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Joshua Schmitt

SPD 19.08.2026 Sitzungen 19/4

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten für unsere Gesellschaft enorm viel. Allen voran liefert unsere Landwirtschaft der Bevölkerung frische und qualitativ hochwertige Nahrung. Dadurch ist die Branche Garant für unsere Versorgungssicherheit in unserem Land. Jüngst vergangene Krisen, etwa die Corona-Pandemie, zeigen, Versorgungssicherheit schützt die Unabhängigkeit unseres Landes und stärkt den sozialen Frieden, weil sie den Menschen auch in Krisenzeiten Zugang zu bezahlbaren und verlässlich verfügbaren Lebensmitteln gewährleistet. (Beifall der SPD und der CDU) Daher arbeiten wir in dieser Koalition gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten daran, die Branche nachhaltig zu stärken und für die Zukunft aufzustellen. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft durch die Folgen des Klimawandels und der Globalisierung stark unter Anpassungsdruck. Schädlinge wie die SchilfGlasflügelzikade, der Drahtwurm oder die Kirschessigfliege sorgen für hohe Ernteschäden. Hinzu kommen andauernde Trockenheit und die Rekordhitze in diesem Sommer, die zu weiteren Ernteausfällen geführt haben und die Bewirtschaftung weiter erschweren. Seit Beginn meiner Zeit im Landtag habe ich mit vielen Berufsvertretern gesprochen, die erhebliche Ernteausfälle verzeichnen mussten. Das ganze Jahr arbeiten sie an einem Produkt, fahren, egal bei welcher Tages- oder Jahreszeit, aufs Feld und ernten teilweise zwölf, 13 Stunden lang bis tief in die Nacht hinein. Landwirtinnen und Landwirte nehmen billigend in Kauf, dass sich das Privatleben mehrheitlich nach den betrieblichen Abläufen richtet. Ich verstehe wirklich jeden Betroffenen, der mir sagt, wenn diese harte Arbeit am Ende nicht in den Regalen und auf den Tellern landet, sondern in der Biogasanlage endet oder zu Tierfutter verarbeitet werden muss, dann geht das an die Substanz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, daraus kann für mich nur folgen: Die Leistungen der Landwirtschaft müssen gesamtgesellschaftlich gewürdigt und letztendlich auch unter diesen schwierigen Bedingungen fair entlohnt werden. (Beifall der SPD und der CDU) Das gilt aus sozialdemokratischer Perspektive übrigens für alle, die in der heimischen Landwirtschaft beschäftigt sind. Als Koalition wollen wir mit dem vorliegenden Entschließungsantrag einen ersten Beitrag zu den Themen „Versorgungssicherheit“, „Schädlingsbekämpfung“ und „Pflanzenschutz“ liefern, denn wir wollen der Landwirtschaft einen unbürokratischen, aber zugleich vielfältigen Instrumentenkasten an die Seite geben, der für alle Betriebe funktioniert, ganz unabhängig von der Größe oder Struktur. Zuerst sei hier der integrierte Pflanzenschutz genannt. Er verbindet vorbeugende, mechanische und biologische Verfahren mit dem passgenauen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das ist kein Widerspruch zu einer starken Landwirtschaft, sondern die Voraussetzung dafür. Wir haben uns in Rheinland-Pfalz zu einem anerkannten Standort für Smart und Precision Farming entwickelt. Warndienste, digitale Prognosemodelle, Sensortechnik und moderne Präzisionsverfahren schaffen die Grundlage dafür, dass Pflanzenschutzmittel so eingesetzt werden, wie es sein muss: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Damit übernehmen wir im absoluten Einklang mit der Landwirtschaft Verantwortung für unsere natürlichen Ressourcen, schützen unsere Böden und unser Wasser und sichern gleichzeitig die hohe Qualität und Vielfalt unserer Produkte, für die Rheinland-Pfalz steht. (Beifall der SPD und der CDU) Uns ist weiterhin wichtig, nicht nur über Pflanzenschutz zu reden, sondern auch über unsere Artenvielfalt. Mit dem „Schulterschluss Artenvielfalt“ haben wir in Rheinland-Pfalz ein gemeinsames Bemühen von Landwirtschaft, Naturschutz und Landespolitik geschaffen, um passgenau praxistaugliche Lösungen für den Schutz unserer Arten zu entwickeln. Den angesprochenen Instrumentenkasten wollen wir stetig weiterentwickeln. Hierzu braucht es eine enge Verzahnung mit der Forschung und der betrieblichen Praxis. Mit den DLR haben wir in Rheinland-Pfalz eine Struktur geschaffen, die Forschung, Versuchswesen, Beratung und Praxis miteinander verbindet. Zusammen mit der Landwirtschaftskammer, dem Bauern- und Winzerverband und weiteren Partnern im Land bleiben wir hierzu im engen Austausch, denn eine Erkenntnis aus dem Labor nützt einem Betrieb erst dann etwas, wenn sie auch bei ihm auf dem Feld oder im Weinberg ankommt. Liebe Kolleginnen und Kollegen, für einen jungen Rheinland-Pfälzer, tief verwurzelt in Rheinhessen, der vor ein paar Monaten nicht daran gedacht hätte, dass er im August 2026 einmal in diesem Hohen Haus seine erste Plenarrede zum Antrag mit dem Titel „Heimische Landwirtschaft stärken – Strategien für den Pflanzenschutz weiterentwickeln“ halten wird, (Vereinzelt Heiterkeit bei der CDU) ist diese Rede mehr als eine Rede zum Pflanzenschutz, denn unsere Landwirtschaft ist mit ihrer Vielfalt aus Wein-, Obst- und Ackerbau wirtschaftlich und kulturell von herausragender Bedeutung für unser Land. Sie trägt zur Kulturlandschaftspflege wie zur regionalen Wertschöpfung bei und sorgt für regionale Arbeitsplätze. Vor allem aber ist sie auch eines: ein großes Stück Heimat. Sie zu stärken, bedeutet auch, der Landwirtschaft die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben und sie pragmatisch dabei zu unterstützen, dass gegenwärtige und künftige Schädlinge möglichst wenige Chancen haben, ganze Ernten zu zerstören. Das wollen wir tun, mit dem Ohr an den Bedürfnissen der Branche im Einklang mit unserer Umwelt und dem Artenschutz. Dafür bitte ich Sie um Unterstützung. Danke schön. (Beifall der SPD und der CDU)

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