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Dr. Christoph Gensch

CDU 17.09.2026 Sitzungen 19/7

Herr von Heusinger, ich hatte Ihnen vorhin die Zahlen genannt. Ich glaube, keiner bestreitet, dass bei 97 Prozent der Patienten, die auf einer deutschen Intensivstation versterben, dieser Tod unabwendbar war. Das ist ein HerzKreislauf-Versagen. Dieses Herz-Kreislauf-Versagen oder dieser Herz-Kreislauf-Tod geht dem Hirntod voraus. Deswegen hat man bei dem kontrollierten Herz-Kreislauf-Tod, der die Voraussetzung für eine Organspende ist, diese Ruhephase, dass man, nachdem der Herz-Kreislauf-Tod eingetreten ist, eine definierte Ruhezeit abwarten muss, nach der man wissenschaftlich nachgewiesen sagen kann, dass dann auch der Hirntod eingetreten ist. Dann erst erfolgt die Organentnahme. Wir können jetzt eine relativ intensive oder lange Debatte darüber führen, die juristisch und medizinisch absolut ins Detail geht. (Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das wäre gut gewesen!) Die haben wir aber die letzten Jahre schon in vielen Bereichen geführt. Ich will Ihnen hier nur sagen, alle unsere unmittelbaren europäischen Nachbarländer außer Polen – Tschechien, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, die ganzen Skandinavier, die Spanier, die Franzosen, die Italiener, die Portugiesen, die Iren, die Engländer und die Schotten – haben diese Regelung umgesetzt: Widerspruchslösung und der kontrollierte Herz-Kreislauf-Tod als definitionsgemäße Möglichkeit, um Organspende durchzuführen. Ich erlebe in diesen Ländern keine Debatte dahin gehend, dass die Bevölkerung Angst vor dieser Regelung hat. (Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich hätte diese Debatte gerne geführt!) Das ist etwas, bei dem ich Ihnen sagen muss, da müssen wir als jahrelanger Nettobezieher von Organen in diesem Eurotransplant-System aus meiner Sicht nachziehen. Das muss man auch diesem Leid der Bevölkerung gegenüberstellen, den Tausenden Leuten, die auf ein Organ warten, die täglich unter Luftnot leiden, die viermal in der Woche zur Dialyse müssen, die leiden und die diesen Zustand über Jahre aushalten müssen, weil wir nicht vorankommen. Wir haben diskutiert, und wir haben 2019 die Orientierungsdebatte gehabt. (Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir haben noch nicht diskutiert!) Damals haben wir über Stunden über dieses Thema gesprochen und alle Möglichkeiten und Eventualitäten diskutiert. Irgendwann ist der Moment, an dem man den Schritt weitergehen und zusammen sagen muss: Den Weg gehen wir jetzt. Wir schließen uns der Widerspruchslösung und der Organspende nach kontrolliertem Herz-Kreislauf-Tod an. Herzlichen Dank. (Beifall der CDU und bei der SPD)

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