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Sven Teuber

29.01.2026 Sitzungen 18/102

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herzlichen Dank für die Debatte. Ich will es kurz machen, weil ich glaube, wir alle miteinander wissen, dass wir bei den Bildungstrends nicht dort stehen, wo wir stehen wollen, dass wir in vielen Teilen noch nicht da sind, wo die Kinder zu Recht darauf drängen, dass sie es verdienen, dass wir hinkommen müssen. In dem Zusammenhang kann es aber nie so schlecht sein, dass man von Ihnen einen Vorschlag dazu braucht, dort hinzukommen. In dem Zusammenhang, muss man deutlich sagen, ist der Antrag auch reichlich dünn bis mangelhaft, weil er in den Bereichen deutlich zeigt, Sie arbeiten sich an einer Schulform ab, um eine andere stärken zu wollen. Ich will Ihnen einmal deutlich sagen, in den Grundschulen wird hervorragende Arbeit geleistet. Wir müssen ihnen nur noch mehr Zeit für Pädagogik und für das Orientieren an Basiskompetenzen geben. Wir können ihnen nicht vorwerfen, dass das an der einen oder anderen Stelle noch nicht so geschieht, wenn wir nicht gemeinsam dafür sorgen, dass auch wir die Diskussion führen: Was wollen wir? Worauf wollen wir uns konzentrieren, und was lassen wir dafür auch sein? Diese Diskussion brauchen wir auch in den nächsten Jahren; denn ansonsten hilft es uns nichts, immer mehr, mehr, mehr zu fordern. Wir müssen miteinander in die Diskussion eintreten: Worauf verzichten wir, und wie wollen wir dann noch den Schwerpunkt setzen? Der zweite Punkt ist, dass man gleichzeitig wissen muss, seit 2022/2023 gilt der Grundwortschatz verbindlich in allen Grundschulen. Deswegen wird auch schon an Rechtschreibung nachhaltig gearbeitet, und in dem Zusammenhang ist auch Fehlerkorrektur da. Noch ein Punkt zu den Grundschulen ist mir wichtig. Lehrer-, Schüler-, Elterngespräche sind dort Standard und haben immer auch die Weiterentwicklung und Kompetenzentwicklung im Blick. Das heißt, eine reine Empfehlung am Ende, so wie es bei meiner Tochter gerade ansteht, die morgen in der 4. Klasse ihr Zeugnis bekommt, würde überhaupt nichts helfen, sondern wir wollen Eltern ihr verfassungsrechtlich hochgehaltenes Wahlrecht auch einfordern lassen in dem Sinne, dass wir Eltern und Kinder gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern auf das Kind schauen lassen. Durch die konsequent durchgeführten Lehrer-, Eltern-, Schülergespräche machen wir dann Kompetenzentwicklungen abbildbar. Das wollen wir datengestützt hinterlegen, damit Übergänge für Kinder keine Brüche werden, sondern organisch sind. Der Übergang von der 4. in die 5 . Klasse ist für alle in vielen Teilen ein deutlicher Wechsel des Universums. Warum? Weil wir in dem Zusammenhang Übergänge anders organisieren müssen. Wir müssen die Orientierungsstufe wieder so organisieren, dass sie tatsächlich eine Orientierungsstufe an allen Schulformen sein kann. Deswegen wird sich mit einer Leistungseingangsuntersuchung in der 5. Klasse tatsächlich eine datenbasierte Möglichkeit ergeben, schnell, kompetenzorientiert, individualorientiert noch Defizite, aber auch Stärken festzustellen. Dann kann man gemeinsam im ersten Schuljahr in der weiterführenden Schule an diesen Defiziten direkt weiterarbeiten, um die Benachteiligungen dieser Kinder für ihren Lernerfolg auszugleichen. In dem Zusammenhang haben wir also viele Ideen, die wir bereits umsetzen. Wir brauchen deswegen keine Debatte über die Frage, wir wollten Eltern gängeln und ihnen Wahlfreiheit nehmen; denn wir wollen Eltern und Kinder nicht durch Zwang zuweisen, so wie Sie das vorschlagen, sondern wir wollen das auf Augenhöhe gemeinsam machen. Wir haben dazu genügend Instrumente, die das kompetenz- und datenbasiert nachhaltig ermöglichen. Wir wollen aber gleichzeitig auch den Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit ermöglichen, um dann mit den angebotenen Tools immer wieder eine Lernstandserhebung durchzuführen und gezielter fördern zu können; denn alleine die Erhebung beseitigt noch keine Probleme. Deswegen brauchen wir diesen Antrag nicht, sondern haben einen eingeschlagenen Pfad, den wir konsequent weiterverfolgen, der von der breiten Mehrheit dieses Hauses getragen wird und garantiert auch von einer künftigen breiten Mehrheit dieses Hauses getragen werden wird. In dem Sinne Danke für den Impuls, aber es hätte seiner nicht bedurft. Danke. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

Protokoll ↗