Dörte Schall
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich freue mich, dass ich heute noch einmal über die Fachkräftestrategie des Landes Rheinland-Pfalz berichten darf; denn sie ist sehr umfassend. (Zuruf des Abg. Johannes Zehfuß, CDU) Es beginnt damit, dass die Fachkräftesicherung seit Langem geschieht und nicht von oben organisiert wird, sondern ein Teamplay ist. Gemeinsam vonseiten der Staatskanzlei mit den Partnerinnen und Partnern gibt es den ovalen Tisch, der schon unter Ministerpräsident Kurt Beck im Jahr 2014 eingerichtet wurde. Die ersten Fachkräfte entstanden nicht als Wahlkampfwunschliste, sondern aus einem gemeinsamen Fahrplan, konkreten Vorhaben und Zuständigkeiten. Das ist stetig im Wandel. Damals ging es um Jugendarbeitslosigkeit, heute geht es um Fachkräftemangel. Sie fordern ein Vorgehen, mit dem wir bereits erfolgreich sind, Stichwort Fachkräfte in Kita und Schule. Heute sind rund 40.000 Personen in Rheinland-Pfalz pädagogisch im frühkindlichen Bereich tätig, 14.000 mehr als im Jahr 2013. 6.000 Menschen befinden sich in der Ausbildung. Es gibt 4 5.000 Lehrkräfte, so viele wie noch nie zuvor. Auch Schulsozialarbeit und Schulpsychologie hat das Bildungsministerium massiv ausgeweitet. Wir werben weiter mit der Fachkräftekampagne. Es gibt neue Studienmöglichkeiten, auch Seiten- und Quereinsteiger sind gestärkt. Seit dem Jahr 2 006 sind mehr als 35.800 neue Plätze in den Kitas entstanden. (Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zum Thema Sprachstand und Sprachförderung: In diesem Monat, Januar 2026, sind mehr als 350 Sprachkitas an den Start gegangen. Die Anmeldung ist bereits jetzt verpflichtend. Sie sprechen auch von Berufs- und Studienorientierung. Auch die haben wir gestärkt. Ich nenne die Tage der Berufs- und Studienorientierung, das Berufsorientierungs-Portfolio und das Online-Matching. (Vereinzelt Beifall bei der SPD sowie der Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie sprechen MINT an. MINT wurde bundesweit zur Chefsache gemacht. Wir waren die Ersten. Eine einzigartige MINT-Strategie, getragen von einer Unterstützung der Wirtschaft. Die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss ist bundesweit ein Problem. Das wissen wir und gehen wir an mit dem Thema „Keine(r) ohne Abschluss“, das an den Realschulen plus erfolgreich ausgebaut wurde. Sie fordern, die berufliche Bildung und das Handwerk als wichtige Grundlagen zu stärken. Vielen Dank, dass das heute durch die FREIEN WÄHLER eine wichtige Debatte war. Ausbildung und Berufsbildungszentren als dritte Lernorte haben wir gestärkt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt dies durch finanzielle Mittel, etwa für überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen. Seit dem Jahr 2025 wird die Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung um jährlich 500.000 Euro auf insgesamt 4 Millionen Euro erhöht. (Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Weiterbildung und Transformation stärken wir, Qualifizierungsscheck, ESF-finanzierte Förderung. Wir haben natürlich die Transformationsagentur. Das Aufstiegs-BAföG und der Aufstiegsbonus sind in Rheinland-Pfalz nahezu kostenlos möglich, und die Grundlage für duale Studiengänge haben wir gestärkt. In Ihrem Antrag sprechen Sie auch konkret das Thema Pflege an. Die Gesamtstrategie Pflege trägt Früchte. Der damalige Minister Schweitzer hat im Jahr 2022 die Übernahme des Schulgelds durch das Land übernommen. Seit 2 022 sind die Ausbildungen um 76 % gestiegen. (Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zum Thema internationale Fachkräfte. Gerade heute wurde das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz gestärkt. Mittlerweile 5.000 abgeschlossene beschleunigte Verfahren und 21.000 Anträge im Visaverfahren sprechen eine Sprache. Die acht Welcome Center, die vom Integrationsministerium gefördert werden, sind genau die Antwort, die wir gegeben haben, um die Fachkräfteeinwanderung international nach oben zu treiben. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, dass Sie dieses Thema angesprochen haben. Liebe CDU, ich danke für die Gelegenheit, noch einmal darzustellen, wie die erfolgreiche Fachkräftestrategie in Rheinland-Pfalz funktioniert. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
