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Kathrin Anklam-Trapp

29.01.2026 Sitzungen 18/102

Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordneter Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Es gab Zeiten, in denen an rheinland-pfälzischen Gymnasien selbst gute Leistungen nur mit Befriedigend und Ausreichend bewertet wurden. Zitat: Das sind Relikte des preußischen Systems, da gab’s halt schlechtere Noten. – Das hat damals so manche Mutter und so mancher Vater gesagt. Inzwischen ist alles anders. Wenn heute in der Lokalpresse die Abiturienten gefeiert werden, fällt auf, dass die Zahl der Einser-Abschlüsse in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Demnach müssten die Gymnasien besser und die Schüler klüger geworden sein. Stellt man diesem Blickwinkel internationale Vergleichsstudien entgegen, stellt man fest, dem ist leider nicht so. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die schon seit Jahren spürbaren Probleme der Grund- und Realschulen plus auch an unseren Gymnasien ankommen. Wer darauf hinweist, es könnte an gesellschaftlichen Veränderungen, nachlässigen Elternhäusern oder der Dauerberieselung von Kindern und Jugendlichen liegen, bewegt sich auf sehr dünnem Eis. Rot-Grüne wissen dann genau, wie sie diese Kritiker einzuordnen haben. Man macht sich lieber selbst froh, bastelt an pädagogischen Konzepten oder eben Projekten. Falsch ist das sicherlich nicht; aber ob die Schüler allein dadurch besser werden, stelle ich infrage. Umgekehrt darf man daran zweifeln, dass ein Antrag zum Thema in diesem Hohen Haus, selbst wenn er eine Mehrheit finden sollte, eine Kehrtwende einleiten würde. Dazu kommt, dass der AfD-Antrag zur Unzeit eingereicht wurde. (Abg. Joachim Paul, AfD: Zur Unzeit?) Darin werden Probleme benannt, mit denen sich die künftige Landesregierung befassen muss. Es wäre also in der zweiten Jahreshälfte besser aufgehoben gewesen. Aktuell bewerten wir FREIE WÄHLER diesen Antrag als reines Wahlkampfgetöse, auch wenn er Schwächen in der Rechtschreibung und Mathematik offen benennt und Verbesserungen fordert. Es sei darauf hingewiesen, dass auch wir in dieser Legislaturperiode immer wieder auf die Situation an unseren Schulen hingewiesen haben. Dabei haben wir immer wieder gesehen, wie die Arroganz der Macht in der Praxis aussieht. Abschließend sei noch auf einen Punkt hingewiesen. Wie sollen Schüler die eigene Sprache, die eigene Rechtschreibung perfekt beherrschen, wenn die eigene Sprache einseitig politisch-medial ständig verformt wird, Stichwort Sprechdurchfall? Es ist auch sehr spannend, Gespräche junger Leute in der Bahn zu verfolgen. Denglisch ist inzwischen Standard, und ich befürchte, dass wir, wie es einmal ein bekannter Publizist formulierte, schon sehr bald ein Volk sein werden, das zwei Sprachen eben nur halb spricht. Sprache ist nun einmal der Schlüssel zu allem, auch zur Mathematik. Fazit: Wir FREIE WÄHLER lehnen den Antrag aus den genannten Gründen ab. Wir brauchen eine Bildungsreform an Haupt und Gliedern. Wenn das die künftige Landesregierung nicht schafft, wird sie scheitern. Den Antrag lehnen wir ab. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)

Protokoll ↗