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Natalie Cramme-Hill

GRÜNE 17.09.2026 Sitzungen 19/7

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch ich habe mit Nein gestimmt. Ich bin mit 18 mit der Diagnose Multiple Sklerose nach Hause gegangen. Seitdem hat sich niemand, kein Arzt, keine Ärztin, keine Aufklärungskampagne, ernsthaft mit mir auseinandergesetzt, ob und unter welchen Bedingungen ich als Spenderin infrage kommen könnte. Andere Staaten sind da weiter. Ich habe mit meinem MS-erkrankten Körper Kinder bekommen. Mit ihnen wird nie gesprochen. Es wird nie gefragt, nie geprüft, nie hinterfragt, ob sie später einmal als Spenderin oder Spender in Betracht kommen könnten. Das zeigt mir, wir als Gesellschaft, als Politik wissen viel zu wenig darüber, wie groß der Kreis möglicher Spenderinnen und Spender eigentlich sein könnte, wenn man ihn ernsthaft und systematisch prüfen würde. Anstatt genau diese Fragen anzugehen, anstatt zu klären, ob und wie man Menschen mit chronischen Erkrankungen aktiv einbezieht, es erklärt und sie informiert, greifen wir zum vermeintlich einfachsten Mittel. Mir geht das an die Substanz, denn eine Widerspruchslösung ersetzt keine ordentliche Akquise. Sie ersetzt nicht die Aufklärungsarbeit, die wir seit Jahren in dieser Sache schuldig bleiben. Sie ersetzt nicht die Antwort auf die Frage, wo genau ungenutzte Potenziale liegen, bei Menschen wie mir zum Beispiel, die einfach nie gefragt werden.

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