Sie korrigiert jetzt nach, und an der Stelle, an der das sachlich richtig ist, bekommt sie unsere Zustimmung. Jetzt ist unser heutiger Antrag eine Erinnerung an Ihr Wahlversprechen und Angebot zugleich, denn mit uns können Sie den jagdpolitischen Kurswechsel vollziehen. (Beifall der AfD) Da nach meinem Wissen die wenigsten von Ihnen einen Jagdschein haben, nehme ich zur einfachen Nachvollziehbarkeit ein Beispiel aus dem Leben. Wenn Sie im Autohaus einen Neuwagen bestellen und bekommen vor der Auslieferung gesagt, da sind wesentliche Teile noch nicht ausgereift und müssen nachgebessert werden, dann lassen Sie die Finger davon, nehmen den alten Wagen und bringen den auf Vordermann. Deswegen ist unser Vorschlag: Behalten wir das bewährte Jagdgesetz, und entwickeln wir es gezielt an der Stelle weiter, an der Handlungsbedarf besteht. Für uns ist eines klar: Jäger dienen mit hohem Zeit- und Geldaufwand unserer Kulturlandschaft in einem Spitzenehrenamt, bewahren ein 4.000 Jahre altes Kulturerbe und mit der Jägersprache die älteste Fachsprache der Welt. Die Jäger brauchen neben Entfaltungsspielraum Vertrauen und keine bürokratische Detailsteuerung. Die Begriffe „Jagdrecht“, „Hege“ und „Deutsche Waidgerechtigkeit“ stehen für uns an der Spitze des Jagdgesetzes unverhandelbar. Den Lösungsansatz für den klimaangepassten Wald mit Wild sehen wir in der Wiederaufnahme einer ordentlichen Forstwirtschaft und der Zusammenarbeit aller Beteiligten zur Bewirtschaftung des Schalenwilds. Meine Damen und Herren, ein Schwerpunkt unseres Antrags ist, wie bereits im Titel zu vernehmen, das Rotwild. Das Rotwild bewohnt bei uns strukturierte Wälder mit anschließendem Offenland und braucht den Austausch zwischen den Populationen. Deswegen wollen wir als AfD-Fraktion die rotwildfreien Jagdbezirke vollständig abschaffen und durch eine wildbiologisch fundierte Bewirtschaftung ersetzen. Dazu ist ein landesweites wissenschaftliches Monitoring speziell für Erfassung und Sicherung von Wanderkorridoren wichtig und Lösungen wie geeignete Grün- oder Wildbrücken. Wir brauchen eine faire Wildschadensregulierung für umherziehende Hirsche vor der aktuell laufenden Brunft, der sogenannten Feistzeit, denn die dürfen nicht erlegt werden. Sie stehen nicht im entsprechenden Abschussplan. Aber man kann dem Jäger auch nicht sagen, er soll dann für die Wildschäden haften, die da entstehen. Für uns gehört der Wolf ins Jagdrecht mit einer ganz klaren Jagd- und Schonzeit ohne zwei Seiten hoch komplizierter juristischer Traktat, bei dem kein Jäger weiß, darf ich jetzt jagen oder nicht. Nebenbei gesagt: Für uns ist der günstigste Erhaltungszustand des Rotwilds wichtiger als der des Wolfs. Wir möchten gerne aus der endlosen Spirale der Verwaltung von sinnfreien Nutztierrissen herauskommen. Ebenfalls im Jagdrecht mit Jagd- und Schonzeit möchten wir den Graureiher, den Kormoran und den Goldschakal haben. Invasive Arten wie die Nilgans, die heimische Arten in ihren Lebensräumen stark beeinträchtigen, brauchen ein neues Bejagungskonzept. Enorm wichtig ist uns wie der Jägerschaft auch die Wiederherstellung des gesetzlichen Jagdschutzes mit den ursprünglichen Befugnissen. Das stärkt Eigenverantwortung, schützt das Eigentumsrecht der Jagdausübungsberechtigten und entlastet Behörden wie die Polizei bei Wildunfällen. Meine Damen und Herren, unser Gegenmodell bedeutet im Gegensatz zur Flickschusterei ein Jagdrecht für Jäger, für Wald mit Wild und ohne staatliche Bevormundung ausgebildeter Fachleute im Spitzenehrenamt. Insbesondere an die Kollegen der CDU: Sie haben erkannt, dass dieses Ampelgesetz einer grundlegenden Neuausrichtung bedarf. In vielen Bereichen liegen unsere Vorstellungen im Jagdrecht näher beieinander, als unsere parteipolitische Auseinandersetzung es vermuten lässt. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Waidgerechtigkeit, Eigenverantwortung und wildbiologische Vernunft wieder den Kurs unserer Jagdpolitik bestimmen. Wenn Sie diesen Weg mit uns gehen möchten, dann haben Sie in uns einen verlässlichen Partner. Deswegen bitte ich Sie, unserem Antrag zuzustimmen. Vielen Dank. (Beifall der AfD)

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